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T-Mobile und Sprint Wie Thorsten Langheim die Telekom erfolgreich macht

Das Vorstandsmitglied kümmert sich bei dem Dax-Konzern um die härtesten Fälle. Der Deal in den USA wurde im letzten Moment zu seinem Meisterwerk.
23.02.2020 - 16:27 Uhr Kommentieren
Der 53-Jährige arbeitet seit mehr als zehn Jahren bei der Telekom. Quelle: imago/Sven Simon
Thorsten Langheim

Der 53-Jährige arbeitet seit mehr als zehn Jahren bei der Telekom.

(Foto: imago/Sven Simon)

Bonn Einer der größten Erfolge kommt Freitagnacht um 1.09 Uhr per Ad-hoc-Mitteilung. Die Deutsche Telekom steht nach zwei Jahren nicht nur vor einer der größten Fusionen eines deutschen Unternehmens in den USA. Ihr ist es auch noch gelungen, im letzten Moment die Konditionen zu verbessern. Das ist ein großer Sieg für die Telekom. Und es ist ein großer Sieg für einen Beteiligten: Thorsten Langheim.

Der 53-Jährige und sein Team hatten ein riskantes Vorgehen angestoßen. Denn jede Nachverhandlung konnte den Zeitplan für die Fusion der Telekom-Tochter T-Mobile US mit dem Rivalen Sprint gefährden. Dennoch hatte sich Langheim darauf eingelassen. Schließlich konnte er einen gewaltigen finanziellen Erfolg verkünden: Um umgerechnet rund fünf Milliarden Dollar verbesserte er die Fusion für die Telekom.

Langheim wusste genau, wann und wie er ansetzen musste. Beispielsweise wusste er, dass der Sprint-Eigner Softbank dringend auf den Deal angewiesen war. Das Geschäft von Sprint läuft schleppend, T-Mobile fährt hingegen Rekorde bei den Kundenzahlen ein. So ging Softbank im letzten Moment auf die Nachforderung der Bonner ein. Der Durchbruch von Freitag ist nur die jüngste Leistung in einer langen Liste von Erfolgen für Thorsten Langheim.

Er kam über die Beteiligungsgesellschaft Blackstone zu dem Dax-Konzern, die damals einen Anteil an der Telekom hielt. Diese Erfahrung hat ihn geprägt, genauso wie seine Zeit bei der Investmentbank JP Morgan und bei der West LB. Langheim ist stark leistungsorientiert. In seiner Jungend spielte er Fußball – nicht bei Amateuren, sondern in der Zweiten Bundesliga.

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    Seit mehr als einer Dekade ist er bei der Deutschen Telekom und war in dieser Zeit der Architekt großer Erfolge für den Konzern. Dazu zählt auch eine vermeintliche Niederlage. Die Telekom wollte sich 2011 vom Geschäft in den USA trennen. Doch der Verkauf an AT&T scheiterte an den Wettbewerbsbehörden.

    „Kein Anzugträger"

    Langheim hatte jedoch vorgesorgt. Denn in den Verträgen stand eine Klausel, die vorsah, dass AT&T eine Vertragsstrafe von drei Milliarden Dollar zahlen und der US-Tochter der Telekom ein wichtiges Spektrum zur Verfügung stellen musste. Diese Klausel bildete die Grundlage für die Aufholjagd von T-Mobile. Langheim hat seitdem die Erfolgsgeschichte der Telekom in den USA eng begleitet – und auch die Details der Fusion mit Sprint ausgehandelt.

    Lange hielt er sich im Hintergrund. Er war direkt dem Vorstandschef Timotheus Höttges unterstellt und kümmerte sich um Fusionen und Übernahmen sowie die Unternehmensentwicklung. „Ich habe ihn fast nie im Anzug gesehen. Er will nicht im Rampenlicht stehen“, sagt einer, der seit Jahren eng mit Langheim zusammenarbeitet.

    In einem seiner seltenen Auftritte sagte Langheim beim Kapitalmarkttag 2018: „Als ich 2010 dem Konzern beigetreten bin, habe ich mit Tim und dem Vorstand ausgemacht, dass ich niemals auf der Bühne stehen muss. Aber jetzt stehe ich trotzdem hier.“ Seit dem vergangenen Jahr kann er sich jedoch nicht mehr komplett mit seinem Team in Hamburg fernab der Konzernzentrale in Bonn verstecken.

    Er ist zum 1. Januar in den Vorstand eingezogen und formell zuständig für „USA und Unternehmensentwicklung“. Dazu gehört neben dem US-Geschäft unter anderem die einst strauchelnde Landesgesellschaft der Telekom in den Niederlanden. Auch dort hat Langheim die Übernahme eines Rivalen vorangetrieben und das Geschäft ausgebaut. Heute ist das Netz der Telekom in den Niederlanden das beste in Europa.

    Es gibt Mitglieder des Aufsichtsrats, die Langheim als geeigneten Nachfolger für Timotheus Höttges auf dem CEO-Posten sehen. Dessen Vertrag läuft noch bis Ende 2023. Aber ein Insider sagt über Langheim: „Das ist nicht sein Ziel.“

    Mehr: Kurz vor dem Abschluss der Mega-Fusion in den USA hat die Deutsche Telekom nachverhandelt und deutlich bessere Konditionen erreicht. Das ist eine große Leistung, meint Stephan Scheuer.

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