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Konjunktur Die Weltwirtschaft erholt sich vom Corona-Schock – allerdings nur langsam

Reisebeschränkungen sind laut einer Umfrage das größte Problem für deutsche Unternehmen mit Auslandsgeschäft. IfW-Ökonomen erwarten einen stärkeren Aufschwung ab Frühjahr.
17.12.2020 - 12:36 Uhr Kommentieren
Nach einem Einbruch um 6,1 Prozent wird die Weltwirtschaft 2021 laut IfW um nur 3,8 Prozent wachsen. Quelle: dpa
Hafen in Hamburg

Nach einem Einbruch um 6,1 Prozent wird die Weltwirtschaft 2021 laut IfW um nur 3,8 Prozent wachsen.

(Foto: dpa)

Berlin Die Grenzen des Homeoffice zeigen sich im internationalen Geschäft. 75 Prozent aller deutschen Unternehmen mit Auslandsgeschäft sagen: Reisebeschränkungen sind aktuell ihr größtes Problem. Das geht aus der jüngsten Außenhandelskammer-Umfrage hervor, die der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Donnerstag veröffentlicht hat.

Die Geschäfte kommen deshalb auch mit China und Japan, die nach der Pandemie einen kräftigen Aufschwung erleben, nicht so stark in Gang, wie sie es könnten: Dringende Geschäftsverhandlungen treten in Videocalls auf der Stelle. Messen fehlen, um neue Produkte vorzustellen. Vor allem der Maschinenbau kann seine teuren Maschinen nicht verkaufen, wenn der Aufbau vor Ort nicht von deutschen Ingenieuren koordiniert werden kann.

Dennoch: Ganz so katastrophal wie im Frühjahr befürchtet hat Corona das internationale Geschäft nicht belastet. Nach dem Corona-Schock im März und April profitierte die deutsche Industrie vom kräftigen weltweiten Wiederaufschwung des dritten Quartals.

„Die weltwirtschaftliche Erholung schreitet insgesamt voran“, stellt das Kieler Institut für Wirtschaftsforschung (IfW) in seiner Winterprognose fest, die ebenfalls am Donnerstag veröffentlicht wurde.

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    Allerdings: Die zweite Infektionswelle wird den Aufschwung weltweit verlangsamen, erwartet IfW-Konjunkturchef Stefan Kooths. Nach einem Einbruch um 6,1 Prozent werde die Weltwirtschaft 2021 um nur 3,8 Prozent wachsen.

    Europa leidet am stärksten unter der zweiten Corona-Welle

    Vor allem in Europa mit seinen aktuell hohen Infektionszahlen werde der Aufschwung gebremst. Die EU-Staaten sind die wichtigsten Handelspartner Deutschlands.

    Immerhin: Bisher hat die zweite Corona-Welle anders als die erste keine Lieferketten zerrissen. Die Industrieproduktion läuft weltweit erstaunlich reibungslos – trotz der neuerlichen Lockdowns in vielen Staaten. Auch der internationale Warenhandel blieb bislang intakt, so das IfW.

    Grafik

    Vor allem China, eine der wenigen großen Wirtschaftsnationen mit Wachstum in diesem Jahr, ist aktuell die Konjunkturlokomotive für die deutsche Industrie.

    Weitgehend unterschätzt haben Ökonomen allerdings die Sommererholung: Weltweit hat es im dritten Quartal nach dem Einbruch im Frühjahr einen sehr kräftigen Aufschwung gegeben. In China, Taiwan, aber auch in der Türkei wurde zum Ende des dritten Quartals das Produktionsniveau vom vierten Quartal 2019 deutlich überschritten.

    Auf Vorkrisenniveau lag es laut IfW in Australien, Malaysia, der Schweiz und Norwegen. In Europa und den USA fehlten demnach drei bis fünf Prozent zum Vorkrisenniveau. Unklar ist, wie groß die Schäden der zweiten Corona-Welle in den letztgenannten Ländern ausfallen werden.

    Ab dem Frühjahr kommt der dauerhafte Aufschwung

    Grundsätzlich erwarten nach der AHK-Umfrage viele Unternehmen einen starken und dann auch dauerhaften Wiederaufschwung, sobald die Pandemie unter Kontrolle ist. Dies dürfte mit Impfungen ab dem Frühjahr einsetzen, erwartet das IfW.

    Die Außenhandelskammern warnen allerdings vor zu großem Optimismus. Sie nennen zwei Hindernisse: Erstens seien viele Unternehmen als Folge von Corona „finanziell ausgetrocknet“. Die Hälfte der Befragten stellt daher Investitionen zurück oder streicht sie.

    Zweitens hätten in vielen Ländern die Handelshemmnisse zugenommen. In China etwa sei zu beobachten, dass stärker als früher chinesische Unternehmen gegenüber ausländischen Anbietern bevorzugt würden.

    „Mit dem Regierungswechsel in den USA könnte sich das handelspolitische Klima verbessern“, erwartet Kooths allerdings. Auch in den Außenhandelskammern hofft man darauf.

    Je mehr die Pandemie unter Kontrolle gebracht werden kann, desto kräftiger wird laut IfW der weltweite Aufschwung. Tourismus, Fernverkehr und das Unterhaltungsgewerbe dürften dann schnell wieder zum Normalniveau zurückkehren.

    Die Außenhandelskammern sind da skeptischer. So wichtig Reisen auch fürs Geschäft sind: Viele Unternehmen hätten während der Pandemie gelernt, dass sich dort viel Geld sparen lässt. Es werde daher weniger Geschäftsreisen geben als vor Corona und künftig auch mehr Videokonferenzen, erwartet man beim DIHK.

    Mehr: Der deutsche Aufschwung kommt im neuen Jahr.

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