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Trump gegen HarrisSo steht es in aktuellen Umfragen zur US-Wahl

Der US-Wahlkampf geht in die entscheidende Phase. Das Handelsblatt zeigt in aktuellen Grafiken, wer die besten Chancen hat, ins Weiße Haus einzuziehen – und wie die Märkte darauf reagieren.Haluka Maier-Borst 05.11.2024 - 10:07 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Bei der US-Wahl zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Donald Trump und Kamala Harris ab. Foto: Imago/Collage

Berlin. Am Dienstag entscheiden die Wählerinnen und Wähler in den USA, ob Donald Trump erneut ins Weiße Haus einzieht oder ob Kamala Harris die erste Präsidentin in der Geschichte des Landes wird. Lesen Sie hier in grafischer Aufbereitung die aktuellen Entwicklungen im US-Wahlkampf, den Stand der Umfragen und wie die US-Wirtschaft auf sie reagiert.

Die neuesten Entwicklungen:

  • Das ist das letzte Update und dank leichter letzter Zugewinne bei Kamala Harris zeichnen die Umfragen nun endgültig eine 50:50-Situation. Das heißt, schon ein leichter statistischer Umfragefehler könnte das Ergebnis zu einem recht deutlichen Sieg für Trump oder Harris ummünzen.
  • Derweil sorgt eine einzelne Umfrage in einem Nicht-Swing-State für Aufregung. Die Politikwissenschaftlerin Ann Selzer geht davon aus, dass Harris vor Trump im zutiefst republikanischen Iowa liegt. Selzers Prognosen kommt eine besondere Bedeutung zu, da sie in vergangenen Wahlkämpfen oft eine Außenseiterposition eingenommen hat, die sich dann als richtig herausgestellt hat.
  • Wie kompliziert Umfragen generell sind und wieso mal wieder die Umfrageinstitut deutlich daneben oder endlich richtig liegen könnten, erklären wir hier als Vorbereitung für die Wahl.

Was sagen die jüngsten Umfragen?

Wichtiger als jede nationale Umfrage ist, wie Donald Trump und Kamala Harris in den Swing States abschneiden. Das sind Staaten, deren Wählerschaft sich bei jeder Wahl anders entscheidet, mal gewinnt hier der republikanische Kandidat, mal der demokratische. Die Entscheidung fällt zudem oft besonders knapp aus.

Der Wahlkampf konzentriert sich daher auf diese Swing States. Das liegt am „First past the post“-System der US-Wahlen. Holt ein Kandidat oder eine Kandidatin die meisten Stimmen in einem Staat, bekommt er oder sie bis auf wenige Ausnahmen die Stimmen aller sogenannten Wahlmänner des jeweiligen Staates zugesprochen.

Das heißt: Wer mit nur einer Stimme den Bundesstaat Florida gewinnt, bekommt die Stimmen aller 30 Wahlmänner dieses Bundesstaats.

In vielen US-Bundesstaaten gewinnt seit Jahrzehnten dieselbe Partei. Es spielt keine Rolle, ob die Demokraten New York mit 60 oder 65 Prozent gewinnen oder ob sich die Republikaner Mississippi mit 20 oder 25 Prozentpunkten Vorsprung sichern. Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass in diesen Staaten der Wahlsieger so gut wie gesetzt ist.

Insgesamt gibt es 538 Wahlmänner, die gemäß der Bevölkerungsgröße auf die 50 Bundesstaaten und Washington D.C. verteilt sind. Diese Wahlmänner stimmen dann über den Präsidenten oder die Präsidentin ab.

Um die Umfragen der einzelnen Staaten in einen möglichen Wahlausgang umzurechnen, muss man vorhersagen, wie viele Wahlmännerstimmen an welchen Kandidaten oder an welche Kandidatin gehen.

Die aktuelle Handelsblatt-Prognose auf Basis von US-Umfragen sieht folgende Aufteilung zwischen Harris und Trump:

Wahlmänner eines Bundesstaats spricht das Handelsblatt dann Harris oder Trump zu, wenn jetzt ein Abstand von mindestens zwei Prozentpunkten zwischen den beiden Kontrahenten vorliegt. Dennoch sind alle Daten und Schlussfolgerungen mit Vorsicht zu betrachten.

Zum einen lagen Umfragen in Swing States in der Vergangenheit teils deutlich daneben. Zum anderen hat sich gezeigt, dass sich Mess- und Modellierungsfehler von Demoskopen oft systematisch fortgesetzt haben. Wenn in einem Bundesstaat zum Beispiel der Zuspruch für die Republikaner unterschätzt wurde, dann wurde er auch in allen anderen Bundesstaaten unterschätzt.

Welche Auswirkung minimale Umfragefehler haben könnten

Um die Auswirkung dieser Umfragefehler zu illustrieren, zeigt das Handelsblatt drei Szenarien. Das erste Szenario zeigt, wie sich die Wahlmänner verteilen würden, wenn die Umfragen exakt stimmen würden, ohne jeden Fehler – ein eher unrealistisches Szenario.

Das zweite Szenario zeigt, wie sich die Wahlmänner verteilen würden, wenn in jedem Swing State die Demokratin Harris um zwei Prozentpunkte besser dastehen würde, als die Umfragen es aktuell nahelegen.

Und das dritte Szenario stellt dar, wie sich die Wahlmänner verteilen würden, wenn in jedem Swing State der Republikaner Trump zwei Prozentpunkte besser liegen würde, als die Umfragen es aktuell zeigen.

Wie reagiert die US-Wirtschaft auf den Wahlkampf?

Drohen politisch unsichere Zeiten, reagieren die Märkte zurückhaltend – so lautet eine weit verbreitete Theorie. Um zu prüfen, ob sich das Wirtschaftsklima von Wahlkampfwoche zu Wahlkampfwoche verändert, bildet das Handelsblatt die vergangenen 14 Tage des großen US-Index S&P 500 ab, jeweils mit den Schlusskursen der Handelstage.

Die Theorie hingegen, dass konservativ-wirtschaftsliberale Regierungen in den USA ein gutes Börsenklima kreieren, wird allerdings von der neueren Wissenschaft bezweifelt. Ein Kurshoch heißt also nicht automatisch, dass man an der Börse von einer republikanischen Regierung ausgeht.

Neben dem S&P 500 als Indikator für den US-Aktienmarkt spielt auch die Entwicklung des US-Anleihemarkts eine wichtige Rolle.

Besonders spannend sind dabei jene Anleihen, deren Fälligkeit in die kommende Legislaturperiode fällt und wie sie sich von längeren Laufzeiten unterscheiden. Um auch hier zu prüfen, ob es wirtschaftliche Auswirkungen des Wahlkampfes gibt, zeichnen wir die sogenannte Yield Curve für die aktuelle Woche und die Vorwoche nach.

Sie zeigt, ob Anlegerinnen und Anleger mit einer besseren Rendite in naher oder fernerer Zukunft rechnen können. Generell wird der Yield Curve auch nachgesagt, ein Indikator für Rezessionen zu sein.

Liegt die Rendite für spätere Laufzeiten unter der Rendite für kürzere, geht man davon aus, dass eine Rezession bevorsteht oder bereits herrscht. Allerdings warnen Experten schon seit einer Weile davor, die Yield Curve so simpel zu lesen.

Überhaupt gilt: Beide wirtschaftlichen Indikatoren sind auch von vielen weiteren Faktoren abhängig, nicht nur vom Stand des Wahlkampfs. Und auch bei den Trends der Umfragen ist Vorsicht geboten.

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