Kommentar: Digitale Patientenakte hätte mit Impfpass starten müssen
Impfung gegen das Coronavirus.
Foto: dpaBerlin. In der Debatte um die schleppenden Corona-Impfungen in Deutschland gehen andere Neuigkeiten schnell unter – selbst dann, wenn es sich um einen gesundheitspolitischen Meilenstein handelt. Seit Januar können Versicherte die elektronische Patientenakte auf ihr Handy herunterladen. Der Start läuft für eine Testphase einigermaßen gut, ist allerdings mit einigen Hürden verbunden.
Viele Krankenkassen beklagen, dass das Verfahren, mit dem sich Kunden identifizieren müssen, eine Zumutung ist. Außerdem sei Kunden der Nutzen der ePA noch schwer vermittelbar, denn tatsächlich sind die Funktionen noch begrenzt. Der digitale Impfpass soll etwa erst im kommenden Jahr in die ePA integriert werden.
Zu spät in der Coronakrise, denn dann sind hoffentlich die meisten Menschen geimpft. Die zuständigen Behörden verweisen auf offene technische Fragen, dabei stellt sich mir vor allem eine Frage: Wenn der Impfstoff in einem statt in sonst üblichen mehreren Jahren fertig werden kann, warum dann nicht der Impfpass? Der gelbe Impfpass gehört ins Museum, das digitale Pendant auf jedes Handy. Wenn nicht jetzt, wann dann!