Wochenend-NewsletterWeniger Toiletten-Tech, mehr Essen – Das Handelsblatt-Wochenende

Außerdem: Der Preis des Döners, ein Tunnel, der nicht fertig wird, und der womöglich nervigste Mann des Internets.Charlotte Morré 16.08.2024 - 14:12 Uhr

Liebe Leserin, lieber Leser,

als Mitarbeiterin eines Wirtschaftsmediums glaube ich natürlich an den freien Markt. Angebot und Nachfrage, das beste Produkt setzt sich durch und so weiter. Also ich glaube es immer so lange, bis ich mehrere Stunden in Deutschland mit dem Auto unterwegs bin. Dann bekomme ich nämlich Hunger. Und ende jedes Mal bei McDonald’s.

Bevor es hier ein Missverständnis gibt: Ich mag McDonald’s. Der Cheeseburger ist immer gleich würzig, der Kaffee gleich solide und das Spielzeug im Happy Meal gleich sinnlos, aber freudestiftend. McDonald’s enttäuscht nie meine Erwartungen.

Trotzdem möchte ich nicht auf jeder Autofahrt bei McDonald’s essen. Allerdings gibt es an deutschen Autobahnen keine wirkliche Alternative. Ich habe mich da wirklich bemüht. Habe pappige Schnitzel mit politisch unkorrektem Saucennamen in Raststätten gegessen, traurige Salate unterm Plastikdeckel reanimiert und Analogkäse aus sehr weißen Brötchen gepult. Es war stets unangemessen teuer und enttäuschend. Also hatte ich mit McDonald’s meinen Frieden gemacht.

Bis ich jetzt mal wieder in Italien war. Dort gibt es in jeder Raststätte im bergigsten Hinterland köstliches, frisches Essen. Von den Autogrills fange ich jetzt gar nicht erst an, das schmerzt zu sehr.

Ich habe gelesen, dass die italienische Wirtschaft dieses Jahr um 0,7 Prozent wachsen soll, die deutsche nur um 0,3. Den Summen nach zu urteilen, die ich alleine in den italienischen Raststätten hinterlassen habe, halte ich das für glaubwürdig.

Ich frage mich allerdings, warum wir uns in Deutschland mit ordentlichen Autobahnraststätten so schwertun. Vielleicht findet sich die Antwort auf dem Klo.

Denn was deutsche Raststätten im Gegensatz zu italienischen ganz wunderbar können, sind Toiletten. Die sind selbstreinigend, haben ein perfektioniertes Check-in- und Check-out-System, sogar diese nervigen 1-Euro-Bons kann man jetzt digitalisieren. Vielleicht könnten wir da von Italien lernen, im Detailgrad bei den Toiletten ein paar Abstriche machen und die Hirnkapazität in besseres Essen stecken. Dann geht es auch wieder mit unserer Wirtschaft bergauf, da bin ich mir sicher.

Damit Sie jetzt nicht die ganze Zeit an italienische Parma-Sandwiches und eiskalte Limodosen denken müssen, empfehle ich Ihnen diese zehn Texte.

Ihre Charlotte Haunhorst
Head of Digital

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