Tesla: 18 Millionen Dollar Gewinn - Bruder von Elon Musk verkaufte Tesla-Aktien vor Twitter-Umfrage
Hat der Bruder des Tesla-Chefs gewusst, dass Elon Musk die Telsa-Aktie mit seinem Twitter-Post auf Talfahrt schicken wird?
Foto: ReutersNew York, Düsseldorf. Die Sache sieht nicht gut aus. Elon Musk sorgte für einen Kursrutsch bei der Tesla-Aktie, doch kurz vorher verkaufte sein Bruder mehr als 88.000 Papiere im Wert von 109 Millionen Dollar. Hätte Kimbal Musk nur zwei Tage gewartet, hätte er 18 Millionen Dollar weniger bekommen.
Die Vorgeschichte: Am Wochenende fragte der Tesla-Chef auf Twitter seine Fans, ob er zehn Prozent seiner Anteile an Tesla verkaufen soll. „Ich werde mich an das Ergebnis halten“, sagte Elon Musk. „Egal, wie es ausgeht.“ Eine unkonventionelle Idee, die für Aufsehen sorgte. Und für Unsicherheit bei den Aktionären. Dan Ives, als Analyst von Wedbush ein großer Musk-Fan, nannte es eine „bizarre Seifenoper“.
58 Prozent der Twitter-Nutzer sprachen sich für eine Veräußerung aus. Die Entscheidung sorgte für einen Kursrückgang von bislang rund 18 Prozent. Den Verlust ersparte sich Kimbal Musk. Der besitzt sehr viele Tesla-Aktien, größtenteils, weil er seit 2004 im Verwaltungsrat von Tesla sitzt – so lange wie kein anderer. Die Besetzung stößt aber seit Langem auf Kritik. Nicht nur wegen der familiären Beziehung, sondern auch wegen der mangelnden Erfahrung von Kimbal Musk in der Autoindustrie und bei größeren Unternehmen.
Kimbal Musk hatte zwar mit seinem Bruder früher einige Start-ups gegründet, sich aber vor gut 20 Jahren aus dem Silicon Valley zurückgezogen. In Colorado machte er ein Restaurant mit mehreren Ablegern auf, kümmert sich mit dem Projekt Learning Garden darum, Schülern die richtige Ernährung beizubringen.
Die Brüder wuchsen in Pretoria in Südafrika auf. Der Vater führte eine Anlagenbaufirma, die Mutter war Ernährungswissenschaftlerin. Als Teenager wollten sie eine Videospiel-Arkade aufmachen. Sie mieteten sich ein Gebäude, doch die Eltern weigerten sich, die notwendige Genehmigung zu unterschreiben.
Erfolgreicher waren sie später in den USA. Sie gründeten 1995 Zip2, eine Art Internettelefonbuch, das Compaq Computer vier Jahre später für mehr als 300 Millionen Dollar kaufte. Mit dem Geld gründeten sie 1999 X.com, das ein Bezahlsystem per E-Mail anbot. Das ging kurze Zeit später im Bezahldienstleister Paypal auf, das 2002 von Ebay für 1,5 Milliarden Dollar gekauft wurde.
War sein Aktienverkauf Insiderhandel? Das ist Kimbal Musk kaum nachzuweisen. Selbst wenn er von dem Plan der Abstimmung gewusst hat, konnte er nicht das Ergebnis vorwegnehmen. Auch sind solche Verkäufe eine Routineangelegenheit bei Unternehmen. Mitglieder des Verwaltungsrats müssen ihre Verkäufe offenlegen. Seitdem Tesla mehr als eine Billion Dollar an der Börse wert ist, kündigten insgesamt vier Mitglieder – darunter Kimbal Musk – Verkäufe im Wert von insgesamt einer Milliarde Dollar an.