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KI-BriefingWie die KI-Szene mit von der Leyen um den AI Act feilscht

Bundesregierung und Industrie wollen den AI Act verschieben, Apple arbeitet an Plan B für Siri und ein KI-Pionier hilft Saudi-Arabien, zur KI-Macht zu werden. Die wichtigsten KI-News der Woche.Luisa Bomke 04.07.2025 - 15:32 Uhr Artikel anhören
KI-Firmen wollen den AI Act verschieben und erhöhen den Druck auf die EU. Foto: Michel Becker | ChatGPT

Wenn Sie nur wenig Zeit haben, liebe Leserinnen und Leser,

dann machen Sie sich in Sachen Regulierung schlau. Denn bei zwei Entwicklungen rund um die KI-Gesetzgebung sollten Sie mitreden können: Erstens wird es in den Vereinigten Staaten nun doch kein zehnjähriges Regulierungsverbot für Künstliche Intelligenz (KI) geben. Und zweitens lobbyieren europäische Start-ups nun mit US-Tech-Konzernen gegen den AI Act der EU. Wem das nützt, ist allerdings unklar.

Warum das wichtig ist: Der Vorstoß der Unternehmen könnte erfolgreich sein. Nach Informationen des Handelsblatts will die Bundesregierung in Brüssel dafür eintreten, zentrale Vorschriften des AI Acts zu verschieben. Ein ranghoher Regierungsvertreter verweist auf fehlende Standards und Normen: „Die Regeln liegen noch nicht vor – deshalb wollen wir auf einen Aufschub drängen.“

Auch auf EU-Ebene wächst die Bereitschaft zur Kurskorrektur. Kommissionsvizepräsidentin Henna Virkkunen stellt ausdrücklich in Aussicht, dass die Vorgaben für General-Purpose-Modelle, also Allzweckmodelle, erst später als geplant gelten könnten: „Wenn die Standards und Leitlinien nicht rechtzeitig fertig sind, sollten wir nicht ausschließen, einige Regelungen zu verschieben.“

Bundeskanzler Friedrich Merz und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Foto: Virginia Mayo/AP/dpa

An der KI-Regulierung der EU gibt es schon lange Kritik. Fachleute bemängeln, dass der Gesetzestext auf einem überholten Verständnis von KI basiert. Das Feld habe sich mit der Einführung von Allzweckmodellen wie dem hinter ChatGPT stehenden Modell GPT-4 rasant weiterentwickelt. Die Folge seien unklare Definitionen, überlappende Zuständigkeiten und ein großer Interpretationsspielraum. Der geplante Code of Practice, der Unternehmen bei der Umsetzung unterstützen soll, liegt bis heute nicht vor.

Diese Lücken versuchen US-Tech-Konzerne strategisch für sich zu nutzen – mit zunehmendem Erfolg. Wie die „Financial Times“ berichtet, trafen sich EU-Vertreter am Mittwoch erneut mit Unternehmen wie Microsoft, um über eine Abschwächung der Regeln zu sprechen. Die Nichtregierungsorganisation (NGO) LobbyControl warnt bereits, dass Big Tech durch enge Verbindungen zu Beratungsfirmen erheblichen Einfluss auf die inhaltliche Gestaltung des Verhaltenskodex gehabt habe.

Nun bekommen die großen US-Techfirmen auch noch Unterstützung durch rund 45 europäische Unternehmen. In einem offenen Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kritisieren Vertreter der Konzerne SAP und Airbus, des französischen KI-Anbieters Mistral und mehrerer deutscher Start-ups unklare Vorgaben und die zunehmende regulatorische Komplexität. Sie gefährde Europas Wettbewerbsfähigkeit bei KI. Statt sofortiger Verpflichtungen fordern sie einen pragmatischen Übergang. Ihre drei Wünsche: mehr Zeit, mehr Klarheit – und ein Regulierungsansatz, der innovationsfreundlich ist.

KI-Briefing

Wie die KI-Szene mit von der Leyen um den AI Act feilscht

04.07.2025
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Organisiert wurde das Schreiben von der Initiative „EU AI Champions“, hinter der unter anderem der US-Investor General Catalyst und Investorin Jeannette zu Fürstenberg stehen. Sie wollen laut einer Sprecherin einen Aufschub für zwei Jahre erreichen, in denen Europa eine „vernünftige Balance zwischen Sicherheit und Innovation“ entwickeln könne. Den AI Act aushebeln wolle die Initiative jedoch nicht. Seit gestern haben sich zudem weitere Firmen dem Vorstoß angeschlossen.

