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Pandemie Corona und Reisen: Die wichtigsten Antworten für Osterurlauber

Wer einen Urlaub über Ostern im Ausland gebucht hat, kann diesen wahrscheinlich durch die Coronakrise nicht antreten. Was jetzt wichtig ist.
16.03.2020 - 15:22 Uhr 1 Kommentar
Corona und Urlaub: Fragen und Antworten für Reisende Quelle: dpa
Urlaub

Wer seinen Urlaub in den nächsten Wochen geplant hatte, muss sich wegen den Folgen des Coronavirus jetzt möglicherweise eine alternatives Reiseziel suchen. 

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Coronapandemie bereitet in Europa genau zwei Wochen vor Ostern vielen Urlaubern Probleme. Viele Länder haben ihre Grenzen schon geschlossen, die Bundesregierung rät wegen der Coronavirus-Krise von allen nicht notwendigen Reisen ins Ausland ab.

Der geplante Skiurlaub in Südtirol oder das Erholungswochenende auf Sylt dürften jetzt ausfallen.

Viele Verbraucher möchten die gebuchte Urlaubsreise deswegen am liebsten stornieren. Aber geht das überhaupt? Und wer trägt die Kosten? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt.

Wo ist die Einreise nicht mehr erlaubt?

Schleswig-Holstein hatte als erstes Bundesland seine Inseln in Nord- und Ostsee abgeriegelt. Zu den betroffenen Inseln gehören Sylt, Amrum, Föhr, Fehmarn und die Halbinsel Nordstrand. Zutritt haben nur noch Anwohner, die ihren ersten Wohnsitz auf den Inseln haben oder Beschäftigte, die auf den Inseln arbeiten.

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    In Mecklenburg-Vorpommern werden die Maßnahmen auf den Inseln Rügen, Usedom, Hiddensee und Poel schrittweise eingeführt – wegen der Größe der Inseln und der zahlreichen direkten Verbindungen aufs Festland, hieß es.

    Auch hier sind lediglich Personen, die ihren ersten Wohnsitz auf einer der Inseln haben oder zur Arbeit auf die Inseln müssen, von den Zugangsbeschränkungen ausgenommen. 

    Besonders viele Urlauber nutzen die Osterferien auch traditionell für eine letzte Gelegenheit zum Skifahren. Auch das wird in den nächsten Wochen schwierig: Südtirol hat seine Skisaison bereits am 10. März offiziell beendet, Hotels und Skilifte sind geschlossen. In Tirol stehen das Paznauntal mit Ischgl, Kappl, See und Galtür sowie die Gemeinde St. Anton am Arlberg unter Quarantäne.

    Einreiseverbote haben aber auch bereits ganze Länder verhängt. Das sind aktuell (Stand 16.03.): USA, El Salvador, Jamaika, Guatemala, Argentinien (ab 17.03.), Peru (ab 16.03.), Tschechien, Slowakei, Kosovo, Ukraine, Kasachstan, Kirgistan, Israel, Jordanien (ab 16.03.), Oman (ab 15.03.), Saudi-Arabien, Libanon, Indien, Bhutan, Nepal, Südafrika, Singapur, Kiribati, Marshallinseln, Samoa, Trinidad und Tobago. Auch in Frankreich, Polen, Tschechien und Dänemark werden Reisende nicht mehr ohne triftigen Grund ins Land gelassen.

    Kann eine gebuchte Reise jetzt kostenlos storniert werden?

    Eine allgemeine Regelung gibt es dazu nicht. Das Auswärtige Amt schreibt auf seiner Homepage, dass Kunden eine Pauschalreise kostenlos stornieren können, „wenn am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe 'unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände' auftreten“. Das gilt zum Beispiel, wenn das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für entsprechende Gebiete ausspricht. Gleiches gilt auch, wenn einzelne Länder einen Einreisestopp verhängt haben.

    Ist das nicht der Fall, sind Reiseanbieter prinzipiell auch nicht dazu verpflichtet, Stornierungen zu erstatten. Aber natürlich bieten in diesem Ausnahmezustand auch einige Veranstalter und Airlines ihren Kunden aus Kulanz an, ihre Reise kostenfrei zu stornieren oder umzubuchen.

    Bei der Lufthansa können etwa alle Flüge, die bis zum 5. März gebucht wurden und spätestens am 30. April starten sollten, kostenlos umgebucht werden. Streicht eine Fluggesellschaft oder ein Reiseveranstalter eine Verbindung oder Reise von sich aus, bekommen Kunden ihr Geld zurück.

    Wie sieht es mit einer Ferienwohnung aus?

    Seit Montagmorgen hat Schleswig-Holstein die Inseln Sylt, Amrum, Föhr und Fehmarn abgeriegelt. Gerade hier herrscht über Ostern eigentlich schon Hochsaison. Urlauber buchen ihre Unterkunft hier oft bei kleineren Anbietern – anders als bei Pauschalriesen, die oft bei einem der großen Anbieter gebucht werden.

    Auf Anfrage schreibt das Unternehmen Sylt Marketing, dass es für einen solchen Fall noch keine rechtlich verbindliche Regelung bei Stornierungen gebe. „Wir erleben gerade eine Situation, die auch für uns neu ist“, sagt eine Sprecherin. In Anbetracht der Kurzfristigkeit könne man hier noch keine klare Auskunft geben.

