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Big OilWie US-Ölkonzerne von den Förderkürzungen der Opec profitieren

Das von Saudi-Arabien angeführte Ölkartell verzichtet freiwillig auf Fördermengen, um den Preis hochzuhalten. Doch die US-Produzenten nehmen ihnen Marktanteile ab.Judith Henke 08.02.2024 - 16:14 Uhr
Saudi Aramco will seine Ölproduktionskapazität nun doch nicht ausbauen. Foto: E+/Getty Images

Frankfurt. Während westliche Ölkonzerne wie Exxon Milliardensummen in die Stärkung ihrer Produktion und in Übernahmen investieren, geht Saudi Aramco den entgegengesetzten Weg: Ende Januar kündigte der saudi-arabische Staatskonzern an, seine Ölproduktionskapazität bis 2027 nicht auf 13 Millionen Barrel pro Tag auszuweiten.

Derzeit könnte Saudi Aramco täglich zwölf Millionen Barrel pro Tag fördern – macht das jedoch nicht. Das Unternehmen produziert aktuell etwa neun Millionen Barrel pro Tag. Ein Barrel entspricht 159 Litern.

Denn seit Juli vergangenen Jahres nimmt Saudi-Arabien freiwillig eine Million Barrel pro Tag vom Markt, zusätzlich zu den ohnehin bestehenden Förderkürzungen des Ölstaaten-Kartells Opec plus. Der Alleingang des größten Opec-Produzenten hat einen Grund: Saudi-Arabien ist auf einen Ölpreis von mindestens 90 US-Dollar pro Barrel angewiesen, um seinen kostspieligen Staatshaushalt zu finanzieren.

Doch der für die Opec relevante Preis der Sorte Brent liegt deutlich darunter: Am Mittwochnachmittag kostete ein Barrel Brent-Öl knapp weniger als 80 US-Dollar. Und das trotz der Angriffe der Huthi-Rebellen auf Schiffe im Roten Meer, der militärischen Reaktion der USA darauf und des daraus möglicherweise folgenden weiteren Eskalationspotenzials im Nahen Osten.

Zudem sei die Angebotssituation „momentan eher angespannt“, wie Commerzbank-Analystin Barbara Lambrecht in einem Kommentar schreibt. Die Opec-Produktion ist Schätzungen zufolge im Januar im Vergleich zum Vormonat um 410.000 Barrel pro Tag gesunken, der größte monatliche Rückgang seit Juli 2023.

Das ist zum einen auf Proteste in Libyen zurückzuführen, wegen denen dort die Ölproduktion unterbrochen wurde, und zum anderen auf die freiwilligen zusätzlichen Produktionskürzungen, zu denen sich bei der Sitzung der Opec-plus im November einige Förderländer durchgerungen haben. „Damit setzt sich die Tendenz des letzten Jahres fort, dass die Opec beziehungsweise auch die Opec plus zumindest temporär Marktanteile aufgibt“, so Lambrecht. Außer der Opec selbst gehören Russland und Mexico zu den wichtigsten Förderländern von Opec plus.

Nicht-Opec-Mitglieder als Nutznießer

Was die Rohstoffexpertin damit meint: Von den Förderkürzungen der Opec plus profitieren vor allem die Ölproduzenten, die nicht an die Förderquoten des Ölkartells gebunden sind, etwa Kanada, Norwegen, Guyana und die USA. Gerade die freiwilligen Kürzungen Saudi-Arabiens verknappten das Ölangebot zeitweise so sehr, dass die Preise über 90 US-Dollar pro Barrel stiegen – ein Anreiz für die gewinnorientierten westlichen Ölkonzerne, ihre Förderung zu erhöhen.

So stieg 2023 die tägliche Förderung in den USA um 1,5 Millionen Barrel und erreichte im November laut der US-Energiebehörde EIA 13,3 Millionen Barrel pro Tag. Allerdings soll die US-Ölproduktion laut EIA den größten Teil dieses Jahres stagnieren und erst Anfang 2025 einen neuen Rekord erreichen.

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Mittelfristig werde das Angebot aus Nicht-Opec-Ländern wie den USA und Guyana weiter wachsen, schreibt Ehsan Khoman, Chefanalyst für Rohstoffmärkte bei der Bank MUFG. Saudi Aramco habe in den nächsten zwei bis drei Jahren daher wenig Spielraum, deutlich über zehn Millionen Barrel pro Tag zu produzieren. 

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