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Kontaktverfolgung Die häufigsten Fehler der Corona-Warn-App – und wie sie gelöst werden sollen

Die Anwendung funktioniert auf Millionen älteren Smartphones nicht. Der Grund dafür liege vor allem bei Apple, sagt die Telekom. Dafür wurden andere Probleme behoben.
18.07.2020 - 10:13 Uhr 2 Kommentare
Trotz zahlreicher Verbesserungen werden wohl auch künftig ältere Smartphones von der App nicht unterstützt. Quelle: dpa
Corona-Warn-App

Trotz zahlreicher Verbesserungen werden wohl auch künftig ältere Smartphones von der App nicht unterstützt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Knapp 16 Millionen Mal wurde die Corona-Warn-App in Deutschland bisher heruntergeladen. Viele Nutzer scheiterten jedoch an der Anwendung, weil sie ältere Smartphones einsetzen, die nicht unterstützt werden. Von den Einschränkungen seien vor allem ältere iPhones betroffen, sagte der Chefentwickler der Deutschen Telekom hinter dem Projekt, Peter Lorenz, am Freitag.

Apple sei aufgefordert worden, die nötige Schnittstelle auch für die älteren Geräte zur Verfügung zu stellen. „Im Moment haben wir noch kein positives Ergebnis“, sagte Lorenz. Die Hoffnung auf einen Kurswechsel bei Apple sei eher gering, urteilte Lorenz in einem Videogespräch mit Regierungssprecher Steffen Seibert.

Telekom und SAP hatten die App im Auftrag der Bundesregierung entwickelt. Dafür zahlt die Bundesregierung nach eigenen Angaben rund 20 Millionen Euro, von denen 9,5 Millionen an SAP und bis zu 7,8 Millionen Euro an die Telekom-Tochter T-Systems fließen. Zudem erhalten die Firmen Geld für den Betrieb der Anwendung.

Noch gebe es einigen Verbesserungsbedarf, räumten die Firmen ein. Die Chefentwickler schlüsselten die häufigsten Fehler auf und gingen auf Schwierigkeiten ein. Die Probleme im Überblick:

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    Falsche Tagesanzeige

    Die Zahl der aktiven Tage der App wurde missverständlich angezeigt. Viele Nutzer teilten Bilder, auf denen etwa 16 von 14 aktiven Tagen verzeichnet wurden. „Telekom und SAP haben wohl das Rechnen verlernt“, spottete ein Nutzer auf Twitter. Dieses Problem sei mit einem Update der App behoben worden, sagte Martin Fassunge, Projektleiter der Corona-Warn-App bei SAP. „Aber halten wir mal fest, im Design gibt es Verbesserungsbedarf.“

    Grafik

    Falsche Region

    Bei einem weiteren Fehler wurden Nutzer gewarnt, die App werde in ihrer „Region möglicherweise nicht unterstützt“. Lorenz sagte: „Das kann man in der Tat ignorieren und einfach wegklicken.“ Auch hier gehe der Fehler auf ein Problem von Apple zurück. Lorenz warb um Verständnis für den US-Konzern: „Die Jungs und Mädels auf der Apple-Seite stehen unter dem selben Druck wie wir natürlich.“ Mit der neuen Betriebssystemversion iOS 13.6 sei das Problem behoben worden.

    Fehlende „Gesund“-Meldung

    Zudem sprach Fassunge von einem „unglücklichen Design“ bei Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert und das in der App mitgeteilt hatten. Ihnen war es nicht möglich, nach Genesung wieder ein negatives Testergebnis in der App einzutragen. Die Entwickler seien davon ausgegangen, dass sich infizierte Personen in Quarantäne begeben würden. Sollten sie anschließend die App wieder einsetzen wollen, müssten sie diese in den Systemeinstellungen zurücksetzen. Das Team arbeite daran, den Prozess benutzerfreundlicher zu machen, sagte Fassunge.

    Auslandsreisen

    Noch lässt sich die App nicht außerhalb der deutschen Landesgrenzen nutzen. Zwar arbeiten viele EU-Staaten an eigenen Ansätzen. Untereinander sind sie jedoch nicht kompatibel. Das soll sich zumindest in den Ländern ändern, die wie Deutschland einen dezentralen Ansatz verfolgen. Das sind zum Beispiel Österreich oder die Niederlande. „Dazu arbeiten wir an einem Konzept in Abstimmung mit der EU-Kommission“, sagte Lorenz. Einen Zeitpunkt nannte er nicht.

    Zudem sei eine Lösung mit Ländern, die einen zentralen Ansatz bei der App verfolgten, wie zum Beispiel Frankreich, noch nicht in Sicht. „Das Thema ist schwerer, da muss man offen sagen, das wird länger dauern“, sagte Lorenz.

    Weitere Sprachen

    Anfangs stand die App lediglich in Deutsch und Englisch zur Verfügung. In den nächsten Tagen werde sie auf Türkisch veröffentlicht, sagte Lorenz. Zudem seien weitere Sprachen in Planung. Und die App ließe sich mittlerweile auch in Appstores weiterer europäischer Länder herunterladen. Künftig seien auch Türkei und USA geplant. Damit sollen sich etwa auch Touristen und Geschäftsreisende aus diesen Ländern bei Deutschlandbesuchen die Anwendung installieren können.

    Ältere Geräte ausgeschlossen

    Für den Einsatz der Corona-Warn-App ist ein modernes Smartphone nötig. Der Grund dafür liegt in erster Linie bei den beiden dominanten Anbietern der Smartphone-Betriebssysteme: Google und Apple. Sie stellen eine Schnittstelle bereit, um die Übertragungstechnik Bluetooth Low Energy (BLE) zu verwenden, über die das Programm den Abstand zu anderen Geräten misst und damit das Risiko einer Infektion ermittelt.

    Wer die App auf einem iPhone nutzen möchte, braucht mindestens die Betriebssystemversion iOS 13.5. Die Software lässt sich maximal auf dem im Jahr 2015 veröffentlichten iPhone 6s installieren. Google setzt Geräte mit dem Betriebssystem Android 6 Marshmallow voraus, das ebenfalls im Jahr 2015 vorgestellt wurde.

    Mehr: Nach einem Monat Corona-Warn-App fällt die Zwischenbilanz durchwachsen aus.

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    2 Kommentare zu "Kontaktverfolgung: Die häufigsten Fehler der Corona-Warn-App – und wie sie gelöst werden sollen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Sehr geehrte Damen und Herren,

      ich halte die Corona-Warn-App für sehr wichtig und es freut mich sehr, dass Sie darüber berichten. Hier meine Anmerkungen:

      Natürlich wäre es gut, wenn die App auf allen Handys laufen würde. Aber nur 7 % der in Deutschland genutzten Handys sind zu alt für die Coroan-Warn-App. Bedenkt man außerdem, dass meist alte Menschen ältere Smartphones haben und die App vor allem dazu dient, die Multiplikatoren - also vorwiegend jüngere Menschen - rechtzeitig zu warnen, ist das wirklich kein relevantes Problem. Das Problem sind weniger Inkompatibilitäten der Betriebssysteme sondern vielmehr die noch nicht ausreichende Bereitschaft die App zu nutzen. Man sollte auch honorieren, in wie kurzer Zeit Apple und Google als koordinierte Aktion die jeweiligen Betriebssysteme erweitert haben. Man vergleiche das mit der extrem langen Zeit, die es gedauert hat, bis SAP und die Telekom die App fertig gestellt haben. Die Erweiterung der Betriebssysteme ist eine technisch erheblich anspruchsvollere Aufgabe als die Implementierung der App, die letztlich nur einige APi Funktionen nutzt.

      Viel gravierender ist das Problem der fehlenden Lokalisierungen und hier sind SAP und die Telekom gefordert. Es erfordert bei einer sauber implementierten App nur wenige Stunden Arbeit, eine Lokalisierung für eine weitere Sprache zu erzeugen. Wie wichtig diese Lokalisierungen sind, zeigt der Fall Tönnies.

      Es gibt noch ein Problem, das SAP und Telekom schnell lösen sollten: Dank Apple und Google erfolgt ein Tracing auch dann noch, wenn die App auf dem Smartphone beendet wurde. (Und, da die relevante Funktionalität ins Betriebssystem integriert wurde, ist der Stromverbrauch gering.) Aber wer die App beendet, beendet damit auch den automatischen Download von Kontaktprotokollen, ohne dass er darauf aufmerksame gemacht wurde. Damit gibt es auch keine Warnungen mehr! Erst, wenn die App erneut gestartet wurde, ist der Warnmechanismus wieder aktiviert.

      Mit freundlichen Grüßen

    • Sehr geehrte Damen und Herren,

      mein Anliegen geht in eine andere Richtung, für mich ist es von gravierender Bedeutung, zu erfahren, welche Leistungsdichte im Kopfbereich des Smartphone-Anwenders (Bluetooth-Frequenzen) bei einer aktiven Corona-Trace-App vorherrscht. (Bitte informieren Sie mich, ob hier mit einer Dauerbestrahlung von über 4 µW/m² zu rechnen ist!
      An realisierbare Technik zur Erkennung von SARS-CoV-2-Infizierungen wird gedacht. Etwaige gesundheitsbeeinträchtigende Auswirkungen werden ignoriert.

      Grüße aus VS-badisch

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