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Nachfolge für CEO Gisbert RühlEx-Thyssen-Chef Kerkhoff wechselt zum Stahlhändler Klöckner & Co.

Guido Kerkhoff bleibt in der Stahlbranche. Der ehemalige Vorstandschef geht zu Klöckner – eigentlich wollte er beide Unternehmen zusammenbringen.Kevin Knitterscheidt 06.07.2020 - 16:48 Uhr

Der ehemalige Thyssen-Krupp-Chef heuert beim Rivalen Klöckner an.

Foto: Reuters

Düsseldorf. Noch vor einigen Monaten loteten Guido Kerkhoff, damals Vorstandschef beim Essener Industriekonzern Thyssen-Krupp, und Gisbert Rühl, CEO beim Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co., die Möglichkeiten für einen Zusammenschluss der beiden Unternehmen aus. Doch das Vorhaben scheiterte schließlich am Rauswurf Kerkhoffs, der im September überraschend vom Thyssen-Krupp-Vorstandssessel abberufen worden war.

Die Bande zwischen den beiden blieb aber offenbar bestehen: Am Montag gab Klöckner bekannt, dass Kerkhoff ab dem 1. September in den Vorstand berufen wird. Mitte des kommenden Jahres soll Kerkhoff dann Rühl nachfolgen, der seinen Posten nach rund elf Jahren im Amt turnusgemäß niederlegen wird.

Klöckner-Chefkontrolleur Dieter Vogel erklärte: „Der Aufsichtsrat respektiert den Wunsch von Gisbert Rühl, nach erfolgreichen Jahren als Vorstandsvorsitzender seinen Dienstvertrag nicht über das nächste Jahr hinaus verlängern zu wollen.“ Mit Kerkhoff habe das Kontrollgremium einen renommierten Nachfolger gefunden, „der aufgrund seiner umfangreichen Erfahrung in verschiedenen Führungsfunktionen die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Nachfolge“ mitbringe.

Der Wachwechsel stellt für den Stahlhändler eine Zäsur dar. In den vergangenen Jahren hatte Rühl Klöckner auf Digitalisierung getrimmt und dabei mit Klöckner.i den digitalen Vertrieb gestärkt sowie mit der Handelsplattform XOM Materials auch ein eigenes Start-up an den Start gebracht. Der SDax-Konzern gilt dabei als technologischer Vorreiter seiner Branche und will 2020 bereits 40 Prozent seiner Umsätze über digitale Kanäle wie Klöckner.i erzielen.

Beförderung bei der Hauptversammlung 2021

Das Plattformgeschäft, zu dem auch XOM zählt, soll dabei künftig ausgegliedert werden. Nach Abschluss der Reorganisation soll Rühl als Vorsitzender in den Aufsichtsrat der neuen Gesellschaft wechseln. So bleibe der 60-Jährige dem Unternehmen auch nach seinem Ausscheiden verbunden, hieß es in der Mitteilung.

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„Es fällt mir nicht leicht, den Vorstandsvorsitz bei Klöckner & Co. im nächsten Jahr abzugeben“, sagte Rühl. „Gleichzeitig bin ich aber davon überzeugt, dass es der richtige Zeitpunkt ist, den Vorstandsvorsitz an jemanden zu übergeben, der perspektivisch die nächste Phase der Entwicklung von Klöckner & Co. auch mit neuen Impulsen erfolgreich gestalten kann.“

Nachdem Kerkhoff zunächst als stellvertretender Vorsitzender in den Vorstand eintritt, soll der finale Wechsel zur Hauptversammlung im Mai 2021 erfolgen. „Ich bedanke mich für das mir vom Aufsichtsrat entgegengebrachte Vertrauen und freue mich sehr auf die anstehenden Herausforderungen“, sagte der 52-Jährige.

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