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Rob Smith Der Chef von Konecranes schaltet mit einer angekündigten Fusion auf Wachstum

Die Coronakrise hat Konecranes hinter sich gelassen. Jetzt will der Chef des Kranherstellers mit einem Rivalen fusionieren. Der Plan hat die Börse elektrisiert.
04.10.2020 - 18:25 Uhr Kommentieren
Der US-Amerikaner arbeitet seit Februar 2020 als CEO für Konecranes. Quelle: via REUTERS
Rob Smith

Der US-Amerikaner arbeitet seit Februar 2020 als CEO für Konecranes.

(Foto: via REUTERS)

Düsseldorf Für einen Manager, dessen Unternehmen maßgeblich vom freien Warenfluss in der Welt abhängt, macht Rob Smith einen ziemlich gelassenen Eindruck. Seit Februar führt der gebürtige Amerikaner das finnische Unternehmen Konecranes, das mit Tochterfirmen wie Demag vor allem Häfen und andere Warenumschlagplätze mit großen Hebewerkzeugen und Kränen beliefert. Doch von Corona-Blues ist bei Smith keine Spur.

„Wir sind sehr gut durch die Coronakrise gekommen, mit einem klaren Fokus auf Sicherheit und auf unsere Kunden“, sagte der Vorstandschef dem Handelsblatt. „Wir haben bereits im zweiten Quartal wieder beinah ein Rekordergebnis eingefahren.“

Dabei habe vor allem das stabile Servicegeschäft geholfen, das etwa 40 Prozent des Umsatzes ausmacht, so der Manager.

Statt Krisenbewältigung stehen bei Smith also Zukunftsprojekte auf dem Plan. Eines davon gab der 55-Jährige in der vergangenen Woche bekannt: Der Kranhersteller will mit dem ebenfalls finnischen Rivalen Cargotec fusionieren. Gelingt das Vorhaben, entsteht ein Unternehmen mit rund 30.000 Mitarbeitern und knapp sieben Milliarden Euro Umsatz.

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    Der Plan hat die Börse geradezu elektrisiert: Am Freitag legten die Papiere von Konecranes nach der Bekanntgabe um fast zehn Prozent zu. Das Papier von Cargotec gewann sogar mehr als 23 Prozent an Wert.

    Kein Wunder: Mit dem Zusammenschluss wollen Smith und sein Pendant bei Cargotec, der Finne Mika Vehviläinen, Synergien in Höhe von 100 Millionen Euro jährlich erzielen. „Wir planen, diese Effekte innerhalb von drei Jahren nach Abschluss der Fusion vollständig zu erreichen“, erklärte Smith. Weiter ins Detail gehen will der Manager dabei allerdings nicht: „Es ist jetzt noch zu früh, um genauer zu sagen, wo diese Synergien gehoben werden können.“

    Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen

    Auch die Führungsstruktur für das neu formierte Unternehmen stehe noch nicht fest. „Beides wollen wir in einem geordneten Prozess in den nächsten Monaten erarbeiten.“ Noch müssen die Kartellbehörden in Nordamerika, Europa und Asien dem Deal zustimmen. Mit einer Entscheidung rechnen die Unternehmen bis Ende des kommenden Jahres.

    Erst dann kann die eigentliche Arbeit beginnen – wobei es helfen dürfte, dass Konecranes und Cargotec als frühere Tochterfirmen des finnischen Aufzugsherstellers Kone gemeinsame Wurzeln haben.

    Ausruhen will sich Smith darauf allerdings nicht. „Konecranes und Cargotec passen kulturell gut zusammen“, so seine Einschätzung. Beides seien Mehrmarken-Firmen, bei denen viel Wert auf Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit gelegt werde. „Es kommt nun aber darauf an, eine gemeinsame Kultur zu entwickeln. Daran werden wir arbeiten.“

    Dabei kennt sich der Amerikaner, der fließend Deutsch spricht und mit einer Deutschen verheiratet ist, mit dem Überbrücken von Kulturunterschieden aus. Bevor er Anfang des Jahres zu Konecranes wechselte, arbeitete er sieben Jahre lang beim US-Landmaschinenhersteller AGCO, ebenfalls ein Mehrmarken-Unternehmen, unter dessen Dach unter anderem das bayerische Traditionsunternehmen Fendt beheimatet ist.

    Dabei fungierte der Manager neben seiner Verantwortlichkeit für das Geschäft in Europa und dem Mittleren Osten bei AGCO auch als Aufsichtsratschef bei Fendt. Smith stieß die US-Expansion des Unternehmens mit an.

    Präsenz ist ihm wichtig: Mindestens einmal im Monat ließ er sich persönlich in Marktoberdorf blicken, um nach dem Rechten zu sehen.

    Diesen Grundsatz hielt er auch bei Konecranes bei, wo er sich schon vor seinem eigentlichen Antritt im Februar eingearbeitet hat. Glücklicherweise, wie er im Rückblick berichtet: „So konnte ich verschiedene Standorte in Finnland, Deutschland und den USA besuchen, um neue Kolleginnen, Kollegen und Kunden kennen zu lernen, und mich den Mitarbeitern vorstellen, bevor es zum Lockdown kam.“

    Mehr: Die Zahl der Corona-Infektionen steigt wieder. Doch ein zweiter Lockdown würde für viele Firmen das Aus bedeuten.

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