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Zwischenwahlen „Diese älteren Leute wissen nicht, von was sie da reden“ – junge Amerikaner wollen jüngeren US-Kongress

Im November stehen Wahlen zum US-Kongress an. Laut einer aktuellen Umfrage fühlen sich junge Wähler oft nicht gut vertreten. Sie wollen mehr Abgeordnete ihrer Generation.
31.07.2018 - 14:53 Uhr Kommentieren
Viele sind unzufrieden mit ihren Abgeordneten – insbesondere das fehlende Wissen über das Internet kommt bei jungen Wählern schlecht an. Quelle: dpa
Junge Amerikaner

Viele sind unzufrieden mit ihren Abgeordneten – insbesondere das fehlende Wissen über das Internet kommt bei jungen Wählern schlecht an.

(Foto: dpa)

Washington Der derzeitige Kongress in Washington zählt zu den ältesten der US-Geschichte. Der Altersdurchschnitt im Unterhaus lag zu Beginn der Periode im Januar 2017 bei fast 58 Jahren, im Senat waren es sogar annähernd 62 Jahre. Bei den Zwischenwahlen in diesem Jahr könnte sich die Volksvertretung verjüngen – zumindest, wenn es nach dem Willen der jungen Wähler geht.

Ein Großteil der jungen Amerikaner zwischen 15 und 34 gehen laut einer aktuellen Umfrage davon aus, dass die Abstimmung ihrer Generation mehr Mitsprache verschafft, wenn es darum geht, wie Amerika regiert wird. 79 Prozent von ihnen sind der Ansicht, dass Volksvertreter ihrer Generation einen besseren Job verrichten würden.

Etwa zwei Drittel der jungen Wähler betonten in der Erhebung von Associated Press-NORC Center for Public Affairs Research und MTV, dass es ihnen wichtig ist, ihre Stimme jemandem zu geben, dem ihre Themen und die ihrer Generation am Herzen liegen. Genannt wurden unter anderem die Wirtschaft, die Schusswaffenpolitik, Gleichberechtigung, Zuwanderung und Gesundheitspolitik.

„Diese älteren Leute im Kongress haben keine Ahnung vom Internet und sie wissen nicht, von was sie da reden“, bemängelt etwa der 29-jährige Greg Davis aus Grandview in Ohio. Er erinnert an die Befragung von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg im Senat.

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    Eigentlich sollte Zuckerberg in Sachen Datenschutz und gefährlicher Lücken Farbe bekennen, doch er meisterte die Anhörung ohne Schrammen. Kritisiert wurde, dass vielen Parlamentariern das nötige Know-how in Sachen Internet und Facebook gefehlt habe.

    Die Befragung Zuckerbergs habe ihn gefrustet, sagt Davis. „Die Fragen, die ihm zu Sicherheit und Datenschutz gestellt wurden, waren idiotisch. Wir brauchen eine Führung, die Technik versteht.“

    Frischer Wind kommt zur Wahl in November auf. Zahlreiche junge Amerikaner, die die Zeit vor dem Internet überhaupt nicht kennen, geben ihre Stimme ab. Viele favorisieren laut der Umfrage jüngere, nicht-weiße oder weibliche Kandidaten, vor allem aber ist die politische Einstellung wichtig. Nicht überzeugen kann der Faktor einer langen politischen Karriere.

    Bei vielen hat der Wahlkampf 2016 das politische Interesse geweckt, bei dem Donald Trump überraschend an seinen republikanischen Mitbewerbern vorbeizog und schließlich die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton schlug. Vor allem unter den befragten Demokraten stimmten viele dieser Aussage zu.

    Midterm Elections gewinnen an Bedeutung

    54 Prozent gaben an, das Ergebnis der Präsidentschaftswahl habe ihr Interesse an den sogenannten Midterm Elections in diesem Jahr verstärkt. „In der Vergangenheit habe ich nicht so oft gewählt, aber in diesem Jahr bin ich dabei“, erklärt der 26-jährige Tyler Seulean aus Houston in Texas. Auch 2016 habe er seine Stimme nicht abgegeben, anschließend aber die Politik der Trump-Regierung verfolgt. Er tendiere zur politischen Linken, sagt er, und werde nun wählen: „Ich bin älter“, erklärt er. „Es ist jetzt wichtiger für mich.“

    Die Wünsche und Überzeugungen der jungen Amerikaner könnten beim Urnengang im November eine wichtige Rolle spielen – falls denn viele von ihnen zur Wahl gehen. Wahlkämpfer und Politaktivisten wenden viel Zeit und Geld auf, um an die Zielgruppe heranzukommen.

    Rund ein Drittel der jungen Erwachsenen zeigt sich derzeit zur Wahl entschlossen. Eine große Beteiligung der jungen Menschen dürfte den Demokraten in die Hände spielen. Nicht nur, dass die jungen Erwachsenen eher den Demokraten zuneigen, sondern junge Demokraten sind auch eher abstimmungswillig als junge Republikaner. In der ersten Gruppe sind es 40 Prozent, in der zweiten lediglich 27 Prozent.

    Antrieb für die Stimmabgabe könnte aber auch eine weit verbreitete Unzufriedenheit mit dem politischen Klima sein: Fast 70 Prozent der jungen Erwachsenen in den USA finden, dass die amerikanische Politik in den vergangenen Wochen nicht gut gelaufen ist. Ein Großteil der jungen Befragten hat aber die Hoffnung, dass die anstehenden Wahlen Veränderungen bringen – und dass ihre Generation den Anstoß dazu gibt.

    • ap
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