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Telekomausrüster Fortum-Chef Pekka Lundmark soll Nokia retten

Der Chef des Energieversorgers soll den Netzwerkausrüster konkurrenzfähig gegen Huawei machen. Der Manager gilt vor allem in Deutschland als umstritten.
02.03.2020 Update: 02.03.2020 - 18:17 Uhr Kommentieren
Der Manager, der bereits in der Vergangenheit für Nokia gearbeitet hat, wird im September den bisherigen Nokia-Chef Rajeev Suri ersetzen. Quelle: Reuters
Pekka Lundmark

Der Manager, der bereits in der Vergangenheit für Nokia gearbeitet hat, wird im September den bisherigen Nokia-Chef Rajeev Suri ersetzen.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf, Stockholm Es gebe manchmal Angebote, die man einfach nicht ablehnen könne. So beschrieb Pekka Lundmark am Montagmorgen seinen überraschenden Wechsel an die Spitze des finnischen Netzwerkausrüsters und einstigen Handyriesen Nokia. Der 57-Jährige, der seit 2015 den finnischen Energieversorger Forum führt, wird am 1. September auf CEO Rajeev Suri folgen.

Es wird für Lundmark nicht einfach sein, den ins Schlingern gekommenen Netzwerkausrüster wieder in profitable Gefilde zu steuern. „Pekka Lundmark weiß, was zu tun ist“, hofft trotzdem ein Mitarbeiter, der beim früheren Arbeitgeber Fortum eng mit ihm zusammengearbeitet hat. Lundmark, Sohn einer Krankenschwester und eines Ingenieurs, kennt auf jeden Fall Nokia, begann dort seine Karriere.

Nach einigen Jahren in verschiedenen Management-Funktionen wurde er Chef des finnischen Kranherstellers Konecranes. 2015 wechselte er in die Chefetage des Energieriesen Fortum.

Bei Nokia wartet eine schwierige Aufgabe auf den dreifachen Vater. Nokia ist im Kampf um Marktanteile beim Ausbau der 5G-Mobilfunknetze deutlich zurückgefallen – hinter den Rivalen Huawei und Ericsson. Zu lange war man bei Nokia mit der Fusion mit dem französisch-amerikanischen Konkurrenten Alcatel-Lucent beschäftigt.

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    Auch konnte Nokia bislang nicht von der Kampagne der USA gegen Huawei profitieren. Die Amerikaner machen seit Monaten Druck auf verbündete Regierungen, Huawei vom Ausbau der 5G-Netze auszuschließen, da sie hinter der Firma ein Spionagevehikel Pekings vermuten.

    Nokia konnte bislang nicht in die Angebotslücke einspringen, da der Konzern Probleme bei der Entwicklung von 5G-Chips hatte. Erst im vergangenen Herbst enttäuschte Nokia-Chef Suri die Anleger mit der Streichung der Dividende. Der Aktienkurs fiel an einem einzigen Tag um nahezu ein Viertel. Die Märkte wären „sehr skeptisch“ gegenüber Suri gewesen, sagte Kimmo Stenvall. Den jetzigen Wechsel sieht der Analyst bei der fin‧nischen OP Group daher positiv.

    Lundmark muss sich wohl bei Nokia auch mit Abspaltungen einzelner Unternehmensteile oder erneuten Fusionen beschäftigen. „Fast jeden Tag muss ich meine harte Seite hervorholen“, erklärte Lundmark einmal. „Doch man muss immer die Balance zwischen hart und verständnisvoll finden.“

    Die große Stärke von Lundmark: ein guter Umgang mit Mitarbeitern. Das bescheinigen ihm ehemalige Kollegen. „Die Arbeitnehmer sind die wichtigste Ressource eines Unternehmens. Sie sind das ‚A‘ und ‚O‘“, erklärte Lundmark erst vor einigen Wochen dem finnischen Rundfunksender YLE. Und: „Das Management muss eine offene Atmosphäre schaffen, sodass alle das sagen können, was ihnen auf dem Herzen liegt.“

    Bei Uniper teilen nicht viele die positive Einschätzung. Im Gegenteil, der Wechsel von Lundmark sei von vielen mit Erleichterung aufgenommen worden, heißt es in Kreisen des Unternehmens. Fortum hatte sich im Herbst 2017 überraschend bei Uniper eingekauft.

    Gegen den Willen des damaligen Managements übernahmen die Finnen unter Lundmarks Führung den Anteil des ehemaligen Mutterkonzerns Eon von 50 Prozent und bauen ihn bald auf 70 Prozent aus. Management und Mitarbeiter von Uniper fühlten sich verraten, empfingen Lundmark als feindlichen Eroberer. Der damalige Uniper-Chef Klaus Schäfer beschimpfte Lundmark als „Wolf im Schafspelz“.

    Verzweifelt kämpfte das Management gegen den Einstieg, und bis heute ist es Fortum nicht gelungen, Uniper unter Kontrolle zu bringen. Arbeitnehmervertreter werfen Lundmark vor, unverbindlich in seinen Zielen und Zusagen zu bleiben. In der Belegschaft von Uniper hoffen sie jetzt, dass mit dem Wechsel an der Fortum-Spitze die Zusammenarbeit konstruktiver wird.

    Mehr: US-Konzerne übernehmen europäische Netzwerkausrüster und bilden ein Gegengewicht zu Huawei – dieser Idee der US-Regierung kann der Cisco-Chef nichts abgewinnen.

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