Spinncloud: Dresdner Chip-Start-up erwägt Umzug nach Amerika
Dresden. Das Start-up Spinncloud erwägt, in die USA umzuziehen. „Die Versuchung ist groß“, sagte Co-Gründer Christian Eichhorn dem Handelsblatt. Hierzulande fehle es sowohl an Kapital als auch an Kunden. Die junge Firma aus Dresden wird in Branchenkreisen als ambitioniertestes Chip-Start-up Europas bezeichnet.
Bis zum Spätsommer will Eichhorn 100 Millionen Euro bei Finanzinvestoren einsammeln. In den USA sei das für ein Start-up aus der Halbleiterbranche kein Problem, behauptet der Unternehmer. Ob dies in Deutschland gelinge, sei jedoch fraglich.
Es seien vor allem amerikanische Wagniskapitalgeber, die in die Chipindustrie im großen Stil investierten. Sie würden ihr Geld allerdings eher ungern in eine deutsche GmbH stecken, so Eichhorn. Deshalb sei es möglich, dass Spinncloud den Firmensitz nach Amerika verlagere.
Gründer fühlen sich durch Bürokratie behindert
Ein weiteres Problem sei, „dass wir hier keine Kunden haben“, klagt Eichhorn. Europäische Universitäten und Konzerne seien noch nicht so weit, um die Chips aus seiner Fertigung für ihre Forschung zu Künstlicher Intelligenz einzusetzen. Die wichtigsten Abnehmer sitzen demnach in den USA. Auch das spreche für eine dauerhafte Verlagerung.