Roche-Vorstand Hagen Pfundner: Zum Antragsrecht für Patientendaten: „Ich gehe davon aus, dass es klappen wird“
Der Schweizer Pharmakonzern hält an einer Formulierung im Koalitionsvertrag der Ampelregierung fest und rechnet mit einem besseren Zugang zu Patientendaten.
Foto: imago images/GeisserDüsseldorf. „Lauterbach wird kein großer Freund davon sein“, sagt Hagen Pfundner, Vorstandsmitglied des Schweizer Pharmakonzerns Roche. Er bezieht sich dabei auf ein Antragsrecht für Patientendaten. Die Chance für Pharmaunternehmen dazu könnte sich aus der Digitalstrategie ergeben, die heute von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach veröffentlicht werden soll.
Krankenhäuser und Arztpraxen könnten dazu verpflichtet werden, Patientendaten an ein Forschungsdatenzentrum weiterzugeben. Die Daten könnten dort gespeichert und auf Anfrage an Dritte weitergegeben werden. Bei Diskussionen unter der Vorgängerregierung habe die heutige Regierungspartei SPD, die auch die Partei von Lauterbach ist, ein solches Antragsrecht mehrfach abgelehnt, berichtet Pfundner.
Eine Passage im Koalitionsvertrag darüber, dass die private Forschung stärker eingebunden werden soll, stimmt den Roche-Vorstand aber positiv. „Ich gehe davon aus, dass es klappen wird“, kommentierte Pfundner nach einem Pressegespräch am vergangenen Dienstag Handelsblatt Inside gegenüber.
Dort präsentierte der Konzern auch seine Umsatzzahlen, die 2022 in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um rund 15 Prozent auf knapp 8,1 Milliarden Euro eingebrochen sind. Grund dafür sei der Rückgang der Pandemie. Auch im laufenden Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzrückgang.