Hanwag: Wie Wanderschuhe die Modewelt begeistern
München. Wo sich die Steige hinaufwinden und die Gletscher fließen, wo die Almblumen blühen und sich die Felsen auftürmen, dort ist Hanwag seit mehr als 100 Jahren zu Hause. Generationen von Alpinisten haben Gipfel rund um die Erde mit den Stiefeln aus dem oberbayerischen Vierkirchen erklommen.
Inzwischen stolzieren Trendsetter mit den Zwiegenähten, also robusten Schuhen mit Doppelnaht, von Hanwag über die Champs-Élysées und den Kurfürstendamm. Die Traditionsfirma hat sich in den vergangenen Monaten mit verblüffendem Erfolg in die Fashion-Welt aufgemacht. Innerhalb weniger Monate wandelte sich Hanwag von einer vor allem von Bergsteigern und Wanderern geschätzten Marke zu einem weltweit angesagten Label.
Hanwag-Geschäftsführer Thomas Gröger zeigt beispielhaft, wie sich unternehmerischer Mut auszahlt – und dass sich der ganz große Wurf nicht unbedingt planen lässt. Denn beinahe wäre es nie zu dem Triumph in der Modeszene gekommen. Den abgedroschenen Spruch „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ hatte Gröger nämlich über Jahre wörtlich genommen.
So gelang Hanwag der Vorstoß in die Modewelt
Für den Schuh-Fabrikanten waren Bergsportler und Outdoorhändler das Maß aller Dinge. Daher ließ Gröger Atith Kotsombat mehrere Male abblitzen. Der Gründer der Münchener Agentur Akkvrat hatte über Monate hinweg immer wieder angerufen und vorgeschlagen, Hanwag vom Gebirge auf den Laufsteg zu bringen.