Beirat Junge Digitale Wirtschaft: Start-up-Investor Frank Thelen: „Dass da steht, sie wollen Kontrollrechte, ist ja völlig absurd“
Investor Frank Thelen kritisiert die Verfasser des Positionspapiers zu Börsengängen von Start-ups scharf.
Foto: obsDüsseldorf. Frank Thelen, einer der bekanntesten Start-up-Investoren in Deutschland, kritisiert das Positionspapier des Beirats Junge Digitale Wirtschaft (BJDW) im Interview mit dem Handelsblatt als „hundert Prozent daneben“ und sagt: „Dass da steht, sie wollen Kontrollrechte, ist ja völlig absurd.“
Das BJDW hatte in dem Papier eine „Disziplinierung der Presse“ verlangt. Die These wurde auf der Webseite des Bundeswirtschaftsministeriums veröffentlicht. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) distanzierte sich und ließ das Papier von der Webseite entfernen.
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Thelen ist seit mehr als 25 Jahren Gründer und Investor, heute hauptsächlich im Technologiebereich. Er spricht von einem „völlig falschen Ton“ des BJDW. Im Gespräch warnt er allerdings auch vor überwiegend negativer Berichterstattung durch Medien, „nur weil sie besser klickt“.
Thelen fordert im Interview eine „faire Partnerschaft zwischen Start-ups und Medien“, wenn „in Europa ein gutes Ökosystem aufgebaut werden soll“. Der Investor meint: „Die Presse zerreißt oft Start-ups unnötigerweise und das ist eben nicht ideal.“ Er wünsche sich mehr Freude und Enthusiasmus für Start-ups – auch in der Medienlandschaft.