LobbyControl beobachtet die Einmischung von General Catalyst derweil kritisch. Es ist in Europa noch ein neues Phänomen, dass sich ein US-Wagniskapitalgeber so offensiv politisch einsetzt. Allerdings hat sich Jeannette zu Fürstenberg schon vor dem Zusammenschluss ihrer Firma La Famiglia mit General Catalyst politisch engagiert. 2023 hatte sie zusammen mit Unternehmen wie Airbus davor gewarnt, dass der AI Act die Wettbewerbsfähigkeit Europas gefährde.

Jeannette zu Fürstenberg, Investorin bei General Catalyst Foto: Marc-André Hergenröder

Doch Experten bezweifeln, dass eine Verschiebung für Start-ups wirklich sinnvoll wäre. Vielmehr würde es vor allem US-Konzernen nützen.

So hält Philipp Hartmann von der Initiative Applied-AI die Kritik zwar für nachvollziehbar. Er sagt aber auch: Viele der Pflichten im AI Act, etwa zu Transparenz oder Risikomanagement, seien ohnehin „Best Practices“, an denen sich Unternehmen aus eigenem Interesse orientieren sollten. Ein Aufschub helfe womöglich kurzfristig – aber langfristig vor allem der Konkurrenz aus den USA.

Der Jurist Philipp Hacker mahnt: „Der AI Act ist beschlossen – und muss jetzt auch angewendet werden. Alles andere wäre katastrophal für die Rechtssicherheit in Europa.“ Gerade deutsche Konzerne und Gründer bräuchten verlässliche Rahmenbedingungen. In einer Zeit ohne Regulierung könnten US-Firmen ihre KI-Systeme weiter in Europa verankern – ohne sich an europäische Standards halten zu müssen.

Was für und gegen einen Aufschub spricht:

  • Pro: Ein Aufschub des AI Acts könnte Unternehmen Zeit verschaffen, sich auf die neuen Anforderungen vorzubereiten und interne Prozesse entsprechend anzupassen. Gleichzeitig würde er der EU Gelegenheit geben, bislang unklare oder widersprüchliche Vorschriften nachzuschärfen und praktikabler zu gestalten. Besonders kleinere Anbieter und Start-ups könnten von Übergangsfristen profitieren, da sie weniger Ressourcen haben, um komplexe Regulierungen kurzfristig umzusetzen.
  • Contra: Ein Aufschub des AI Acts würde vor allem den großen US-Tech-Konzernen in die Hände spielen, die ihre KI-Systeme weiter unreguliert im europäischen Markt etablieren könnten – ohne sich an die geplanten Auflagen halten zu müssen. Damit droht Europas Anspruch, technologische Entwicklungen aktiv und wertebasiert zu gestalten, ins Leere zu laufen. Zugleich sind insbesondere Mittelständler und Industrieakteure auf verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen, um Investitionen zu tätigen und Innovationen rechtssicher umzusetzen.

Deshalb warnt auch der CDU-Europaabgeordnete Axel Voss vor einem falschen Signal: „Ich kann die Kritik verstehen, aber ein kompletter Aufschub ist politisch nicht sinnvoll und kaum realistisch.“ Er plädiert für Übergangsregelungen ohne sofortige Sanktionen – aber gegen eine vollständige Aussetzung.

Worüber die Szene spricht

Mari Sako, Professorin an der Saïd Business School in Oxford Foto: Privat

Über die Frage, was Manager künftig noch managen: Meine Kollegin Larissa Holzki war Anfang der Woche bei einem Roundtable an der Saïd Business School der Universität Oxford und hat interessante Gedanken dazu mitgebracht. Bei der Veranstaltungsreihe der Managementprofessorin Mari Sako diskutieren Wissenschaftler, Juristen und Journalisten unter anderem über die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf die Jobs hochqualifizierter Fach- und Führungskräfte.

Was dahinter steckt? Heute verbringen viele Manager einen Großteil ihrer Arbeitszeit mit Personalführung. Beim Roundtable kam die provokative Frage auf: Was bleibt ihnen, wenn in Unternehmen anstelle von Menschen immer häufiger KI-Agenten arbeiten? Zwei Thesen dazu: Erstens werden technische und analytisch-beratende Tätigkeiten zunehmend verschwimmen. Und zweitens wird Künstliche Intelligenz einen massiven Effekt auf den Wert von Arbeit haben.

