Arbeitsmarkt: Konzerne machen Druck bei Zuwanderung
Auch für einfache Tätigkeiten gibt es nach Ansicht von Unternehmen zu viele Hürden.
Foto: HandelsblattFrankfurt, Berlin, Düsseldorf. Deutschland gehen die Arbeitskräfte für Helfertätigkeiten und Anlernberufe aus. Es fehlt bei den Flughäfen an Bodenpersonal, in den Hotels an Servicekräften und bei den Paketdiensten an Zustellern. Auch die Deutsche Bahn sucht händeringend nach vielen neuen Mitarbeitern. Der Staatskonzern will in diesem Jahr 21.000 Menschen neu einstellen, darunter auch sehr viele Ungelernte.
„Wenn wir ein ähnliches Wachstum wie im letzten Jahrzehnt erreichen wollen, bräuchten wir eine Nettozuwanderung von deutlich mehr als 400.000 Personen jährlich“, schätzt Herbert Brücker, Migrationsexperte beim Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
Die Unternehmen fordern nun mehr Offenheit bei der Einwanderung. Ungelernte Tätigkeiten stünden in der Einwanderungsdebatte viel zu wenig im Vordergrund, heißt es etwa beim Paketzusteller DPD. „Wenn wir an dieses Thema nicht herangehen, wird das ein wachstumshemmender Faktor für die gesamte Wirtschaft“, mahnt Fraport-Chef Stefan Schulte.
Nach Ansicht von Migrationsexperte Brücker gibt es indes noch ein großes ungenutztes Reservoir: So beziffert das IAB die Arbeitslosenquote bei Erwerbsfähigen aus Asylherkunftsländern mit über 30 Prozent. Doch die Bürokratie steht dem Einstieg von Migranten in einen Job häufig entgegen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck will das ändern. „Unser Ziel ist es, den Übergang vom Asylrecht ins Arbeitsleben offener zu gestalten“, sagte er dem Handelsblatt.