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Pandemie „Festfahren im Lockdown wäre fatal“ – So sehen Unternehmer die Corona-Beschlüsse

Viele Unternehmer loben die Bundes- und Länderregierungen für ihr besonnenes Vorgehen, verlangen aber mehr Planungssicherheit. Tunnelbauer Herrenknecht sieht Österreich als Vorbild.
15.04.2020 - 22:47 Uhr Kommentieren

Düsseldorf, Stuttgart Für große Teile der Wirtschaft wird die Coronakrise eine existenzielle Frage. Das sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) nach den Beschlüssen einer vorsichtigen Lockerung des Shutdowns von Bund und Ländern am Mittwochabend: „Viele Unternehmerinnen und Unternehmer sorgen sich nicht nur um die Gesundheit von Mitarbeitern und Kunden, sondern auch um das wirtschaftliche Überleben“, so Eric Schweitzer.

Der Verband der Familienunternehmer ging weiter. Präsident Reinhold von Eben-Worlee sprach von „einer kaum zu ertragenden Nachricht“ und erklärte: „Etliche der bereits jetzt um ihre Existenz ringenden Betriebe werden nicht mehr bis Mai durchhalten können.“

Das Handelsblatt hat mittelständische Unternehmen und Konzernchefs um ihre Einschätzung gebeten.

Nicola Leibinger-Kammüller

„Ich empfinde den Kompromiss zwischen der Aufrechterhaltung der Schutzmaßnahmen und der schrittweisen Rückkehr zur Normalität als richtig und verantwortungsvoll. Bund und Länder machen es sich bei ihren Entscheidungen nicht einfach, sondern versuchen viele Aspekte und gesellschaftliche Gruppen zu berücksichtigen. Das Wiederanfahren von Teilen der Wirtschaft wird wichtig sein, um die schon jetzt singulären Folgen des Stillstands abzuschwächen“, sagt die Vorsitzende der Geschäftsführung des Maschinenbauers Trumpf.

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    Ihr Unternehmen habe „von Anbeginn darauf geachtet, den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Produktion zu gewährleisten. In diesem schwierigen Spagat sehen wir uns bestätigt. Insofern nützen uns die Entscheidungen der Politik auch symbolisch, da sie die kommenden Maßnahmen auf die entscheidende Grundlage stellen“, so Leibinger-Kammüller.

    „Wir werden neben den laufenden Produktionsbereichen und Zentralfunktionen nun genau definieren, in welchen Unternehmensteilen wir die Präsenz und Schlagzahl wieder erhöhen.“

    Martin Herrenknecht

    „Ein Festfahren im Lockdown wäre fatal. Diese Pandemie ist ein realer existenzieller Stress, der kleinen und mittleren Unternehmen bereits brutal zusetzt. Da blutet mein Unternehmerherz. Diese Betriebe, ob es Einzelhandel, Servicedienstleister oder Industrielieferanten sind, stehen für unsere ökonomische Widerstandskraft und eine weltweit bewunderte soziale Gesellschaft“, sagt der Vorstandsvorsitzende des gleichnamigen Tunnelbauers.

    „Wir brauchen jetzt einfach verlässliche terminliche Perspektiven durch die Politik. Nur so können wir alle zusammen mit gigantischer Kraftanstrengung, mit unnachgiebiger Disziplin und umsichtigen präventiven Maßnahmen wieder schrittweise in die Gänge kommen. Österreich und Bundeskanzler Sebastian Kurz geben so einen Weg bereits vor. Letzte Sicherheiten wird es nicht geben. Wir müssen da gemeinsam noch längere Zeit möglichst klug und vielschichtig koordiniert durchhalten, bis ein verträglicher und verlässlicher Impfstoff da und verfügbar ist.“

    Tina Müller

    Quelle: Getty Images
    (Foto: Getty Images)

    „Ich begrüße es ausdrücklich, dass erste Öffnungen des Einzelhandels ab dem 20. April geplant sind und wir so die Innenstädte schrittweise wieder beleben können. Eins ist dabei klar: bei allem was wir tun, haben das Gemeinwohl und die Gesundheit unserer Mitarbeiter*innen und Kunden*innen oberste Priorität“, sagt die Douglas-Chefin.

