Inflation: Teure Kredite und steigende Zinsen belasten Dax-Unternehmen
Die Mitte 2022 eingeleitete Zinswende versetzt Deutschlands Unternehmen in Aufruhr.
Foto: dpaDüsseldorf. Die seit Mitte vergangenen Jahres rasant steigenden Zinsen treiben Deutschlands Unternehmen zur Flucht aus den Verbindlichkeiten. Nur noch sechs der 32 Dax-Unternehmen, die nicht selbst Kredite vergeben, vergrößerten 2022 ihre Außenstände. Das ergaben Bilanzanalysen des Handelsblatts.
Der Rest bemühte sich um Rückzahlungen. In der Folge kappte knapp die Hälfte der Konzerne ihre Nettoinvestitionen im Vergleich zum Vorjahr. Gerade einmal ein Drittel verzeichnete noch nennenswerte Zuwächse.
„Die Finanzierung von Investitionen für Unternehmen ist komplizierter geworden, da von Banken eine höhere Eigenkapitalquote bei Krediten verlangt wird als in den vergangenen Jahren“, berichtet Daniel Schmitz, NRW-Chef der Schweizer Privatbank Pictet. „Aufgrund dessen sind Unternehmen aktuell weniger bereit, risikoreichere Investments außerhalb des Unternehmens einzugehen.“
Im Juli 2022 hatte die Europäische Zentralbank eine Kehrtwende in ihrer Geldpolitik vollzogen und den Leitzins erstmals nach Jahren von null auf 0,5 Prozent erhöht. Im weiteren Verlauf des Jahres gab es drei weitere Anhebungen. Seit Mitte März 2023 hält ihn die EZB sogar bei 3,5 Prozent.