Energiekrise in Europa: Wie wahrscheinlich ist ein Gasnotstand?
Einsparmaßnahmen zeigen Wirkung.
Foto: dpaDüsseldorf. Bislang ist der Herbst ungewöhnlich mild, die Erdgasspeicher sind zu 99,5 Prozent gefüllt und die Deutschen verbrauchen weniger Gas als üblich. Erste Politiker sind überzeugt: „Es wird in diesem Winter keine Gasmangellage geben.“ Das sagte etwa Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) vor wenigen Tagen.
Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller warnt aber davor, die aktuelle Situation zu unterschätzen: „Wir haben viel Gas gespeichert, aber der Winter kann lange dauern“, schrieb der Behördenchef kürzlich auf Twitter. Um eine Gasmangellage zu vermeiden, müsse Deutschland weiter sparen, Flüssiggasterminals bauen und die Infrastruktur sichern.
Aber wie steht es um die Gasversorgung im kommenden Winter? Was sagen Wetterprognosen und wie lange reichen unsere Speicher? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Energie-Krise in Europa: Wo kommt unser Erdgas aktuell her?
Aktuell importiert Deutschland einen Großteil seines Erdgases aus Norwegen, den Niederlanden und Belgien. Von dem ehemals größten Gaslieferanten Russland kommt seit Anfang September gar nichts mehr.
Zusätzlich zu den Gasmengen, die über Pipelineverbindungen nach Deutschland gelangen, importiert die Bundesrepublik aktuell auch mehr Flüssigerdgas (LNG) als vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine.