Novo Nordisk: Europas wertvollster börsennotierter Konzern ist aus Dänemark
Das Diabetesmittel Ozempic und die Abnehm-Variante Wegovy sind besonders in den USA beliebt. Anleger erwarten weiter starkes Umsatzwachstum beim Hersteller Novo Nordisk, der zum wertvollsten börsennotierten europäischen Konzern aufsteigt.
Foto: IMAGO/NurPhotoDüsseldorf, Frankfurt. Das wertvollste börsennotierte Unternehmen Europas kommt jetzt aus Dänemark. Der Pharmahersteller Novo Nordisk hat am Dienstag eine Marktkapitalisierung von umgerechnet 424 Milliarden Dollar erreicht. Damit liegt der Konzern deutlich vor dem französischen Luxusgüterhersteller LVMH mit 411 Milliarden Dollar.
Beide Firmen haben in den vergangenen Tagen um den Spitzenplatz gerungen. Doch am Dienstag zogen die Dänen zum Börsenstart davon. Novo Nordisk ist aktuell mehr wert als die Dax-Schwergewichte SAP, Siemens, Telekom und Mercedes-Benz zusammen. Der Grund für die hohe Bewertung liegt im Erfolg mit Abnehmspritzen.
Eigentlich stellt Novo Nordisk seit einem Jahrhundert Diabetesmedikamente her und macht damit auch weiterhin den größten Teil des Umsatzes. Doch das ebenfalls zur Behandlung von Diabetes vorgesehene Medikament Ozempic entwickelte sich als Abnehmmittel zum absoluten Verkaufsschlager. Vor allem Prominente hypten das Mittel zum Abnehmen. Die Arznei kann Studien zufolge bei einer Anwendung über mehrere Wochen das Gewicht um bis zu 15 Prozent reduzieren.
Die Nachfrage nach Ozempic war in den USA zwischenzeitlich so groß, dass Diabetespatienten Schwierigkeiten hatten, das Medikament zu bekommen. Viele Menschen ließen sich das Mittel mit dem Wirkstoff Semaglutid verschreiben, obwohl sie keinen Diabetes haben. Analysten der UBS schätzen den Anteil dieses sogenannten Off-Label-Use auf rund 30 Prozent.