Kriegsfolgen: Weizenpreis bricht alle Rekorde – und schürt weltweit Angst vor Unruhen
Die Preise steigen derzeit stark an.
Foto: dpaBrüssel, Düsseldorf . Die Preiskurve hat sich zur Linie verformt, sie zeigt steil nach oben, seit Tagen schon. Russlands Krieg gegen die Ukraine treibt den Weizenpreis von einem Rekord zum nächsten. Am Dienstag übersprang der Preis pro Tonne die Marke von 420 Euro. Mit jedem Höchststand wächst die Angst vor einer globalen Hungerkrise – und mit ihr die Sorge um die politische Stabilität in Afrika und dem Nahen Osten.
Russland und die Ukraine gelten als Kornkammern der Welt, normalerweise liefern sie etwa ein Drittel des weltweit gehandelten Weizens. Doch die Häfen am Schwarzen Meer können wegen des Kriegs nicht mehr angelaufen werden. Der Handel ist praktisch zum Erliegen gekommen. Auch dringend benötigter Dünger wird nicht mehr ausgeführt.
Ländern wie dem Libanon, die ohnehin schon von politischen Protesten erschüttert werden, droht der Kollaps. 90 Prozent der Weizenimporte hat das Land bisher aus der Ukraine bezogen. Auch für Syrien, Libyen und Somalia ist die Ukraine bisher der Hauptlieferant gewesen. Ersatz zu finden ist bei den derzeitigen Preisen kaum möglich: Sie haben fast unbezahlbare Höhen erreicht.