    Kleine Anbieter von Ferienwohnungen, wie Dieter Weingarten aus Rügen, gehen noch gelassen mit der Situation um. „Wenn jetzt keine Leute mehr auf die Inseln gelassen werden und jemand deswegen seine Buchung stornieren möchte, dann erstatten wir selbstverständlich das Geld zurück“, sagt Weingarten im Gespräch mit dem Handelsblatt.

    Etwas anderes bliebe ihm dann ja auch nicht übrig. Zusammen mit seiner Frau verwaltet er insgesamt sechs Ferienwohnungen auf Deutschlands größter Insel. Sollte die Einreisesperre allerdings aufgehoben werden, und eine Reise wird trotzdem storniert, „dann würde man schon eine Reiserücktrittsversicherung brauchen“. Bis jetzt habe er aber noch keine Stornierungen bekommen, erzählt Weingarten.  

    Rechtlich gilt die Übernachtung in einer Ferienunterkunft in der Regel als Mietverhältnis. „Solche Verträge sind nicht ordentlich kündbar, ein Widerrufsrecht gibt es nicht, ein Rücktrittsrecht grundsätzlich nur dann, wenn es vertraglich vereinbart ist“, heißt es auf der Seite des Deutschen Tourismusverbandes dazu.

    In Südtirol sind die Skigebiete schon fast eine Woche geschlossen. Aber auch hier gibt es für Urlauber keine einheitliche Regelung. „Unseren Betrieben empfehlen wir sich zu bemühen, den Gästen im Rahmen der Möglichkeiten Ausweichtermine anzubieten und bei Stornierungen möglichst kulant entgegen zu kommen“, so der Präsident des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV) für Südtirol, Manfred Pinzger. In einem solchen Fall hilft nur das Hoffen auf die Kulanz des jeweiligen Hotels.

    Wie komme ich noch an mein Urlaubsziel?

    Zahlreiche Airlines haben ihr Flugangebot bereits massiv eingeschränkt. Bei der Lufthansa könnte sogar die Hälfte aller Verbindungen ausfallen. Wird ein Flug gecancelt, bekommen die Passagiere aber ihr gesamtes Geld zurück.

    Die Deutsche Bahn setzt ihren Betrieb zwar wie geplant fort, muss aber wegen der verschärften Einreiseregeln etliche Zugverbindungen früher enden oder ganz ausfallen lassen. Das betrifft Fahrten nach Italien, Österreich, in die Schweiz, Dänemark, Polen oder Tschechien.

    Auch der Regionalverkehr wird eingeschränkt: Die Zahl der Züge werde schrittweise an die sinkende Nachfrage angepasst, sagte eine Bahn-Sprecherin. Der grenzüberschreitende Verkehr kommt in den Regionen ebenfalls weitgehend zum Erliegen. Das Gute: Kunden können Reisen kostenlos verschieben oder stornieren.

    Wer seinen Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff gebucht hat, muss auch hier mit massiven Einschränkungen rechnen. Immer mehr Schiffsreisen werden ganz abgesagt: So will etwa Aida Cruises alle Fahrten ihrer 14 Schiffe umfassenden Flotte zunächst bis Anfang April einstellen.

    Was rät das Auswärtige Amt?

    • Überprüfen Sie kritisch, ob Ihre geplante Reise ins Ausland derzeit wirklich notwendig ist oder nicht verschoben werden kann.
    • Erkundigen Sie sich bei notwendigen Reisen vor Reiseantritt bei der Vertretung Ihres Reiseziels nach aktuellen Einreise- und möglichen Quarantänebestimmungen und Einreisesperren bei bestimmten Voraufenthalten.
    • Lassen Sie sich vor Buchung einer größeren Reise wie z.B. einer Kreuzfahrt persönlich durch ein Reisebüro und ggf. auch ärztlich beraten, insbesondere wenn Sie Vorerkrankungen haben oder bereits im fortgeschrittenen Lebensalter sind.
    • Rechnen Sie bei angeordneten Quarantänemaßnahmen nicht mit einer Rückholung durch Ihren Reiseveranstalter oder die Bundesregierung, sondern befolgen Sie die Anordnungen lokaler Gesundheitsbehörden.
    • Informieren Sie sich vor Rückkehr aus einem Risikogebiet beim RKI und beachten Sie die ausführlichen Informationen zu Reisebeschränkungen und Grenzkontrollen des BMI.

    Grundsätzlich gilt: Die Gefahren durch das Coronavirus geben Reisenden nicht pauschal das Recht, ihren Trip zu stornieren und die Reisekosten zurückzubekommen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt aber jedem Urlauber, Kontakt zu Reiseveranstaltern oder Anbietern aufzunehmen. Gerade in diesen Tagen zeigen viele Verständnis für die Situation.

    Mehr: Einreiseverbote und Flugausfälle – Wann gibt es Entschädigung?

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    1 Kommentar zu "Pandemie: Corona und Reisen: Die wichtigsten Antworten für Osterurlauber"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich stelle mir schon länger die Frage, warum das AA mit den Reisewarnungen hinterm Berg hält. Was ist mit Urlaubern, die bereits in 2019 gebucht haben. Sollen die etwa Stornokosten bezahlen, obwohl das Risiko zu reisen unvertretbar ist. Das Amt sogar von Reisen abrät. Herr Minister nun mal Blick nach vorne.

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