    Müller kritisiert, „dass die Öffnung zunächst nur für Geschäfte mit bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche gelten soll. Ich hätte mir stattdessen eine Begrenzung der Kundenanzahl pro Quadratmeter gewünscht, um Mindestabstände einzuhalten. So könnte man einheitliche Vorgaben für den gesamten Einzelhandel umsetzen, ohne nach Verkaufsfläche oder Branche zu differenzieren.“

    Alexander Kind

    „Wir begrüßen die Entscheidungen der Politik als ersten wichtigen Schritt zurück zur Normalität. Die wirtschaftliche Erholung unseres Landes und auch unseres Unternehmens wird lange Zeit dauern. Die negativen Effekte für unser aller Lebensstandard und Wohlstand werden uns über Jahre begleiten“, sagt der Chef der gleichnamigen Hörgerätekette.

    Es sei jetzt wichtig, „dass die Politik für Ruhe und Besonnenheit sorgt und der Wirtschaft Planungssicherheit für die kommende Zeit schafft. Die Angst vor Corona sitzt bei vielen Menschen tief – hier muss mit klaren Verhaltens- und Hygieneregeln die nötige Sicherheit geschaffen werden, die uns allen ein Privat- und Wirtschafsleben trotz Corona ermöglicht. Vorrangig ist für uns, dass jetzt durch die Politik klare Rahmenbedingungen gesetzt werden, die schrittweise Ängste bei Kunden und Mitarbeitern abbauen. Die „Erlaubnis zur Öffnung“ ohne Abbau der Ängste wird wenig bringen.“

    Ralf Brandstätter

    „Mit den Beschlüssen der Bundes- und Landesregierungen sowie den Lockerungen von Maßnahmen in weiteren europäischen Staaten sind die Rahmenbedingungen geschaffen, die Produktion wieder schrittweise aufnehmen zu können“, sagt der Chief Operating Officer (COO) der Marke Volkswagen. Darauf habe sich das Unternehmen in den letzten drei Wochen intensiv vorbereitet.

    Außer der Erarbeitung eines umfangreichen Maßnahmenkatalogs zum Gesundheitsschutz der Belegschaft habe VW auch den Wiederaufbau der Lieferketten vorangetrieben. Am 20. April beginnt Volkswagen mit der Produktion in Zwickau, eine Woche später folgen die große Fahrzeugwerke in Wolfsburg, Emden und Hannover.

    Alexander Gedat

    „Die Entscheidung der Bundesregierung zur schrittweisen Wiedereröffnung des Handels unter Einhaltung aller notwendigen (Hygiene-)Maßnahmen begrüßen wir bei Gerry Weber absolut. Ein verantwortungsvolles Wiederhochfahren halten wir für dringend notwendig, um allen Anbietern stationären Handels ihre Existenzgrundlage zurückzugeben und das Ungleichgewicht zum durchgehend geöffneten Handel, der zum Beispiel teilweise auch Textilien im Sortiment hat, nach und nach aufzuheben“, sagt der Vorstandschef des Modeunternehmens Gerry Weber.

    Sein Unternehmen habe „seit Beginn des Shutdowns, von unterschiedlichen Szenarien ausgehend, mit allen hierfür relevanten Abteilungen entsprechende Strategien zur Wiedereröffnung entwickelt, so dass wir gut vorbereitet sind. Alle Filialen werden bei ihrer Wiedereröffnung über ausreichend Artikel wie Mund-Nasen-Schutzmasken und Desinfektionsmittel verfügen. Darüber hinaus sind wir in der Lage, unsere Mitarbeiter kurzfristig aus der Kurzarbeit zurückzuholen, um diese zielgerichtet an den POS sowie allen komplementären Funktionen einzusetzen.“

    Heinz Jörg Fuhrmann

    „Die Bundesregierung setzt mit den maßvollen Lockerungen ihre bis dato erfolgreiche Politik fort. Nun gilt es, einerseits das im Gesundheitssektor Erreichte zu festigen und andererseits die Wirtschaft allmählich hochzufahren, um die Balance zwischen Produktivität, sozialer Wohlfahrt und finanzieller Solidität wiederherzustellen“, sagt der Vorstandschef des Stahlkonzerns Salzgitter.

    Frank Koch

    „Es ist gut, dass wir bei der Auseinandersetzung mit der Corona-Pandemie in Deutschland erste Erfolge sehen können. Jetzt darf es nur kein Zurückfallen geben“, so der Chef der Georgsmarienhütte. „Behutsame Schritte der Menschen in ein normaleres Leben werden wieder möglich. Das gilt auch für die Wirtschaft. Positiv sind vorsichtige Signale, die auf ein langsames Wiederanlaufen industrieller Produktion hindeuten.“

    Mehr: Alles zur Coronakrise lesen Sie in unserem Newsblog.

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