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Sanierer über Signa„Als ich gerufen wurde, war es im Grunde schon zu spät“

Ralf Schmitz gehört zur Riege der Top-Sanierungsexperten in Deutschland. Im Interview erzählt er, wie er den Verkauf der Steag gesichert hat – und warum er als Retter von Signa zu spät kam.Peter Brors, Florian Kolf 21.12.2023 - 09:07 Uhr

Köln. Ralf Schmitz wird immer dann gerufen, wenn die Aufgabe der Sanierung eines Unternehmens besonders groß ist. Den Energiekonzern Steag hat er vor der Pleite bewahrt und konnte das Unternehmen dann sogar für 2,6 Milliarden Euro an einen Investor verkaufen.

Dabei schien diese Aufgabe fast aussichtslos. „Wir hatten bei meinem Start nur noch 20 Millionen Euro in der Kasse, und die Steag war fast pleite“, sagt Schmitz. Doch er schaffte es, die zerstrittenen Eigentümer zu einen, die ursprünglich mit einem deutlich niedrigeren Verkaufserlös gerechnet hatten. „Anfänglich standen deutlich unter 500 Millionen Euro im Raum“, erinnert sich der Sanierer. Für diesen Erfolg habe er aber einen sehr unkonventionellen Weg wählen müssen.

Auch bei Signa sollte er Restrukturierungsvorstand werden, doch er lehnte nach eingehender Prüfung ab. „Als ich gerufen wurde, war es im Grunde schon zu spät für eine Sanierung als Ganzes“, sagt Schmitz.

Gekippt sei das Konstrukt des Milliardärs René Benko letztlich nach dem Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB). „Ich meine, Auslöser waren im Grunde die kritischen Fragen der EZB an die Banken, die Signa und deren Projekte finanziert haben“, sagt er. Das System Benko baue auf Vertrauen auf, weil es auf vielen Ebenen hoch finanziert gewesen und immer wieder frisches Geld für Kredite und Tilgungen benötigt worden sei. „Die EZB hat dieses Vertrauen erschüttert."

Lesen Sie hier das komplette Interview mit Sanierungsexperte Ralf Schmitz:

Herr Schmitz, Sie sind ein erfahrener Restrukturierer, aber mit Immobilien und Einzelhandel hatten Sie bisher weniger zu tun. Wie kam es, dass die Signa-Gruppe Sie gerufen hat?

Ich kenne den Sanierer Arndt Geiwitz gut von einigen gemeinsamen Projekten. Als er bei Signa anfing, war schnell die Notwendigkeit klar, einen Restrukturierungsvorstand dazuzuholen. Die Zahl derjenigen, die ein so komplexes Mandat stemmen können, ist überschaubar – und so kam es dann wohl zum Anruf bei mir.

Was war Ihr erster Eindruck von den Strukturen, die Sie bei Signa vorfanden?

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