Rüstung: KNDS arbeitet an Nachfolger für Leopard-Panzer
München, Düsseldorf. Der Zustand der Bundeswehr lässt sich am Schwund ihres schwersten Fahrzeugs ablesen: dem Leopard 2. 3000 der schweren Panzer hatte die Bundeswehr 1990, heute sind es noch gut 300. Die restlichen wurden ausgemustert oder ins Ausland verkauft. Nun soll ihre Anzahl aber wieder steigen.
Heute übernimmt Verteidigungsminister Boris Pistorius in München das erste von 123 neu gebauten Exemplaren. Die Bundeswehr hatte sie im vergangenen Jahr bestellt, sie sollen vor allem die Panzerbrigade 45 in Litauen ausstatten und Russland von einem Angriff auf das Gebiet des Verteidigungsbündnisses Nato abhalten. Der neue Großverband gilt als Speerspitze für einen möglichen Konflikt.
Gut 3,5 Milliarden Euro kosten die neuen Panzer – die eigentlich gut modernisierte Auslaufmodelle sind. Denn der Leopard 2 stammt aus einer anderen Zeit.
Schützenpanzer dürften wichtiger werden
Zwar wurde das 1979 eingeführte 60-Tonnen-Gefährt immer wieder überarbeitet: Die neueste Version 2A8 verfügt über eine neue Panzerung aus Stahl, Wolfram, Keramik und Verbundwerkstoffen. Aufgrund der Erfahrungen im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine wurde der Schutz gegen Drohnen verstärkt. So kann das in Israel entwickelte Trophy-System anfliegende Drohnen erkennen und abschießen. Zusätzlich sollen die von Rheinmetall entwickelten neuen Flakpanzer Skyranger die Leoparden schützen, wenn sie sich in offenem Gelände bewegen.