Alischer Usmanow: Hatte der Oligarch Hilfe bei illegalen Steuerdeals?
Düsseldorf. Die Kanzlei Pöllath + Partners gehört zu den ersten Adressen in Deutschland, wenn es um die Beratung von reichen Mandanten geht. Davon hat offenbar auch Alischer Usmanov gehört. Der russische Oligarch jedenfalls hat sich die Dienste von Pöllath gesichert. Die Anwälte sollten helfen, sein Milliardenvermögen möglichst steuerschonend zu verwalten.
Für Pöllath wird das Mandat nun zu einem Problem. Ein namhafter Partner der Kanzlei soll gemeinsam mit einem Steuerberater aus Baden-Württemberg bei der Beratung Usmanovs die Grenzen des Legalen womöglich überschritten haben, erfuhr das Handelsblatt aus Justizkreisen. Die Staatsanwaltschaft führt den Pöllath-Partner als Beschuldigten. Der Steuerjurist gilt als Spezialist für die Beratung in Vermögens- und Nachfolgefragen.
Am Mittwoch rückten Ermittler zur Razzia aus und durchsuchten sowohl die Kanzleiräume von Pöllath in München als auch die des Steuerberaters. Auf Nachfrage bestätigte ein Behördensprecher, „dass in zwei bei der Staatsanwaltschaft München II geführten Ermittlungsverfahren gestern Durchsuchungsmaßnahmen in mehreren Objekten in München und Baden-Württemberg durchgeführt wurden.“