Windkraft: So profitieren Siemens Gamesa und RWE vom US-Boom
Lange hatten die USA beim Thema Windkraft auf hoher See geschlafen, während die Europäer die Windparks vor ihren Küsten stark voranrieben.
Foto: APNew York, Brüssel. Wer von der Humboldt Bay im Norden Kaliforniens mit dem Schiff nach Westen fährt, könnte in Zukunft schwimmende deutsche Windräder am Horizont sehen. Wenige Wochen vor Weihnachten hat die Offshore-Wind-Sparte des Essener Energiekonzerns RWE bei einer Auktion den Zuschlag für einen Windpark 40 Kilometer vor der amerikanischen Westküste erhalten.
Dort will RWE Offshore Wind bis Mitte der 2030er-Jahre Windräder installieren, die 1,6 Gigawatt Strom produzieren können – genug, um 640.000 Haushalte mit erneuerbarer Energie zu versorgen.
Lange hatten die USA beim Ausbau der Windkraft auf hoher See geschlafen, während die Europäer die Windparks vor ihren Küsten stark vorantrieben. Bisher gibt es in den Vereinigten Staaten nur zwei kleine Pilotprojekte in Rhode Island und Virginia, wo sich insgesamt gerade mal sieben Turbinen drehen. Doch nun holen die Amerikaner auf.
Erneuerbare Energien: Windkraftanlagen für zehn Millionen Haushalte
US-Präsident Joe Biden hat offiziell das Ziel ausgerufen, bis 2030 Offshore-Windräder für eine Energieproduktion von insgesamt 30 Gigawatt zu bauen, womit man zehn Millionen Haushalte versorgen könnte. Dafür hat die Regierung großzügige Steuernachlässe beschlossen. Sie sind Teil des „Inflation Reduction Act“ (IRA), des großen Gesetzespakets, mit dem die USA ihre Defizite beim Klimaschutz ausgleichen wollen.