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Gründerförderung Hamburg findet keine Geldgeber für Start-up-Fonds

Nach jahrelanger vergeblicher Suche gibt die Hansestadt auf: Ihr lange geplanter 100-Millionen-Euro-Risikokapitaltopf für Gründer ist gescheitert.
30.09.2020 - 16:30 Uhr Kommentieren
Die Hamburger Start-up-Szene beklagt seit Längerem den schwierigeren Zugang zu Risikokapital. Quelle: Imago
Hamburger Elbphilharmonie

Die Hamburger Start-up-Szene beklagt seit Längerem den schwierigeren Zugang zu Risikokapital.

(Foto: Imago)

Hamburg Ein lange angekündigter Förderfonds für Start-ups in Hamburg ist gescheitert. Das ist ein Rückschlag für die ohnehin gebeutelte Start-up-Szene der Stadt. Trotz des fest zugesagten Fördervolumens von zehn Millionen Euro durch die Investitions- und Förderbank (IFRB) des Bundeslands ist die erwartete Summe von 100 Millionen Euro nicht zusammengekommen.

Eigentlich sollte der Fonds die Kapitalversorgung auch von Hamburger Gründern verbessern. In den vergangenen Jahren sind wichtige Financiers wie eVentures in weiten Teilen nach Berlin umgezogen. Die Hamburger Start-up-Szene beklagt daher seit Längerem den schwierigeren Zugang zu Risikokapital.

Dabei sollte der neu gescheiterte Hamburg-Fonds für Abhilfe sorgen. Die Stadt hatte den Hamburger Investor Neuhaus Partners damit beauftragt, Geld bei privaten Investoren einzusammeln. Doch obwohl Neuhaus-Partner Matthias Grychta seit Ende 2018 um Geldgeber warb, kam nicht genügend Geld zusammen.

Eigentlich wollte er bereits Ende 2019 ein First Closing bei 35 Millionen Euro verkünden – doch dazu kam es nie. Grychta hat seit 1998 bereits drei Risikokapitalfonds für Tech-Start-ups aufgelegt. Schon vor der Coronakrise hatte Grychta aber im Gespräch mit dem Handelsblatt gesagt, deutsche Family Offices und Unternehmerfamilien würden bei Risikokapital zurückhaltender: „Es könnte sein, dass wir uns gerade auf dem Höhepunkt der Start-up-Welle befinden und die Bewertungen bald wieder zurückgehen.“

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Standort erkennen

    Die Hamburger Wirtschaftsbehörde teilte am Mittwoch mit, laut Neuhaus Partners habe „sich während des Fundraisings das Marktumfeld durch negative Ereignisse wie zum Beispiel geplatzte Börsengänge stark eingetrübt. Da vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie die Bereitschaft von Investoren, risikoreiche Engagements einzugehen, weiter gesunken ist, wurde der Vertrag mit dem Fondsmanager nun einvernehmlich aufgelöst.“

    Die Förderbank biete Start-ups weiterhin andere Förderinstrumente an. Zudem verweist die Stadt auf eigene Coronahilfen für Start-ups sowie auf die Möglichkeit von Beteiligungen im Rahmen der Coronahilfen. Für den recht lang existierenden Start-up-Financier Neuhaus Partners dürfte das Scheitern seines vierten Fonds ein herber Rückschlag sein.

    Andere Risikokapitalfonds meldeten in den vergangenen Wochen allerdings, neue Töpfe geschlossen zu haben – etwa LaFamiglia mit Sitz in Berlin. Der ähnlich wie Neuhaus Partners positionierte Investor Target Partners aus München hingegen brach vor Kurzem ebenfalls die Suche nach Geld für einen neuen Fonds ab.

    Daher dürfte das Scheitern des schon vor mehreren Jahren angekündigten Hamburger Fonds die Diskussion um die Qualität des Start-up-Standorts weiter anheizen. Zuletzt hatten die befragten Gründer im „Monitor“ des Start-up-Verbands den Standort deutlich kritischer beurteilt als ihre Counterparts in München und Berlin.

    Diese beiden Städte sind zudem in den vergangenen Jahren beim eingeworbenen Risikokapital der einstigen deutschen Internet-Hauptstadt Hamburg weit enteilt. Inzwischen fordern Start-up-Unternehmer und Handelskammer in Hamburg mehr Unterstützung für die Szene.

    Mehr: Hamburger Selbstbetrug bei Start-ups

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