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Pharmabranche Biotechfirmen fordern Millionen-Förderung für Corona-Medikamente

Anders als Impfstoffe kommen Therapien gegen Covid-19 noch nicht entscheidend voran. Vier Unternehmen wollen nun vom Staat bis zu 750 Millionen Euro erhalten.
02.12.2020 - 14:15 Uhr 2 Kommentare
Alle vier Biotechfirmen haben Medikamentenkandidaten gegen die Corona-Erkrankung in teilweise sehr fortgeschrittener Entwicklung. Quelle: AiCuris
Forschung bei Aicuris

Alle vier Biotechfirmen haben Medikamentenkandidaten gegen die Corona-Erkrankung in teilweise sehr fortgeschrittener Entwicklung.

(Foto: AiCuris)

Frankfurt Vier deutsche Biotechfirmen haben sich zu einer Initiative zusammengeschlossen, um von der Bundesregierung Fördergelder für die Weiterentwicklung von Medikamenten gegen Covid-19 zu fordern. Die Initiative namens „Beat-Cov“, kurz für „Biotech Emergency Alliance for Therapies against Covid-19“, wurde von den mittelständischen Unternehmen Aicuris, Atriva, Immunic und Inflarx ins Leben gerufen.

„Wir können lebenswichtige Medikamente zur Behandlung von Covid-19-Patienten zur Verfügung stellen, aber wir benötigen signifikante Unterstützung bei der Finanzierung der Entwicklungs- und Produktionskosten – jetzt“, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Appell der Unternehmen.

Alle vier Biotechfirmen haben Medikamentenkandidaten gegen die Corona-Erkrankung in teilweise sehr fortgeschrittener Entwicklung. Ihnen fehlt aber das Kapital, um die Studien, die für eine Marktzulassung notwendig sind, schnell durchzuführen. Für Zulassungsstudien der Phase 3 können Kosten bis in dreistelliger Millionenhöhe anfallen. Solche Summen können die Firmen, die jeweils zwischen 20 und 70 Mitarbeiter und noch keine signifikanten Umsätze haben, nicht allein stemmen.

Ein schneller Abschluss der Medikamentenstudien ist für die Unternehmen auch deshalb wichtig, weil mit zunehmender Verbreitung der Impfungen die Zahl der Covid-19-Erkrankten sinken dürfte. Damit wird es für die forschenden Firmen schwieriger und teurer, ihre Medikamentenstudien erfolgreich zum Abschluss zu bringen.

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    „Wir wollen die notwendigen klinischen Studien schnellstmöglich zu Ende führen, um schwerkranken Patienten und den behandelnden Ärzten so schnell wie möglich wirksame Therapieoptionen anbieten zu können“, sagt Niels Riedemann, CEO und Gründer von Inflarx aus Jena. Aktuell lägen rund 4000 Menschen mit Covid-19 auf den Intensivstationen in Deutschland, für die es keine zielgerichteten Therapeutika gibt, betont er.

    Die vier Unternehmen haben sich den Angaben zufolge mit ihrem Anliegen an verschiedene Bundesministerien gewandt, aber keine konkreten Zusagen erhalten. Deswegen wendet sich die Initiative nun an die Öffentlichkeit.

    „Wir empfehlen die Einrichtung eines Fonds in Höhe von 500 bis 750 Millionen Euro zur Finanzierung von fortgeschrittenen und Erfolg versprechenden Therapievorhaben“, sagt Holger Zimmermann, wissenschaftlicher Geschäftsführer von Aicuris aus Wuppertal.

    437 Wirkstoffe in der Entwicklung

    Eine interdisziplinäre Expertenkommission soll nach den Vorstellungen der Initiative die therapeutischen Projekte im Hinblick auf eine schnelle Umsetzbarkeit zugunsten erkrankter Patienten evaluieren. Dieser Kommission sollten unter anderem Fachleute aus Immunologie, Infektiologie und Intensivmedizin sowie Zulassungsexperten und Gesundheitsökonomen angehören.

    Vorbild für Beat-Cov sind US-Initiativen wie Barda (Biomedical Advanced Research and Development Authority) oder „Operation Warp Speed“, die nicht nur Covid-19-Impfstoffhersteller, sondern auch Medikamentenentwickler unterstützen.

    Die Mitglieder von Beat-Cov sind überzeugt, dass Covid-19-Erkrankungen trotz der demnächst einsatzbereiten Impfstoffe ein Thema bleiben, unter anderem weil es dauert, bis ausreichend Menschen geimpft worden sind. Auch sei noch nicht klar, ob die Impfungen ausreichend vor Sars-CoV-2 schützen.

    Nach einer aktuellen Studie der Beratungsgesellschaft EY befinden sich derzeit 437 therapeutische Wirkstoffe zur Behandlung von Covid-19 in der Entwicklung. Davon sind 133 in der letzten klinischen Phase vor dem Zulassungsantrag. 31 Wirkstoffe, die gegen Covid-19 eingesetzt werden können, sind bereits zur Behandlung anderer Krankheiten zugelassen oder liegen sogar bereits als Generika vor.

    Mehr: Die Hoffnungsträger der Corona-Medikamente

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    2 Kommentare zu "Pharmabranche: Biotechfirmen fordern Millionen-Förderung für Corona-Medikamente"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wie immer,
      Gewinne (Impfstoffe) privatisieren,
      Verluste (Forschungen) sozialisieren (Steuerzahler).
      Seit 40 Jahren hat sich daran nichts, aber auch überhaupt nichts, geändert.

    • Klar, dass keine konkreten Zusagen kommen; die Behörden-Apparate haben keinen Durchblick und langsam wird vielleicht das Geld knapper! Impfstoff ist sehr wichtig; aber auch Medikamente, die den bereits Erkrankten einen Verbesserung des Krankheitsverlaufs oder einfach das Überleben sichern.

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