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McDonald's, Subway und Co.Das Geschäft mit Fast-Food-Ketten boomt

Die Systemgastronomie wächst kräftig. Sie krempelt dank innovativer Konzepte die gesamte Branche um. Das zeigt die Messe Internorga.Axel Höpner und Christoph Kapalschinski 11.03.2018 - 19:23 Uhr Artikel anhören

25 neue Filialen sollen in Deutschland in den kommenden Monaten eröffnet werden. Die Systemgastronomie wächst - zu Lasten der traditionellen Gaststätten.

Foto: Getty Images; Per-Anders Pettersson

München, Hamburg. Die Sandwichkette Subway schien in Deutschland kurz vor dem Zerfall zu stehen: Vor einigen Jahren kündigten mehrere wichtige Franchisenehmer die Treue und machten sich unter eigener Flagge selbstständig. Doch heute hat Deutschlandchef Hans Fux ganz andere Pläne: Für 2018 plant er das siebte Jahr mit Umsatzplus in Folge – und in den kommenden Monaten allein 25 neue Filialen an Shell-Tankstellen bundesweit, Betreiber für eine ganze Reihe weiterer Läden haben bereits unterschrieben.

Subway ist kein Einzelfall. Die Systemgastronomie wächst – nicht nur an den Lebensadern der schnelllebigen Gesellschaft, den Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen, sondern auch in den Innenstädten. Der Einzelhandel in den Städten tut sich schwer in Zeiten der immer stärkeren Konkurrenz durch Amazon und Co., folglich vermieten Immobilieneigentümer und Shoppingmalls liebend gern an die Gastronomie.

Davon profitieren vor allem die Systemgastronomen. Selbst McDonald’s und Burger King verzeichnen dank verbesserter Konzepte – etwa neuen Küchen und Tischbedienung bei Burger King – wieder steigende Umsätze in Deutschland. „Der Trend wird sich fortsetzen“, ist Torsten Petersen, Geschäftsführer bei der Enchilada Franchise GmbH überzeugt. Angesichts immer strengerer Auflagen und Vorschriften hätten es Einzelkämpfer zunehmend schwerer, daher werde sich der Siegeszug der Ketten fortsetzen.

Insgesamt konnten die 100 führenden Gastrounternehmen ihren Nettoumsatz im vergangenen Jahr um gut fünf Prozent auf 13,7 Milliarden Euro steigern, ergab die aktuelle Branchenerhebung von „Foodservice“ zur Messe Internorga.

Auch Subway-Manager Fux glaubt, dass der Trend zu frischen Angeboten ihm zugutekommt. „Wir suchen weitere Kooperationspartner wie Shell, mit denen wir wachsen können“, sagte er dem Handelsblatt. Nach einem ersten Markttest in Berlin will er künftig auch im Rheinland und in Hamburg mit dem Lieferdienst Delivery Hero zusammenarbeiten.

Im laufenden Jahr sollen zudem die Filialen ein neues Design bekommen – mit neuem Logo und modernerer Einrichtung. Mit den turnusmäßigen Renovierungen kommen etwa Touchscreens für den Bestellvorgang in die Läden – wie sie aktuell auch Vapiano aufstellt. Die seit Kurzem börsennotierte Italien-Kette hat ebenfalls zu Wachstum zurückgefunden. Chef Jochen Halfmann verspricht den Anlegern Dynamik etwa durch neue Mitnahmestationen.

Konzeptvielfalt gefragt

Andere Betreiber setzen dagegen auf Konzeptvielfalt, wie sie der Flughafen-Spezialist Mövenpick vorgemacht hat. Enchilada aus München etwa hat inzwischen zehn verschiedene Franchisekonzepte und zehn Einzelbetriebe. Dazu gehören unter anderem die Restaurants von Besitos, Burger Heart, PommesFreunde und vor allem das rasant wachsende Dean&David, das mit Salaten vor allem eine gesundheitsbewusste Klientel anspricht.

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2017 steigerte die Gruppe den Umsatz um fast 15 Prozent auf 167,5 Millionen Euro. Insgesamt eröffneten im vergangenen Jahr 31 neue Restaurants, die Zahl der Filialen stieg so auf 191. „Wir können zum Beispiel eine Stadt mit mehreren Konzepten bespielen.“ Die Gruppe könne Synergien nutzen, etwa in Einkauf und Verwaltung, sagte Karsten Rüdiger, ebenfalls Geschäftsführer der Enchilada Franchise GmbH – ohne abhängig von Modewellen zu sein.

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Leidtragende der Entwicklung sind die traditionellen Gastronomen. Deren Lieferanten reagieren: „Wenn wir etwas Neues auf den Markt bringen, sind das inzwischen meist Komplettkonzepte“, sagte Nestlé-Professional-Chef Martin Sachse dem Handelsblatt auf der Internorga-Messe. Statt einzelner Produkte bietet Nestlé etwa mit einem Partner tiefgefrorenen Pizzateig, Tomatenaufstrich und Rezepte, finanziell durchgerechnete Kalkulationen und Werbemittel an. Klassische Gastronomen können somit ähnlich arbeiten wie Systemgastronomen. Für Bäcker hat Nestlé neue Aufstriche im Programm, mit denen sich ein Frischekonzept gestalten lässt. Zudem kommen immer mehr Produkte mit Rezeptideen, die auch ungelernte Kräfte umsetzen können. Sachse stärkt den Außendienst, um die neuen Angebote bekanntzumachen.

Dr. Oetker geht noch einen Schritt weiter und bietet auf der Messe sogar Ladenbaukonzepte für Gastronomen an. Der Erfolg der Systeme strahlt so auf die ganze Branche ab.

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