Die Auswirkungen von KI auf berufliche Tätigkeiten lassen sich dabei in drei Gruppen unterscheiden:

  • Wissensbasierte Dienstleistungen wie Rechts- und Unternehmensberatung: Diese Jobs werden ergänzt und dauerhaft durch KI herausgefordert. KI-Agenten übernehmen wiederkehrende Aufgaben, große Sprach- und Denkmodelle erhöhen die persönliche Produktivität. Bankberater, so eine Überlegung, könnten in Zukunft vielleicht zehnmal mehr Klienten betreuen als derzeit.
  • Technische Tätigkeiten: In diesen Jobs werden Menschen KI-Systeme und deren Infrastruktur designen und betreiben. Sie setzen KI-Systeme in einen bestimmten Kontext ein, passen sie den speziellen Anforderungen an und steuern sie gemäß den geltenden Richtlinien.
  • Manuelle Arbeit: Tätigkeiten – die lange ein Imageproblem hatten – könnten zu einem zentralen Wettbewerbsvorteil werden, insbesondere bei handwerklichen Aufgaben sowie im Gesundheitswesen und in der Bildung.
KI-Diskussion in Oxford: Austausch im Innenhof des Lincoln College. Foto: Larissa Holzki

Beim Mittagessen saß Larissa schließlich neben einem Juristen, der die Auswirkungen auf seinen Job unter Kolleginnen und Kollegen für völlig unterschätzt hält. Er frage sich, wer eine Kanzlei wie die seine in ein paar Jahren überhaupt noch brauche. Die KI-Rechtsberatung sei dann so gut, dass Leute sich den Anwalt sparen würden. Ob er nochmal Jura studieren würde? Eher nicht.

Was Sie sonst noch wissen sollten

Arvind Krishna, CEO von IBM Foto: Bloomberg, Picture Alliance/dpa [M]

1. IBM macht bei KI einiges anders – und erlebt jüngst ein Rekordhoch an der Börse. Während die Konkurrenz auf gigantische Sprachmodelle setzt, entwickelt der als zurückgefallen geltende Konzern unter CEO Arvind Krishna kleinere, spezialisierte KI-Systeme für Unternehmen. Dort seien noch längst nicht alle Daten von KI-Modellen erfasst, so Krishna. Die vorsichtigere Strategie sei bewusst gewählt, sagte er im Handelsblatt-Interview. IBM wolle „der Investitionsblase nicht hinterherlaufen“. Philipp Alvares de Souza Soares und Felix Holtermann analysieren, wie Krishna IBM neu aufstellt und wie seine Wette aufgehen könnte.

2. Die KI-Rally ist zurück, doch viele Anleger verpassen den Boom. Während geopolitische Krisen und Handelskonflikte die Märkte dominieren, feiern KI-Aktien neue Höchststände. Papiere von Chipkonzernen wie Nvidia, AMD und TSMC haben seit April um bis zu 40 Prozent zugelegt, auch Anbieter aus der zweiten Reihe wie der Infrastrukturanbieter Vertiv oder das Energieunternehmen Vistra profitieren stark. Handelsblatt-Redakteur Andreas Neuhaus analysiert , warum es noch weiter aufwärts gehen dürfte.

AI Gigafactories: Eine Strategie für Deutschland fehlt noch. Foto: E+/Getty Images

3. Sechs deutsche Konsortien haben Interessenbekundungen für die AI Gigafactory eingereicht. Der Plan, ein gemeinsames Konzept aus der deutschen Industrie einzureichen, war zuvor gescheitert. Jetzt ringt Deutschland weiter um eine einheitliche Strategie für die europäischen Riesen-Rechenzentren. Insgesamt will die EU bis zu fünf Super-Rechenzentren mit Milliardenmitteln fördern. Ein Team von Handelsblatt-Reportern hat die Details zu den Interessenbekundungen recherchiert, nennt die Bewerber und berichtet, wo es an Konsens fehlt.

Apple Intelligence: Apple denkt über Abkehr von seiner KI-Strategie nach. Foto: Andrej Sokolow/dpa

4. Apple denkt offenbar über einen radikalen Wechsel seiner KI-Strategie nach. Derzeit prüfe der Konzern externe Modelle von OpenAI und Anthropic, berichtet Bloomberg. Demnach wird in Erwägung gezogen, sie in einer neuen Version von Apples Sprachassistentin Siri einzusetzen – ein Bruch mit dem bisherigen Fokus auf Eigenentwicklungen. Doch Apples eigene Modelle lieferten bisher zu schwache Ergebnisse, die Einführung der neuen Siri-Version wurde verschoben. Mein Kollege Philipp Alvares de Souza Soares berichtet, wie tief die Unsicherheit im KI-Team sitzt – und was der Kurswechsel für Apples Zukunft bedeutet.

