Raumfahrt: Deutsches Start-up darf Rakete in Schottland starten lassen
Düsseldorf. Das deutsche Raumfahrt-Start-up RFA (Rocket Factory Augsburg) darf von einer schottischen Insel Raketen starten. Damit könnte RFA erstmals in der Geschichte der Raumfahrt eine Rakete vom britischen Boden ins All abheben lassen.
Die britische Zivilluftfahrtbehörde hat RFA dafür eine zeitlich unbegrenzte Erlaubnis erteilt, ließ das Unternehmen wissen. Die Lizenz gilt für verschiedene Umlaufbahnen und Flugrouten. Dem ersten Testflug des Unternehmens steht damit regulatorisch nichts mehr im Weg.
Jörn Spurmann, Mitgründer und Finanzchef von RFA, nennt die nun erteilte Starterlaubnis einen „Wendepunkt für die europäische Raumfahrtinnovation“, mit dem Europa im Rennen um den Zugang zum Weltraum wettbewerbsfähig bleibe.
Technisch muss RFA vor dem ersten richtigen Start allerdings noch Herausforderungen lösen, denn bei einem Triebwerkstest im August 2024 war die erste Raketenstufe explodiert.
Das Unternehmen baut die erste Raketenstufe derzeit neu und will nach einem weiteren Triebwerkstest noch in diesem Jahr die Rakete RFA ONE starten. RFA ONE ist eine 30 Meter hohe Trägerrakete und kann kleine Satelliten in eine Erdumlaufbahn bringen. Sie ist nur etwa halb so groß wie die Trägerrakete Falcon 9 von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX.
Die Investmentfirma KKR hat RFA mit 30 Millionen Euro finanziert. Die UK Space Agency ist mit 4,3 Millionen bei RFA investiert.