Bilanzcheck: Siemens glänzt mit Rekorden – doch es gibt ein Warnsignal
München. Auf den ersten Blick gibt es auf der Hauptversammlung am Donnerstag für die Siemens-Aktionäre nur gute Nachrichten. Vorstandschef Roland Busch kann eine Rekordbilanz vorlegen, die Dividende wird erhöht.
Doch Investoren treibt ein Thema um. „Die Entwicklung des Aktienkurses ist seit Jahren nicht zufriedenstellend“, sagt Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Anscheinend traue der Markt der Story noch nicht so recht.
Siemens müsse die Kapitalmarktkommunikation verbessern und die Technologie-Strategie noch besser erklären, fordert sie. Auch Vera Diehl, Fondsmanagerin bei Union Investment, sagt mit Blick auf die Aktie: „Es ist durchaus noch Luft nach oben.“
Die Siemens-Aktie habe seit Buschs Antritt zwar mit einer Performance von gut 33 Prozent Zuwachs den Dax geschlagen, die Wettbewerber Schneider Electric (plus 55 Prozent) und ABB (plus 74 Prozent) hätten sich aber besser entwickelt.
Strategie und Umsetzung stimmen aber aus Sicht der Investoren. Der Handelsblatt-Bilanzcheck zeigt deutlich, dass sich der grundlegende Umbau für den Konzern ausgezahlt hat. Die Geschäfte laufen in ganzer Breite besser, 2024 könnte Siemens schon wieder größer werden als vor der Abspaltung der Energiegeschäfte. Die wiedergewonnene Finanzkraft mit einem Rekord-Cashflow ermöglicht Zukäufe auch im großen Stil.