New York. Der dänische Energiekonzern Orsted nimmt durch eine Kapitalerhöhung rund 60 Milliarden Kronen (9,4 Milliarden Dollar) ein. Darüber berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Damit plant Orsted, die Folgen der US-Kehrtwende bei Offshore-Windprojekten abzufedern. Dies ist dem Bericht zufolge die größte Kapitalbeschaffung eines europäischen Energieunternehmens seit mehr als einem Jahrzehnt.
Von den über 900 Millionen angebotenen Aktien wurden 99,3 Prozent von den Investoren übernommen, was das Unternehmen als „außerordentlich hohe“ Nachfrage wertete.
Gesichert wurde die Emission durch die Zusage der wichtigsten Anteilseigner: Der Hauptaktionär ist die dänische Regierung mit einem Anteil von 50,1 Prozent, der zweitgrößte Anteilseigner die norwegische Equinor ASA mit einem Anteil von zehn Prozent.
Orsted war zuletzt unter Druck geraten, nachdem die US-Regierung den Bau des Windparks „Revolution Wind“ vor Rhode Island zwischenzeitlich gestoppt hatte. Nach einer Klage durfte das Unternehmen die Arbeiten jedoch wieder aufnehmen.
Druck aus den USA
Die in den USA notierten Aktien von Orsted waren nach der Entscheidung stark gefallen, haben sich inzwischen deutlich erholt. Derzeit notieren die Papiere unverändert. Steigende Kosten und Probleme in den Lieferketten erschweren den Markt für Energieunternehmen in den USA derzeit.
US-Präsident Donald Trump fährt seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar 2025 die Förderung von Wind- und Solarenergie systematisch zurück. So stoppte seine Regierung am ersten Tag im Amt die Vergabe neuer Lizenzen und Genehmigungen für Windenergieprojekte.
Im Juli unterzeichnete Trump ein Gesetzespaket, das Subventionen für Wind- und Solarprojekte vorzeitig beendete. Mitte September nannte Trump Windkraft einen teuren Witz und ein Desaster.