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GenerationswechselTengelmann-Brüder benennen einen neuen Beirat

Christian Haub und sein Bruder Georg demonstrieren bei der Führung des Familienkonzerns neue Einigkeit. Die erste Amtshandlung: Der Beirat von Tengelmann wird umgebaut.Anja Müller 16.09.2021 - 06:15 Uhr Artikel anhören

Der Erbstreit im Familienreich ist beendet, der Beirat wird umgebaut.

Foto: mauritius images / SZ Photo Creative

Düsseldorf. Beim Familienunternehmen Tengelmann soll nach dem Streit wieder Ruhe einkehren: Christian und Georg Haub haben eine gemeinsame Erklärung über die Zukunft des Unternehmens abgegeben, die dem Handelsblatt vorliegt. Danach planen die beiden Brüder eine enge Zusammenarbeit und wollen den Generationswechsel einleiten.

Als erstes Zeichen des „Schulterschlusses“, wie es in der gemeinsamen Mitteilung der beiden Brüder heißt, wollen sie Carl-Thomas Epping als drittes Beiratsmitglied ersetzen. Der Finanzberater war auf Wunsch der Familie von Karl-Erivan Haub zu Beginn des Jahres 2021 in den Beirat bestellt worden. Ihm folgt Pier Paolo Righi, Vorstandschef des Lifestyle-Unternehmens Karl Lagerfeld.

Erst Ende Juni war unter der Vermittlung der beiden Anwälte Mark Binz für Christian Haub und Peter Gauweiler für die Familie von Karl-Erivan Haub ein Schlussstrich unter einen langen Streit der Familien Haub gezogen worden.

Binz, der als Experte für Familienunternehmen gilt, hat auch den aktuellen Einigungsprozess mit Georg Haub für Christian Haub vorbereitet und begleitet. Nachdem der damalige Co-Firmenchef Karl-Erivan von einer Gletschertour im April 2018 nicht heimgekehrt war, hatte Christian Haub das Unternehmen bereits allein geführt.

Lange war unklar, wie die Erbschaftsteuer beglichen werden kann. Es kamen immer wieder Gerüchte auf, dass der vermisste Firmenchef noch am Leben sein könnte. Und es zog sich ein Streit durch die Familien der drei Brüder. Schlussendlich hatten die Erben von Karl-Erivan Haub nach der offiziellen Todeserklärung ihre Anteile an Christian verkauft. Dieser hält nun 68,7 Prozent an einem der größten Familienunternehmen hierzulande mit aktuell 75.000 Mitarbeitern und zuletzt 8,3 Milliarden Euro Umsatz. Sein Bruder Georg hält 31,3 Prozent.

Von Kik bis Zalando – das Tengelmann-Imperium ist groß

In der gemeinsamen Erklärung heißt es weiter, dass beide Brüder die Zukunft gemeinsam gestalten wollen. Zur Zukunft von Tengelmann gehören der Textildiscounter Kik, die Obi-Baumärkte sowie babymarkt.de. Auch die Immobiliengesellschaft Trei Real Estate sowie die Beteiligungsgesellschaften Emil Capital Partners in den Vereinigten Staaten und Tengelmann Ventures in Deutschland gehören zum Firmenimperium.

Darüber hinaus hält Tengelmann zahlreiche Beteiligungen, darunter ab kommender Woche auch einen Dax-Wert. Tengelmann ist mit einem niedrigen einstelligen Prozentanteil an der Online-Modeplattform Zalando beteiligt.

Christian Haub werde sich in den kommenden Jahren weiterhin der operativen Weiterentwicklung widmen. „Im verkleinerten Gesellschafterkreis und mit dem neu besetzten Beirat können wir unseren begonnenen Umbau weiterverfolgen und unsere strategischen Ziele konsequent umsetzen“, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung.

Der Firmenerbe hält rund zwei Drittel der Anteile am Familienunternehmen.

Foto: Funke Foto Services

Der Unternehmer und jüngste der drei Brüder hatte seit 2018 bereits viel verändert. So verkleinerte er die Holding radikal, verkaufte die ursprüngliche Firmenzentrale in Mülheim und vollzog einen Anteilstausch mit dem Unternehmer Stefan Heinig. Seitdem gehört Kik komplett zu Tengelmann und der Händler Tedi komplett zu Heinig. Der Firmensitz wird von Mülheim nach München verlegt, teilten die Brüder Haub weiter mit.

Während Christian Haub, der viele Jahre in den USA lebte, inzwischen in Deutschland zu Hause ist, wird Georg Haub „seinen Tätigkeitsschwerpunkt in die USA verlagern und sich dort unter anderem um die Immobilienentwicklung für das Unternehmen kümmern“, heißt es in der Mitteilung weiter. Beide würden sich darüber hinaus abstimmen, wenn es um den Generationswechsel im Familienunternehmen gehe.

Pier Paolo Righi: Erfahrungen bei Fielmann und Nike

Im Zuge des Familienstreits hat es in der Vergangenheit auch immer wieder Streit über die Besetzung des Beirats gegeben, der zum Teil sogar vor Gericht ausgetragen wurde. Als es um die Neubesetzung zum Jahresbeginn 2021 ging, war Pier Paolo Righi bereits von Christian Haub vorgeschlagen worden. Damals hatte aber die Familie von Karl-Erivan Haub auf die Ernennung von Carl-Thomas Epping bestanden. Nachdem der Familienzweig nun aus dem Unternehmen ausgeschieden ist, hat auch Epping den Beirat verlassen.

Righi bringt Erfahrungen aus einem Familienunternehmen mit. Der frühere Leiter des Europageschäfts von Nike ist seit mehreren Jahren Aufsichtsrat bei der Optikerkette Fielmann, dessen Aufsichtsratschef ebenfalls Mark Binz ist. Fielmann ist eines der wenigen Familienunternehmen, die börsennotiert sind. Tengelmann-Beiratschef Thomas Ingelfinger, Vorstand der Beiersdorf AG, und die Beirätin Astrid Hamker, Präsidentin des Wirtschaftsrats der CDU, gehören weiterhin dem Beirat an.

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Georg Haub begrüßt die Einigung: „Unser gemeinsames Ziel ist es, dass Tengelmann als Familienunternehmen jetzt und auch in der nächsten Generation erfolgreich fortgeführt wird.“

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