Schiedsstelle: Konnektoren werden für rund 300 Millionen Euro ausgetauscht
Die Geräte helfen bei der Verbindung mit dem Gesundheitsdatennetzwerk.
Foto: APBerlin. Die Höhe der Kosten für den Konnektor-Austausch ist nun bekannt. Die gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen werden Arztpraxen pro Konnektor 2300 Euro erstatten, wie der Dachverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) gestern mitteilte. Für den Austausch der Geräte, von denen es laut Gematik in Deutschland 130.000 Stück gibt, dürften somit rund 300 Millionen Euro anfallen.
Hinzukommen laut GKV-Spitzenverband weitere Pauschalen, unter anderem für ein Software-Update zur Nutzung der elektronischen Patientenakte. Die Krankenkassen stellen den Arztpraxen somit insgesamt fast 400 Millionen Euro für die Digitalisierung zur Verfügung. Die Höhe des Betrags hat am Montag eine Schiedsstelle bestimmt, nachdem sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband bei einer Verhandlung nicht einigen konnten.
Konnektor-Tausch ist umstritten
Die Entscheidung zum Austausch der Konnektoren wird immer wieder diskutiert. Bei den Konnektoren handelt es sich um Router, die Arztpraxen mit dem Gesundheitsdatennetzwerk, der Telematikinfrastruktur (TI), verbinden. Hierdurch soll ein sicherer Datenaustausch möglich sein. Die Sicherheitszertifikate auf Chipkarten in den Konnektoren laufen jedoch nach fünf Jahren ab, sodass die Geräte nicht mehr verwendbar sind. Eine Möglichkeit, die Zertifikate in den Konnektoren mit einer Software zu verlängern, lehnten die Gesellschafter der Gematik ab. Laut Gematik sei dieses Vorgehen zu unsicher.