Mobilfunk: Vodafone warnt vor Anschlägen auf 5G-Antennen in Deutschland
In Huddersfield in Nordengland wurde eine 5G-Sendeanlage bei einem Brandanschlag zerstört.
Foto: AFPDüsseldorf. Der Netzbetreiber Vodafone hat vor Angriffen auf Mobilfunkmasten in Deutschland gewarnt. Bereits in mehreren EU-Staaten hat es Brandanschläge gegeben. Vergleichbares könne auch in Deutschland passieren, sagte Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter am Mittwoch.
„Diese Aktivitäten können Leben gefährden“, sagte Ametsreiter. In Großbritannien sei ein Mobilfunkmast in der Nähe eines Krankenhauses zerstört worden, Notrufe konnten nicht getätigt werden. Das sei eine besorgniserregende Entwicklung.
Hintergrund der Attacken sind Verschwörungstheorien, die einen Zusammenhang zwischen dem Ausbau des 5G-Mobilfunks und dem Ausbruch der Corona-Pandemie hergestellt haben. In Großbritannien, den Niederlanden und Zypern waren Masten beschädigt oder zerstört worden.
Trotz der Versuche von Wissenschaftler und Politikern, die Bevölkerung zu beruhigen, steigt die Sorge vor ähnlichen Vorgängen in Deutschland. Vodafone-Technikchef Gerhard Mack sagte: „Wir dürfen uns nichts vormachen.“ Der Ausbau des 5G-Mobilfunks stehe in Deutschland noch am Anfang. In der Bundesrepublik müssten noch „viele Tausend neue Masten“ entstehe, um die Bevölkerung mit 5G zu versorgen.
Gerade die deutsche Industrie hatten auf eine möglichst flächendeckende Versorgung mit 5G gedrängt. Sie erhofft sich davon, die Basis für neue Produkte, eine bessere Vernetzung der Produktion und die Grundlage für Anwendungen wie autonomes Fahren.
Vodafone und Deutsche Telekom kündigten am Mittwoch an, den Ausbau des 5G-Mobilfunks in Deutschland deutlich auszuweiten. Die Telekom will noch in diesem Jahr die Hälfte der deutschen Bevölkerung mit 5G versorgen. Das würde etwa 40 Millionen Menschen entsprechen. „Wir haben Großes vor mit 5G und bringen den neusten Mobilfunk-Standard noch dieses Jahr in weite Teile Deutschlands“, sagt Telekom-Deutschland-Chef Dirk Wössner.
Vodafone kündigte gleichzeitig an, sein 5G-Netz in diesem Jahr für rund zehn Millionen Menschen in Deutschland verfügbar zu machen. Am Anfang habe sich Vodafone auf die Städte konzentriert, sagte Ametsreiter. „Jetzt bringen wir 5G in die Fläche.“
Vergangenes Jahr waren für 5G wichtige Frequenzen in Deutschland versteigert worden. Für eine Gesamtsumme von 6,55 Milliarden Euro sicherten sich neben Telekom und Vodafone auch die Firmen Telefónica Deutschland sowie der Neueinsteiger Drillisch, hinter dem der Konzern United Internet (Marken 1&1, GMX, Web.de) steht, Frequenzen. Der flächendeckende Ausbau der Mobilfunktechnik wird Jahre dauern.