Handel: Autobauer wollen gegen niedrigere Zölle mehr in den USA investieren
Düsseldorf. Einige Autobauer und Regierungen der Europäischen Union versuchen gemeinsam, eine Lösung für die Unternehmen im Zollkonflikt mit den USA herbeizuführen. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge drängen Unternehmen und Politik auf ein Abkommen, das Zollerleichterungen im Gegenzug für höhere Investitionen in den USA ermöglichen würde. Bloomberg bezieht sich auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Aus Branchenkreisen hat das Handelsblatt erfahren, dass deutsche Autobauer der US-Regierung Kompromissvorschläge für niedrigere Zölle auf drei Ebenen anbieten wollen. So lobbyiert die Industrie derzeit sowohl für „Offset-Regeln“, bei denen Exporte mit Importen und investierte Dollar mit Importzöllen verrechnet werden, als auch für eine Harmonisierung von Standards bei Zulassungen in den USA und EU.
Allerdings steht die Kommission laut Bloomberg dem „Offset“-Mechanismus kritisch gegenüber und hat keinen entsprechenden Schritt gebilligt. Die Beamten befürchten, dass dadurch Produktion und Investitionen aus Europa abfließen.
Dem Bericht zufolge wurden die Mitgliedsstaaten am Freitag über den aktuellen Stand in den Verhandlungen informiert. Eine grundsätzliche technische Einigung sei demnach in greifbarer Nähe. Bloomberg zufolge werden Vertreter der USA und der EU über das Wochenende weiter verhandeln. Noch seien die Staaten zudem uneinig darüber, wie Investitionen und Zollerleichterungen gegeneinander aufgewogen werden sollen.
Bis zum 9. Juli hat die Europäische Union noch Zeit, ein Handelsabkommen mit Donald Trump zu schließen. Andernfalls würden die Abgaben auf fast alle Exporte der EU in die USA auf 50 Prozent steigen. Trump begründete seine Zollpolitik damit, dass er die heimische Produktion fördern und seine Steuersenkungen finanzieren will.