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Stewart Butterfield Wie es der Gründer von Slack schafft, nebenbei zum Milliardär zu werden

Slack könnte die zweite Firma werden, die Stewart Butterfield zwar nicht geplant hat, aber teuer verkauft. Eigentlich wollte er was ganz anderes machen.
29.11.2020 - 13:35 Uhr Kommentieren
Der CEO von Slack soll von Salesforce ein Übernahmeangebot bekommen haben. Quelle: Getty Images; Per-Anders Pettersson
Stewart Butterfield

Der CEO von Slack soll von Salesforce ein Übernahmeangebot bekommen haben.

(Foto: Getty Images; Per-Anders Pettersson)

Düsseldorf Stewart Butterfield hat das Talent, quasi aus Versehen wertvolle Firmen zu gründen. Slack könnte schon das zweite Unternehmen werden, das der Kanadier zwar nie geplant hat, aber sehr teuer verkauft. Cloud-Spezialist Salesforce soll ein Angebot für die börsennotierte Bürosoftware-Firma gemacht haben. Bei einem Preis von mutmaßlich mehr als 20 Milliarden Dollar könnte es eine der größten Übernahmen der IT-Geschichte werden.

Dabei wollte Butterfield immer nur spielen. Genauer gesagt: ein Computerspiel entwickeln. Das Spiel Glitch sollte toll ausgesehen, eine lebendige Geschichte erzählen – nur finanziell lief es nicht. Für Slack, das die Entwickler bloß gebaut hatten, um besser miteinander kommunizieren zu können, schien es allerdings einen Markt zu geben. Heute setzen zwei Drittel der Dax-Konzerne Slack ein.

Die 2009 gegründete Firma hat lange damit geworben, der E-Mail-Flut ein Ende zu bereiten. Doch längst hat der 47-jährige Butterfield die Idee weiterentwickelt. An die New Yorker Börse führte er Slack im Juni 2019 unter dem Kürzel „WORK“ – Arbeit. Genauso umfassend wie der Begriff will Slack auch sein.

In Slack können Unternehmen sämtliche Cloud-Software zur Zusammenarbeit integrieren – etwa Dokumente, Kalender und firmenspezifische Programme. Mit Slack Connect lassen sich auch Geschäftspartner einbinden.

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    Slack versteht sich aber auch als Treiber einer neuen Arbeitskultur. In Gastbeiträgen und bei Konferenzen empfiehlt Butterfield, agile Methoden, Transparenz und Feedbackschleifen zu fördern.

    Butterfield verbrachte seine ersten Lebensjahre ohne Strom

    In Zeiten des digitalen Wirrwarrs an Tools, Programmen und Informationsquellen positioniert sich Slack als Helfer: Es verspricht, Informationen zu kanalisieren, Prozesse zu automatisieren, Überblicke zu verschaffen. „Man kann Slack mit einer Ruhezone vergleichen, in der man ungestört reden kann“, sagte Butterfield dem Handelsblatt im Oktober. Er hat Philosophie studiert, in Gesprächen mit ihm kann man das erahnen.

    Für viele Entwickler und Analysten hat er eines der besten digitalen Kollaborationstools hervorgebracht. Das ist besonders interessant vor dem Hintergrund seiner Biografie und der omnipräsent gewordenen Forderung nach digitaler Früherziehung.

    Butterfield, Sohn eines US-Deserteurs, verbrachte seine ersten Lebensjahre in einem kanadischen Hippiedorf – ohne Strom. Nachdem sich seine Eltern wieder der kapitalistischen Gesellschaft angeschlossen hatten, bekam Butterfield laut der Computerzeitschrift „Wired“ aber mit sieben Jahren seinen ersten Computer. Mit zwölf durfte er sich einen neuen Namen aussuchen, die ersten Jahre hatte er als Dharma Jeremy Butterfield verlebt.

    Heute dominiert knallharter Finanzkapitalismus das Leben des Slack-CEOs. Corona-Pandemie und allgemeine Nutzerzuwächse hin oder her: In der Cloud-Software-Branche wird hart gekämpft. So hart, dass Butterfield zuletzt richtig ärgerlich wurde.

    Mit Flickr startete Butterfield das Internet 2.0

    Mit Microsoft hat jene Firma zum Gegenschlag ausgeholt, auf deren E-Mail-Dienst Butterfield jahrelang den Angriff ausrief. Das Chatprogramm „Teams“ gewann in der Pandemie noch viel schneller Nutzer als Slack – mit unfairen Mitteln, wie Butterfield meint. Denn Teams gibt es quasi umsonst. Microsoft-Kunden bekommen den Dienst als Teil des weitverbreiteten Office-365-Pakets mit Word, Excel und dem Mailprogramm Outlook. Im Juli legte Slack Beschwerde bei der EU-Kommission wegen Missbrauchs der Marktmacht ein.

    Zwar ist der Funktionsumfang von Teams laut Butterfield kaum mit Slack vergleichbar. Aus Sicht vieler Manager ist Teams in Homeoffice-Zeiten aber ebenso brauchbar, vor allem wenn sie unter Sparzwängen die Kosten-Nutzen-Rechnung aufmachen. Im Handelsblatt-Interview unterstellte Butterfield dem Konkurrenten, bewusst zu suggerieren, „dass die Produkte gleich sind, damit es keinen Grund gibt, Slack auszuprobieren“.

    Es heißt, Geschichte wiederhole sich nicht. Beim möglichen Verkauf von Slack könnte es dennoch so kommen. Fünf Jahre vor der Slack-Gründung hatte Butterfield Flickr gestartet. Bei dem Onlinedienst konnten Nutzer Fotos ins Netz stellen und kommentieren, lange bevor es Instagram gab. Manche sehen es heute als Startpunkt des interaktiven „Internet 2.0“.

    Ursprünglich war aber auch Flickr bloß Beiprodukt einer Computerspielentwicklung, das Hochladen von Bildern war in „Game Neverending“ Teil des Spiels. Doch auch dieses Spiel konnte Butterfield nicht vermarkten. Yahoo aber kaufte ihm Flickr 2005 für einen Betrag zwischen 22 und 25 Millionen US-Dollar ab. Der Preis für Zufallsfirmen made by Stewart Butterfield könnte sich nun allerdings verhundertfachen.

    Mehr: Salesforce müsste für Slack viel Geld auf den Tisch legen

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