1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Industrie
  4. Adidas: Sportartikelkonzern erhöht Prognose wegen „Yeezy“-Schuhen

AdidasSportartikelkonzern erhöht Prognose wegen „Yeezy“-Schuhen

Mit Kanye West will Adidas nichts mehr zu tun haben. Die Reste seiner Kollektion verkauft der Konzern trotzdem – mit überraschendem Erfolg. Die Aktie reagiert deutlich.Axel Höpner 26.07.2023 - 14:59 Uhr Artikel anhören

Die Yeezy-Kollektion von Kanye West war auch im Ausverkauf sehr begehrt.

Foto: imago/Eastnews

München. Nach einem ersten erfolgreichen Ausverkauf von „Yeezy“-Ware aus der gestoppten Kooperation mit US-Skandalrapper Kanye West hat Adidas seine Prognosen leicht angehoben. Der Umsatz werde im laufenden Jahr voraussichtlich nur im mittleren einstelligen Prozentbereich sinken, teilte Adidas am Montagabend mit.

Bislang war der Dax-Konzern von einem Minus im hohen einstelligen Bereich ausgegangen. Auch der Betriebsverlust wird voraussichtlich geringer ausfallen als zunächst befürchtet.

Adidas hatte nach antisemitischen Äußerungen Wests und weiteren Vorfällen im vergangenen Jahr die Zusammenarbeit mit dem Musikkünstler beendet. Damit bricht dem zweitgrößten Sportartikelkonzern der Welt ein wichtiger Umsatzbringer weg. Zudem verblieb in den Lagern noch „Yeezy“-Ware mit einem Verkaufswert von mehr als einer Milliarde Euro.

Der neue Konzernchef Björn Gulden entschied sich nach langer Bedenkzeit, die verbliebene Ware schrittweise zu verkaufen. Der Erlös soll teilweise gespendet werden. Eine erste Verkaufsaktion Ende Mai/Anfang Juni stieß nun auf große Nachfrage.

Nach Informationen der „Financial Times“ (FT) wurden rund vier Millionen Paar Schuhe im Wert von 508 Millionen Euro bestellt. Der tatsächliche Umsatz sei aber geringer gewesen, weil Adidas die Nachfrage nach bestimmten Modellen in einigen Größen gar nicht habe erfüllen können.

Adidas nannte nun keine konkreten Zahlen, doch seien die Quartalsergebnisse durch den Abverkauf positiv beeinflusst worden. Auch die übrigen Adidas-Geschäfte hätten sich leicht besser entwickelt als erwartet. Der Konzernumsatz stagnierte im zweiten Quartal währungsbereinigt bei 5,3 Milliarden Euro. In Euro bedeutete das ein Minus von fünf Prozent.

Das Betriebsergebnis sank von 392 auf 176 Millionen Euro. Die Aktie ging am Montag mit einem Plus von rund 1,2 Prozent aus dem Frankfurter Börsenhandel und lag zwischenzeitlich an der Spitze des Dax.

Adidas: Abschreibungen fallen wegen „Yeezy“-Schuhen geringer aus

Da Adidas die „Yeezy“-Schuhe nun zumindest teilweise verkauft, muss der Bestand auch nicht so stark abgeschrieben werden wie erwartet. Alles in allem rechnet der Konzern für das Gesamtjahr nun mit einem Betriebsverlust von 450 Millionen Euro – die bisherige Prognose lag bei minus 700 Millionen Euro. „Sollten sich potenzielle zukünftige Yeezy-Verkäufe als erfolgreich erweisen, würde dies die Geschäftsergebnisse des Unternehmens weiter verbessern“, hieß es in der Mitteilung.

„Yeezy“ war seit Beginn der Zusammenarbeit mit West ein Verkaufsschlager gewesen. Die Umsätze lagen in guten Zeiten bei weit mehr als einer Milliarde Euro im Jahr, bei hohen Margen. Gulden hat aber deutlich gemacht, dass Adidas mit dem Schlussverkauf keine großen Gewinne machen wolle.

Laut FT will das Unternehmen mit dem Verkaufserlös die fälligen Tantiemen an den sich inzwischen Ye nennenden Musiker zahlen und die Kosten decken, die mit dem Aus der Kooperation verbunden sind.  

Adidas-Chef Björn Gulden stellt den Handel wieder an erste Stelle

Ex-Puma-Chef Gulden hatte zum Jahreswechsel die Führung von Adidas übernommen. Vorgänger Kasper Rorsted hatte nach mehreren Gewinnwarnungen gehen müssen. Bislang hat sich unter Gulden vor allem die Stimmung verbessert. Rorsted wurde ein eher ruppiger Führungsstil nachgesagt.

Der Norweger Gulden will Adidas zurück zu den Wurzeln führen: Sportler und sportliche Leistung sollen samt Markenführung wieder im Mittelpunkt stehen, nicht die permanente Margenoptimierung. Zudem stellt Gulden wieder den Handel an erste Stelle, während Rorsted vor allem den margenstärkeren Onlinehandel ausbauen wollte.

In den Zahlen ist noch kein deutlicher Gulden-Effekt erkennbar, so schnell lässt sich das Geschäft nicht drehen. Die Produkte, die jetzt auf den Markt kommen, wurden noch unter Rorsted entwickelt. Doch heißt es in Konzernkreisen, man sehe erste positive Anzeichen. Die Vertriebsmannschaft sei wieder hochmotiviert, der neue CEO wolle auch Randsportarten wieder stärker bedienen.

Doch dürfte sich Adidas auch im laufenden Jahr erneut schlechter entwickeln als der kleinere Rivale Puma. Dieser hat für das laufende Jahr bislang einen Umsatzanstieg im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. Am Mittwoch legt Puma, die Nummer drei auf dem Weltmarkt hinter Nike und Adidas, die Zahlen für das zweite Quartal vor.

Verwandte Themen
Adidas
Björn Gulden
Kasper Rorsted
Puma SE
Nike
Dax

Erstpublikation: 24.07.2023, 07:32 Uhr.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt