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BahnindustrieBatterie, Elektro, Wasserstoff: Alstom bietet jetzt das komplette Zugsortiment

Der Bahntechnikkonzern ist der erste Zugbauer mit allen Typen emissionsfreier Antriebe. Neue Züge sollen zwischen Chemnitz und Leipzig die Lücke im Elektronetz schließen. Dieter Fockenbrock 05.02.2020 - 08:30 Uhr

Sieht aus wie ein normaler Dieselzug, fährt aber mit Wasserstoff.

Foto: Handelsblatt

Berlin. Der französische Bahntechnikkonzern Alstom ist der erste Zughersteller, der jetzt alle Typen emissionsfreier Antriebe für den Schienenverkehr anbietet. Alstom wird elf Coradia-Continental-Züge mit Batterietechnik für den Regionalverkehr auf der Strecke Leipzig-Chemnitz bauen und liefern. Die Verträge dazu sind nach Angaben des Unternehmens gerade mit dem Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) unterzeichnet worden.

Seit anderthalb Jahren fahren auch schon Wasserstoff-angetriebene Regionalzüge von Alstom in Norddeutschland. Alle Fahrzeuge sind aus dem Standardprogramm des Zugherstellers entwickelt worden, das diesel- wie elektrisch (mit Oberleitung) angetriebene Fahrzeuge umfasst. „Wir können damit Kunden beraten, welches Konzept das beste für sie ist“, sagte Deutschlandchef Jörg Nikutta dem Handelsblatt.

Alstom hatte schon 2014 einen Vertrag mit dem VMS über 29 Coradia Elektro-Regionalzüge unterzeichnet. Um die 80 Kilometer nichtelektrifizierte Strecke zwischen den Städten Chemnitz und Leipzig zu überbrücken, hätten der Auftraggeber eine Batterievariante angefragt.

Batteriezüge mit Reichweiten um 100 Kilometer gelten als Ergänzung für Regionalnetze, die nicht komplett mit Oberleitungen elektrifiziert sind. Alstom-Konkurrent Stadler erprobt gerade einen Batteriezug im Raum Kiel. Siemens testet seinen Desiro ML in Österreich.

In Mitteldeutschland sollen die neuen Alstom-Züge 2023 den Betrieb aufnehmen. Das Unternehmen wird sie auch bis 2032 instandhalten. Das Gesamtvolumen des Auftrags umfasst den Angaben zufolge 100 Millionen Euro.

Nikutta sieht Deutschland bei emissionsfreien Antriebstechniken in der „Vorreiterrolle“. Dabei spiele auch der Produktionsstandort Salzgitter eine wesentliche Rolle. „Die Kunst besteht darin, die alternativen Antriebe in das Fahrzeug zu integrieren“, sagte der Alstom-Manager.

Beim Continental-Zug sind die Lithium-Ionen-Batterien auf dem Dach montiert. Die dreiteiligen Züge sind 56 Meter lang und mit 150 Sitzen ausgerüstet. Im Batteriemodus werden sie laut Alstom eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometer in der Stunde fahren können.

Das Marktpotenzial für Batterie- oder Brennstoffzellen-Züge ist nach Einschätzung der Industrie gewaltig. Allein in Deutschland sind mehr als 1000 Dieseltriebwagen unterwegs. „Diese Fahrzeuge werden alle einmal ersetzt werden, die Frage ist nur wann?“ sagte Nikutta.

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