LESEEMPFEHLUNG DER HANDELSBLATT-REDAKTION: Damit der Verbrenner überlebt – Porsche geht riskante Wette auf synthetisches Benzin ein
Für Porsche gilt es, die Zukunft der Sportwagenikone 911er zu sichern. Porsche hofft, mit den E-Fuels auch in Zeiten der Elektromobilität den Bau des Kultautos fortsetzen zu können.
Foto: PorscheDüsseldorf, Stuttgart. Es ist nur ein kurzer Satz im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung. Aber bei Porsche in Stuttgart löst die Formulierung Fantasie aus. In Deutschland sollen ab 2035 neben Elektroautos nur noch „nachweisbar mit E-Fuels betankbare Fahrzeuge neu zugelassen werden können“, heißt es im Kapitel zur klimaneutralen Mobilität.
Porsche setzt große Hoffnungen in das künstlich hergestellte Benzin. Es gebe derzeit rund 1,3 Milliarden Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren auf der Welt, sagt Barbara Frenkel, Einkaufschefin des Sportwagenbauers: „Bis diese Flotte durch Elektroautos ersetzt ist, werden noch viele Jahre vergehen. Mit synthetischen Kraftstoffen verringert sich der CO2-Ausstoß des Fahrzeugbestands sofort.“ So ließen sich in Zukunft historische Wagen, Bestandsfahrzeuge, aber auch weiterentwickelte Verbrenner-Modelle nahezu CO2-neutral betreiben.
E-Fuels als Retter des Verbrenners? Wohl eher eine fragwürdige Wette auf eine umstrittene Technologie. Bisher ist Porsche der einzige namhafte Autohersteller, der mit dieser Technologie die Verbrennungstechnik im Markt halten will.
Die Konzernmutter Volkswagen setzt auf batterieelektrische Antriebe, die Konzernschwester Audi peilt für 2033 gar einen Verkaufsstopp von Verbrennungsmotoren an. Klar ist aber auch: Selbst wenn sich das Elektroauto Ende des Jahrzehnts durchsetzt, werden noch bis weit in die dreißiger Jahre große Teile des Fahrzeugbestandes irgendeine Art von Kraftstoff brauchen.