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E-Commerce Onlinehändler Alibaba meldet Gewinneinbruch

Chinas Internetplattformen leiden unter strengerer Regulierung und großem Wettbewerb. Alibaba kassiert deswegen die Umsatzprognose für das Gesamtjahr.
18.11.2021 - 14:31 Uhr Kommentieren
Die weltgrößte Verkaufsaktion rund um den Singles' Day hat großen Online-Händlern wie Alibaba und JD.com in diesem Jahr Verkaufsrekorde gebracht. Quelle: dpa
Rekordumsätze bei weltgrößter Rabattschlacht in China

Die weltgrößte Verkaufsaktion rund um den Singles' Day hat großen Online-Händlern wie Alibaba und JD.com in diesem Jahr Verkaufsrekorde gebracht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der chinesische Onlinehändler Alibaba wächst langsamer als erwartet und kämpft mit einem deutlichen Gewinnrückgang. Organisch legte der Umsatz des Unternehmens in den drei Monaten zwischen Juli und September um 16 Prozent zu, deutlich weniger als von Analysten erwartet. Der Gewinn schrumpfte um 39 Prozent, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Als Grund nannte das Unternehmen höhere Investitionen. Alibaba spüre „wirtschaftlichen Gegenwind und wachsenden Wettbewerb“, sagte CEO Daniel Zhang.

Die Zahlen spiegeln das langsamere Wirtschaftswachstum in China sowie die strengere Regulierung der heimischen Internetplattformen wider. Die Verschärfung der Regulierung soll die Marktmacht der großen Internetplattformen begrenzen und Wettbewerb fördern. Als Reaktion hatte Alibaba seine Investitionen in neue Geschäftsbereiche deutlich erhöht und angekündigt, in den kommenden Jahren Milliardensummen zu spenden.

Im zweiten Quartal, das bei Alibaba im September endet, erzielte der Konzern einen Umsatz von umgerechnet 31,4 Milliarden Dollar und verfehlte damit die Erwartungen der Analysten. Die Aktie gab daraufhin deutlich nach und verlor im laufenden Handel bis zu 9,8 Prozent.

Für das Gesamtjahr rechnet Alibaba nun noch mit einem Umsatzwachstum von 20 bis 23 Prozent statt knapp 30 Prozent. Es wäre der geringste Zuwachs seit dem Börsendebüt in New York im Jahr 2014. Das Geschäftsjahr von Alibaba endet im März 2022.

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    Ein Grund die Korrektur der Prognose: Das Wachstum dürfte sich auch im laufenden Quartal weiter abschwächen. Darauf deuten die Umsatzzahlen bei der Verkaufsaktion rund um den sogenannten Singles‘ Day am 11.11. hin. Waren im Wert von umgerechnet 84,5 Milliarden Dollar setzte Alibaba im knapp dreiwöchigen Aktionszeitraum um. Bei Konkurrent JD.com betrug das Verkaufsvolumen 54,6 Milliarden Dollar. Allerdings wuchs JD.com mit einem Plus von 28 Prozent deutlich mehr als Alibaba, der 8,5 Prozent zulegte. Für den Branchenführer war es der geringste Zuwachs seit Erfindung des Singles‘ Day.

    Allerdings müssen die Zahlen auch im Kontext des wachsenden regulatorischen Drucks bewertet werden. Experten gehen davon aus, dass Alibaba vor diesem Hintergrund ganz bewusst keine neuen spektakulären Umsatzrekorde vermelden wollte. So seien die Werbeaktionen rund um den Verkaufstag deutlich zurückhaltender ausgefallen als in den Vorjahren.

    Chinesischer Staat setzt mehr auf allgemeinen Wohlstand statt auf Gewinnmaximierung

    Bislang habe man sich auf das Wachstum konzentriert, aber inzwischen verlagere sich der Fokus auf „die Rolle, die man in der Gesellschaft spielt“, hatte Marketing-Chef Chris Tung die Verkaufszahlen kommentiert. Denn die chinesische Staatsführung erwartet von Unternehmen, sich künftig stärker für das politische Ziel des „allgemeinen Wohlstands“ einzusetzen. Alibaba hatte deshalb bereits im September angekündigt, in den kommenden fünf Jahren 15,5 Milliarden Dollar zu spenden.

    Die Zahlen bestätigen jedoch auch einen Trend, der sich auf dem chinesischen E-Commerce-Markt bereits zuvor abgezeichnet hat: Alibaba wächst langsamer als sein größter Wettbewerber JD.com. Der Marktanteil des Branchenführers dürfte in diesem Jahr erstmals unter 50 Prozent fallen, prognostiziert das Marktforschungsunternehmen Emarketer.

    Der E-Commerce-Konzern, der jahrelang weitgehend ungebremst wachsen konnte und den chinesischen Markt dominierte, wird nun stärker reguliert. Chinas Finanz-, Internet- und Wettbewerbsbehörden haben eine ganze Reihe neuer Gesetze auf den Weg gebracht, die die Plattformkonzerne des Landes stärker regulieren und ihre Marktmacht einschränken sollen.

    Im November vergangenen Jahres wurde der geplante Mega-IPO der Alibaba-Finanzdienstleistungstochter Ant kurzfristig untersagt. Alibaba hält noch knapp ein Drittel an Ant. Im Mai verdonnerten Chinas Wettbewerbshüter Alibaba zu einer Rekordstrafe von 18,2 Milliarden Yuan, umgerechnet rund 2,8 Milliarden Dollar.

    Die Begründung: Das Unternehmen habe seine marktbeherrschende Position ausgenutzt und Händler daran gehindert, ihre Waren auf anderen Einkaufsplattformen zu verkaufen. Diese Praxis wurde dem Unternehmen untersagt.

    E-Commerce in China: Konkurrenz gewinnt Marktanteile

    Konkurrenten wie JD.com und Pinduoduo haben darauf mit verstärkten Investitionen reagiert, um die Nutzer von Alibaba für sich zu gewinnen.

    JD.com, der ebenfalls heute Zahlen veröffentlicht, vermeldet einen Umsatzanstieg von mehr als 25 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das Unternehmen habe „das Branchenwachstum in China im dritten Quartal übertroffen", betonte Konzernchef Lei Xun. Allerdings ging das Wachstum zulasten der Profitabilität. JD.com schrieb in den vergangenen drei Monaten einen Verlust von umgerechnet rund 400.000 Dollar.

    Investoren hofften zuletzt auf ein Ende der Regulierungswelle. Allerdings äußerten Chinas Marktaufseher Anfang der Woche ein „hohes Maß an Besorgnis“ an der Praxis des gemeinschaftlichen Gruppenkaufs, der in China sehr beliebt ist. Dabei schließen sich Kaufinteressenten eines bestimmten Produkts zu größeren Gruppen zusammen, um höhere Rabatte zu erhalten. Da Vorreiter Pinduoduo Alibaba zuletzt Marktanteile abgerungen hat, ist auch der Konzern stärker in das Geschäft eingestiegen und hat Milliarden investiert.

    Der dadurch entstehende Preisdruck setze kleinere Geschäfte unter Druck und beschädige dadurch die Entwicklung bestehender Lieferketten und störe die soziale Ordnung, monierten die Aufseher. Ein deutlicher Warnschuss für Alibaba und Co.

    Mehr: Showdown am Singles' Day: Alibaba spürt harte Konkurrenz.

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