5. Elon Musks KI-Start-up xAI erhält zehn Milliarden Dollar frisches Kapital. Die Hälfte stammt aus Anleihen und Darlehen, der Rest von strategischen Investoren. Das Geld fließt in den Ausbau des Chatbots „Grok“ und ein neues Rechenzentrum – allein 200.000 KI-Chips sollen darin verbaut sein. Meine Kollegen Felix Stippler und Stephan Scheuer berichten, warum Investoren trotz politischer Kontroversen an Musks Vision festhalten – und mit welchen Renditeversprechen xAI lockt.

KI-Pionier Jürgen Schmidhuber Foto: Laif, Getty Images, picture alliance/dpa [M]

6. Saudi-Arabien will eine Allzweck-KI entwickeln und setzt dabei auch auf einen deutschen Professor. Der Wüstenstaat investiert massiv in Forschung, Cloud-Infrastruktur und internationale Talente. An der Spitze: Jürgen Schmidhuber, der an der King-Abdullah-Universität ein neues KI-Zentrum aufbaut. Mit dem KI-Pionier habe ich darüber gesprochen, woher die Entschlossenheit im Königreich kommt, was Deutschland aus seiner Sicht falsch macht – und was das nächste große Ding in der KI-Entwicklung ist.

Grafik der Woche

Macht KI Menschen in Deutschland bereits arbeitslos? Diese Frage haben sich KI-Reporterin Lina Knees und unser Datenjournalismus-Chef Haluka Maier-Borst gestellt und Arbeitslosenzahlen aus den USA und Deutschland untersucht. Sie zeigen: In Berufen wie Grafikdesign, Logistik oder Softwareentwicklung ist die Arbeitslosigkeit zuletzt überdurchschnittlich gestiegen.

Im Gespräch mit Arbeitsmarktexpertinnen stellten sie aber fest: In der Breite gibt es noch keine drastischen Folgen. Allerdings brechen besonders bei Freelancern Aufträge weg – etwa im Text- und Programmierbereich. Schauen Sie sich unbedingt die gesamte Datenanalyse an.

Was wir lesen

Meta hat führende KI-Experten von Konkurrenten abgeworben. Der Konzern zahlt ihnen bis zu 100 Millionen Dollar für die Arbeit an der Superintelligenz. (Sherwood)

Lovable verhandelt über eine 150-Millionen-Dollar-Finanzierungsrunde. Damit würde das Start-up mit knapp zwei Milliarden Dollar bewertet werden. (Financial Times)

Immer mehr Anwälte setzen auf KI. Dabei sehen sie große Produktivitätsgewinne – und manchmal frei erfundene Fälle. (Fortune)

Lernen KI-Systeme besser von KI oder von Menschen? Die Antwort entscheidet über das Schicksal von Start-ups und die Entwicklung von KI. (The Information)

Sam Altman stellt sich gegen Robinhood. Der US-Broker will Kleinanlegern Minibeteiligungen an Firmen wie OpenAI anbieten – Sam Altman wehrt sich. (Techcrunch)

Kennen Sie schon...?

Vasi Philomin, Leiter des Bereichs Data & Artificial Intelligence von Siemens. Foto: Siemens

Wer ist Vasi Philomin? Der neue Leiter des Bereichs Data & Artificial Intelligence von Siemens und einer der führenden Köpfe im Bereich für KI-Grundlagenmodelle.

Wo kommt er her? Von AWS. Bei Amazons Cloudtochter hat er unter anderem die Entwicklung von KI-Grundlagenmodellen wie Amazon Titan Foundation beaufsichtigt und Amazon Bedrock aufgebaut, eine Plattform zur Nutzung und Integration verschiedener KI-Modelle.

Was hat er vor? Philomin soll bei Siemens das große KI-Modell für die Industrie entwickeln und das gesamte KI-Portfolio ausbauen.

