Überbrückungshilfe III: Die Milliardenhilfe, die kaum jemand will: Viele Krisenbranchen rufen die Corona-Mittel nicht ab
Weniger als die Hälfte der Unternehmen aus diesem Bereich hat die Überbrückungshilfe III beantragt.
Foto: dpaDüsseldorf. Mit der sogenannten Überbrückungshilfe III wollte die Bundesregierung Firmen helfen, die seit Ende 2020 unter Umsatzausfällen in der Coronakrise gelitten haben. Doch gerade einmal jedes zehnte Unternehmen hat diese bisher beantragt. Auffällig dabei ist, dass sich viele besonders gebeutelte Branchen zurückhalten. Das geht aus Zahlen aus dem Bundeswirtschaftsministerium mit Stand Anfang Juli hervor, in die das Handelsblatt aus informierten Kreisen exklusiven Einblick erhielt. Zu diesem Zeitpunkt waren rund 310.000 Anträge gestellt.
So beantragte mit 45 Prozent etwa nicht einmal die Hälfte der Kinobetreiber die Hilfen, obwohl die Säle im gesamten Förderzeitraum seit November pandemiebedingt leer bleiben mussten. Eine vergleichbare Quote von Anträgen kam von Friseur- und Kosmetiksalons – auch sie hatten monatelang geschlossen.
Von den Reiseveranstaltern wurden trotz Reiseflaute weniger als 40 Prozent vorstellig und von den Reisebüros sogar unter 30 Prozent. Ebenso griff nicht einmal jeder dritte der knapp 8000 Messe-, Ausstellungs- und Kongressveranstalter nach den Hilfen, obwohl das Gros ihres Geschäfts schon seit mehr als einem Jahr brachliegt.