Lufthansa: Wie Passagiere den Streik bei Eurowings erleben
Viele Flüge wurden gestrichen.
Foto: ReutersDüsseldorf. Neapel, Nizza, Barcelona, Berlin, Mailand, Venedig: Zwei Drittel der Eurowings-Flüge ab Düsseldorf sollen am heutigen Donnerstag wegen des Pilotenstreiks der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit ausfallen. Diese hatte zum Arbeitskampf von 00.00 bis 23.59 Uhr aufgerufen.
Das Chaos am Airport ist bislang ausgeblieben. Im Terminal A/B am Düsseldorfer Flughafen ist es ruhig. Auf den Bänken vor den Abflugtafeln aber häufen sich betrübte Menschen und gepackte Koffer: „Ärgerlich ist das“, schimpft ein Fluggast. Er sagt, dass er keine Lust mehr auf den geplanten Urlaub habe.
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Ein Fluggast auf dem Weg nach Spanien berichtet: „Ich wurde umgebucht auf morgen früh.“ Die Frau vor ihm hofft: „Manche schaffen es noch auf einen Lufthansa-Flug.“ Einige Fluggäste werden sich auf den Weg zum nahe gelegenen Flughafen Köln/Bonn machen müssen, um von dort abzureisen.
Ein Paar auf dem Weg in den Athen-Urlaub hatte Glück: Es wird mittags mit Aegean Airlines in die griechische Hauptstadt fliegen. „Gestern Abend haben wir von dem Streik erfahren, da haben wir uns natürlich sofort um eine Umbuchung bemüht.“
Lufthansa-Konzern: Viele Eurowings-Flüge fallen wegen des Streiks aus
Besonders hart betroffen von der Streikaktion waren die deutschen Flughäfen. Allein in Düsseldorf, dem größten Standort von Eurowings, wurden nach früheren Angaben des Flughafens 118 Flüge abgesagt. In Köln/Bonn wurden 61 der geplanten 90 Verbindungen gestrichen, in Hamburg 72 und in Stuttgart 54 Flüge. Da Eurowings die Kunden rechtzeitig informiert habe, habe es an den Airports aber keine Probleme gegeben, hieß es übereinstimmend an den Flughäfen.
Passagiere warten am Flughafen in Köln-Bonn.
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Eurowings will trotz des Streiks die Hälfte des Programms durchführen. Durchschnittlich bietet die Fluggesellschaft täglich rund 500 Flüge an und befördert dabei 50.000 bis 70.000 Passagiere zu Reisezielen in Deutschland und Europa. Die Vereinigung Cockpit hat zum Streik bei der Lufthansa-Tochter aufgerufen, nachdem die Verhandlungen über einen Manteltarifvertrag gescheitert waren.
Zehn Gesprächsrunden hätten zu keiner nennenswerten Annäherung geführt, argumentiert die Pilotengewerkschaft. Ihre zentrale Forderung ist die Entlastung der Beschäftigten etwa durch die Reduzierung der maximalen Flugdienstzeiten sowie die Erhöhung der Ruhezeiten.
Streik bei Lufthansa-Tochter: Flüge von Eurowings Deutschland betroffen
Eurowings besteht aus zwei Flugbetrieben. Betroffen vom 24-stündigen Arbeitskampf sind nur Flüge von Eurowings Deutschland, nicht die von Eurowings Europe. Die Airline versucht, die Streikfolgen für Fluggäste so gering wie möglich zu halten. Personalchef Kai Duve hatte die Arbeitsniederlegung als unverhältnismäßig und unverantwortlich bezeichnet.