Das sollten Sie ausprobieren

Lina Knees hat den „Crazy Ideator“ ausprobiert. Foto: Lina Knees | Screenshot

ChatGPT mit kreativer Persönlichkeit. Wir haben in unserem Netzwerk nach KI-Tipps für den Alltag gefragt. Darunter auch Dries Faems, der als Professor an der WHU Otto Beisheim School of Management Studierenden zeigt, wie sie generative KI am Arbeitsplatz nutzen können. Er verrät in der heutigen Ausgabe, wie er mit ChatGPT auf die besten Ideen kommt:

Dries Faems: Viele Prompts in ChatGPT liefern solide, aber vorhersehbare Vorschläge. Für wirklich neue Ideen fehlt mir oft der kreative Funken.

Ich habe deshalb ChatGPT mit einem Prompt und einem dauerhaften ChatGPT-Projekt eine eigene Identität gegeben: dem Crazy Ideator, der mir radikale und überraschende Ideen liefern soll. Dafür brauchen Sie einen ChatGPT Plus Account.

Und so geht’s: Öffnen Sie auf der linken Seite im ChatGPT-Fenster ein „Neues Projekt“ und klicken Sie auf „Hinweise“. Hier können Sie eingeben, wie ChatGPT Ihnen antworten soll.

Tragen Sie dort die Identität ein, die Ihr „Crazy Ideator“ haben soll. Meine Beschreibung sieht folgendermaßen aus:

„Du bist eine Expertin für radikale Kreativität, nicht-offensichtliche Ideenfindung und intellektuelle Provokation. Denke wie eine Mischung aus Futuristin, rebellischer Start-up-Gründerin und experimenteller Künstlerin. Nutze First-Principles-Thinking und laterales Denken, um Probleme auf überraschende Weise neu zu rahmen. Priorisiere Neuartigkeit, unerwartete Verbindungen und konträre Perspektiven statt sichere Ideen. Kommuniziere mutig und mit hoher Energie. Es ist okay zu provozieren oder zu widersprechen.“

Dries Faems, Professor an der WHU Otto Beisheim School of Management Foto: Berlin&Cramer

Nutzen Sie innerhalb des Projekts den Reasoning-Modus o3, um eine Lösung für ein Problem zu entwickeln. Fordern Sie das Reasoning-Modell außerdem auf, seine Ideen miteinander zu kombinieren.

Ein Prompt für eine konkrete Aufgabe könnte so aussehen:

„Entwickle ein innovatives Geschäftsmodell für folgendes Problem: Viele Menschen in Deutschland haben Schwierigkeiten, ihre Energierechnungen zu überblicken und rechtzeitig zu bezahlen. Deine Lösung sollte auf ungewöhnlichen, bislang wenig beachteten Einsichten basieren. Nutze dazu überraschende oder kontraintuitive Erkenntnisse, die du durch das kreative Kombinieren bestehender Informationen gewonnen hast.“

Bevor ich den Crazy Ideator erstellt habe, gab mir die KI Ideen wie „KI Dashboard zu Stromüberwachung“. Jetzt erhalte ich weitaus kreativere Ideen wie diese:

  • Energy Tamagotchi: ein digitales Haustier, das sich mit dem Energieverhalten verändert
  • Energy Karma Credits: ein spielerisches Bonuspunktesystem für sparsamen Verbrauch
  • Strom-Theater: gamifizierte Monatsabrechnungen mit Storytelling-Elementen

Wer eine größere Herausforderung sucht, kann Dries Faems Tutorial folgen und seinen ersten eigenen KI-Agenten bauen.

Wo Sie uns nächste Woche treffen

Hochleistungsrechenzentrum Stuttgart Foto: imago images/Arnulf Hettrich

In Stuttgart. Denn dort wird EU-Kommissionsvizepräsidentin Henna Virkkunen am Montag die Stuttgarter AI Factory HammerHAI besuchen, die bereits im April eröffnet wurde.

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Für Virkkunen ist es bereits die zweite Station in Deutschland im Rahmen ihrer AI-Factory-Tour: Im April war sie zu Gast im Forschungszentrum Jülich. Den Zwischenstopp in Stuttgart wollen die Verantwortlichen des Hochleistungszentrums gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von Schwarz Digits auch dazu nutzen, um ihre Interessenbekundung für eine „AI Gigafactory“ vorzustellen.

Ich werde live dabei sein und kommende Woche im KI-Briefing von der Veranstaltung berichten.

Das war das KI-Briefing Nummer 96. Mitarbeit: Larissa Holzki, Lina Knees, Hendrik Wünsche (Grafik). Wenn Sie auch nächste Woche wieder mitlesen wollen, abonnieren Sie das KI-Briefing am besten als Newsletter.

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