Gaslieferungen: „Es gibt Kapazitäten“: Wie schnell Europa russisches Gas ersetzen könnte
Bei der Abkehr von russischem Gas schaut Europa vor allem nach Norwegen.
Foto: dpaBerlin. Wie es gehen kann, zeigte vor einer Woche Litauen. Als erster Staat der EU kommt das Land mit seinen 2,7 Millionen Einwohnern seither ohne russische Gaslieferungen aus, versorgt sich komplett über das Flüssiggas-Terminal in der Ostsee-Hafenstadt Klaipeda, so sagt es der litauische Energieminister Dainius Kreivys.
Wie es in Deutschland gehen könnte, mit 83 Millionen Einwohnern und einer gashungrigen Industrie, das rechnet Jarand Rystad im Gespräch mit dem Tagesspiegel vor.
Der Physiker und frühere McKinsey-Berater leitet die größte Energieberatungsfirma in Norwegen, weltweit aktiv und führend in der Analyse für die Öl- und Gasindustrie. Auch das Öl-Kartell OPEC gehörte bereits zu den Kunden. Die Töne, die Rystad in seinem Büro mit Blick auf den Fjord von Oslo anschlägt, klingen optimistisch.
Gewaltige 155 Milliarden Kubikmeter Erdgas importierten EU-Staaten zuletzt aus Russland. Doch: „Bis 2023 könnte Europa bereits auf zwei Drittel seiner Gasimporte aus Russland verzichten. Norwegen könnte hier eine wichtige Rolle spielen. Es ist ein gutes Stück von seinen vollen Möglichkeiten entfernt“, sagt Rystad.