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SportartikelherstellerSchutzbrillen statt Skihelme: Uvex punktet mit Arbeitsschutzprodukten

Die Pandemie beflügelt das Geschäft des Mittelständlers mit Schutzausrüstung. Auf Skihelmen und Skibrillen bleiben die Franken dagegen sitzen.Joachim Hofer 20.10.2020 - 16:24 Uhr Artikel anhören

Schutz vor dem Virus: Das Geschäft mit Arbeitsschutzausrüstung des Fürther Mittelständlers Uvex wächst kräftig.

Foto: dpa

München. Die Marke Uvex ist Millionen von Sportlern ein Begriff. Die Fürther stellen Skihelme und Skibrillen her und produzieren Reithelme, Reithandschuhe und Fahrradhelme. Allerdings: Rund drei Viertel vom Umsatz von zuletzt 480 Millionen Euro fährt Unternehmer Michael Winter mit Produkten für den Arbeitsschutz ein. Der Franke bietet unter anderem Schutzbrillen, Schutzhelme und Visiere an.

Ein Geschäft, das nicht so sexy ist wie der Sport, dafür aber krisensicher. Das zeigt sich in der Corona-Pandemie: So sei der Umsatz im Bereich Arbeitsschutz im abgelaufenen Geschäftsjahr, es endete am 31. Juli, um vier Prozent gestiegen. Die Sportdivision hingegen musste ein Minus von drei Prozent hinnehmen, teilte Uvex am Dienstag mit.

„Wir sind als Unternehmensgruppe breit diversifiziert und auch international gut aufgestellt, was sich im Verlauf der Coronakrise als relativ sicheres Geschäftsmodell bewährt hat“, sagte Winter. So hätten die Kunden zu Jahresbeginn enorm viele Atemschutzmasken bestellt, zudem Vollsicht-Schutzbrillen, Einweghandschuhe und sogenannte Coveralls, also Ganzkörperbekleidung.

Skihelme und Skibrillen waren weniger gefragt, weil die Saison Mitte März abrupt endete. Der Radsport allerdings konnte das teilweise ausgleichen. „Dem starken Einbruch während der Lockdown-Wochen folgte ein fulminantes Wachstum – sowohl stationär als auch online“, so Winter. „Ein Trend, den wir aus den Vorjahren kennen und der durch die Coronakrise beschleunigt und fortgesetzt wurde.“

Winters Großvater Philip gründete 1926 am Stadtrand von Fürth einen kleinen Betrieb zur Herstellung und zum Vertrieb von Arbeitsschutzbrillen. Sein Vater Rainer Winter, Jahrgang 1935, legte mit der Umbenennung des Unternehmens in Uvex – abgeleitet von „ultraviolet excluded“ – in den 1960er-Jahren den Grundstein für die heute international bekannte Marke mit 2900 Beschäftigten.

„Wir können alle Investitionen stemmen.“

Foto: Uvex

Kernkompetenz ist das Beschichten von Scheiben, die in Brillen eingesetzt werden. Die wiederum werden in den Goldminen Südafrikas genauso getragen wie auf den Ölplattformen in der Nordsee und den Pisten der Alpen.

Der Umsatz von 480 Millionen Euro entspricht einem Plus von einem Prozent. Im vorigen Geschäftsjahr kletterte der Umsatz noch um rund fünf Prozent. Seit Anfang des vergangenen Jahrzehnts sind die Erlöse insgesamt um rund 45 Prozent gestiegen.

Dennoch zeigte sich Winter zufrieden. „In Anbetracht des herausfordernden Geschäftsjahres, das hinter uns liegt, ist die Stabilisierung der Unternehmensgruppe auf diesem hohen Niveau äußerst erfreulich“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter der Familienfirma. Zum Gewinn machte Winter keine Angaben. Nur so viel: Uvex sei unabhängig von Banken, die Eigenkapitalquote sei gut. Winter: „Wir können alle Investitionen stemmen.“

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Uvex produziert rund drei Viertel seiner Artikel in eigenen Fabriken. Von denen wiederum steht knapp die Hälfte in Deutschland. Derzeit baut Winter sein Stammwerk in Fürth aus und zieht eine Maskenproduktion im Elsass hoch. Weitere Standorte für Atemschutzmasken würden geprüft.

Der Trend aus dem vergangenen Geschäftsjahr dürfte sich dagegen fortsetzen: Mit dem Wintersport wird es eher schwierig. „Dafür sind wir bei Arbeitsschutzbrillen bis Mitte nächsten Jahres ausgebucht“, so Winter.

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