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Bahntechnik Rekordauftrag in den USA: Siemens verkauft Züge für 3,4 Milliarden Dollar

Der US-Bahnbetreiber Amtrak hat von Siemens 73 Züge mit teilweise neuartigen Antriebssystemen bestellt. Das könnte erst der Anfang sein.
07.07.2021 - 16:00 Uhr Kommentieren
Die Amtrak-Bestellung ist nun der bislang größte Auftrag aus Nordamerika.
Illustration von Siemens für den Amtrak-Auftrag

Die Amtrak-Bestellung ist nun der bislang größte Auftrag aus Nordamerika.

München Der Siemens-Konzern hat sich einen 3,4-Milliarden-Dollar-Auftrag in den USA gesichert. Der US-Bahnbetreiber Amtrak hat 73 Züge bestellt, die teilweise mit modernen Hybrid-Antrieben ausgerüstet werden sollen.

Die Mobility-Sparte ist fester Bestandteil in der Strategie des neuen Siemens-Chefs Roland Busch. „Die Bahntechnik werden wir behalten. Sie passt gut in den neuen Konzern“, sagte er dem Handelsblatt. In früheren Jahren hatte es immer wieder Spekulationen über eine Trennung gegeben. Die Fusion mit dem französischen Konkurrenten Alstom scheiterte an den Kartellwächtern.

Doch will Busch die Hardware von Siemens noch enger mit Softwarelösungen verbinden – und sieht die Bahntechnik hier als Musterbeispiel für den Gesamtkonzern.

Der Großauftrag aus den USA gibt der Sparte nun weiter Antrieb. Der Vertrag mit Amtrak kann um bis zu 140 zusätzliche Züge erweitert werden. Siemens erhält zudem den Auftrag für die Wartung, bei der moderne digitale Technik eingesetzt werden soll.

„Die neuen Züge werden das Reisen mit der Bahn grundlegend verändern“, sagte Amtrak-CEO Bill Flynn. Die neue Flotte ermögliche komfortables Reisen und reduziere den CO2-Ausstoß.

Auslieferung zwischen 2025 und 2030 geplant

Siemens-Mobility-Chef Michael Peter sagte: „Die Investitionen von Amtrak zeigen deutlich, wie viel den Vereinigten Staaten an der Verbesserung ihres Schienennetzes und an nachhaltigeren Beförderungskonzepten für ihre Fahrgäste gelegen ist.“

Der Auftrag wird über etliche Jahre abgewickelt. Die Züge sollen in den Jahren von 2025 bis 2030 ausgeliefert werden.

„Wir werden unsere mittlerweile 40 bis 50 Jahre alte Flotte durch moderne, in den USA hergestellte Züge und Anlagen ersetzen“, sagte Amtrak-Chef Flynn. Denn gebaut werden diese im Siemens-Werk in Sacramento (Kalifornien). Die Vorgaben der amerikanischen Bundeseisenbahnbehörde FRA unter dem Buy America Act erfordern eine lokale Produktion.

Die Vorgaben der amerikanischen Bundeseisenbahnbehörde FRA unter dem Buy America Act erfordern eine lokale Produktion. Quelle: Bloomberg/Getty Images
Siemens-Werk in Sacramento (Kalifornien)

Die Vorgaben der amerikanischen Bundeseisenbahnbehörde FRA unter dem Buy America Act erfordern eine lokale Produktion.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

Die bestellten Züge haben unterschiedliche Antriebssysteme. Einige sind mit Zweikraftantrieb ausgestattet, bei dem neben einem effizienten Diesel auch eine Oberleitung eingesetzt wird. Andere haben einen hybriden Antrieb mit Diesel und Batterie.

Die Siemens-Bahntechnik hat in den vergangenen Jahren immer wieder Milliardenaufträge hereingeholt. So bestellte die Deutsche Bahn im vergangenen Jahr wieder 30 ICE bei Siemens. Auch im Ausland sind die Münchener gut im Geschäft. Die Londoner U-Bahn zum Beispiel orderte auf einen Schlag 94 Züge bei Siemens.

Auch in Russland gab es immer wieder Großaufträge. Die Amtrak-Bestellung ist nun der bislang größte Auftrag aus Nordamerika.

„Die Kunden wollen nicht mehr nur den billigsten Zug kaufen“

Im vergangenen Jahr hatte die Bahntechnik-Branche weltweit unter der Corona-Pandemie gelitten. Siemens Mobility konnte den Umsatz im Geschäftsjahr 2019/20 (30. September) zwar um zwei Prozent steigern. Der Auftragseingang brach aber um 29 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro ein.

Experten gehen aber davon aus, dass der Markt in den nächsten Jahren nachhaltig wachsen wird. Laut einer Roland-Berger-Studie wird der Weltmarkt für Bahntechnik von 177 Milliarden Euro bis 2025 auf 204 Milliarden Euro zulegen.

Stimulierend wirkten Konjunkturprogramme und die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Mobilitätslösungen, sagt Alstom-Chef Henri Poupart-Lafarge, Vorsitzender des Verbands der europäischen Eisenbahnindustrien UNIFE.

Vor diesem Hintergrund ist auch Siemens-Chef Busch optimistisch. „Die Kunden wollen nicht mehr nur den billigsten Zug kaufen“, sagte er. „Sie wollen verlässliche Transportkosten und -kapazitäten über den gesamten Lebenszyklus.“

Die Verfügbarkeit sei heute entscheidend. „Und da liegen wir technologisch mit unseren digitalen Lösungen deutlich vor der Konkurrenz.“ Da der Software- und Signaltechnik-Anteil steigt, konnte Busch auch das Margenziel für Mobility anheben. Die Sparte soll nun über den Zyklus eine operative Umsatzrendite von zehn bis 13 Prozent schaffen.

Dennoch wollen einige im Haus nicht ausschließen, dass sich Siemens auf längere Sicht in irgendeiner Weise an der weiteren Konsolidierung beteiligen wird. Alstom schloss sich nach dem Platzen der Fusion mit Bombardier zusammen. Zudem drängt der chinesische Weltmarktführer CRRC immer stärker auch auf den europäischen Markt.

Mehr: Wie der Zugverkehr künftig aus der Cloud gesteuert werden soll.

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