Aareal Bank: Immobilienbank beobachtet „Belebung“ bei US-Büromärkten
Frankfurt. Die Wiesbadener Aareal Bank hat im dritten Quartal deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Das lag vor allem daran, dass der Immobilienfinanzierer höhere Zinsüberschüsse einfuhr. Der Grund dafür waren ein höheres Kreditvolumen sowie gute Margen bei neu vergebenen Darlehen, wie das Institut am Donnerstag mitteilte.
In den ersten neun Monaten des Jahres stieg der Betriebsgewinn des Instituts deshalb im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent auf 261 Millionen Euro. Dazu trugen Immobilienfinanzierungen ebenso bei wie das Dienstleistungsgeschäft, das Zahlungsverkehrs- und Einlagenangebote umfasst. Im dritten Quartal lag das Betriebsergebnis mit 80 Millionen Euro allerdings leicht unter dem Vorjahresniveau.
Die Zahlen beziehen sich auf die Geschäftsfelder, die die Aareal Bank auch nach dem Verkauf ihrer Software-Tochter Aareon fortführen wird. Das Institut hatte Aareon mit Wirkung zum 1. Oktober verkauft und einen Sondergewinn von rund zwei Milliarden Euro erzielt, die das Institut möglichst vollständig an seine Anteilseigner ausschütten will – sofern die EZB-Bankenaufsicht dem zustimmt.
Büromarkt in der Krise
Ein Belastungsfaktor bleibt die Risikovorsorge, die die Bank für möglicherweise ausfallende Kredite zurückgelegt hat. Sie sank in den ersten neun Monaten zwar um neun Prozent auf 288 Millionen Euro, bleibt damit aus Sicht der Bank aber auf einem „erhöhten Niveau“. Ein substanzieller Teil der Risikovorsorge entfalle auf den US-Büroimmobilienmarkt, hieß es.
Der Trend in den USA zu mehr Homeoffice sowie die steigenden Zinsen hatten den Büromarkt im vergangenen Jahr in eine Krise gestürzt, unter der auch einige deutsche Kreditinstitute gelitten hatten. Die Deutsche Bank etwa erhöhte in diesem Jahr bereits zwei Mal ihre Prognose für ihre Risikovorsorge mit Verweis auf die schleppende Erholung am US-Gewerbeimmobilienmarkt.
Die Deutsche Pfandbriefbank (PBB), die wegen ihres hohen Bestands an US-Bürofinanzierungen in eine Krise stürzte, kündigte im Oktober an, ihr Geschäft in den Vereinigten Staaten einzuschränken. Die Aareal Bank hat das nicht vor.
Man sei weiter von den langfristigen Chancen von Büroimmobilien überzeugt, sagte der Marktvorstand der Aareal Bank, Christof Winkelmann. Das gelte auch für die USA. „Wir glauben, die Talsohle ist durchschritten.“ Er beobachte, dass sich sowohl der Vermietungsmarkt als auch die Zahl der Transaktionen – also Käufe und Verkäufe von Objekten – belebe.
Dazu hat aus Sicht von Winkelmann auch die geldpolitische Wende in den USA beigetragen. Die US-Notenbank Fed senkte im September erstmals seit der Coronapandemie wieder ihre Leitzinsen. In der ersten Jahreshälfte 2025 könnte sich auch der Markt für Immobilienfinanzierungen wieder erholen, so Winkelmann.
Aareal Bank investiert in IT
Trotz der sich abzeichnenden Erholung hat die Aareal Bank in diesem Jahr noch keine neuen Büros in den USA finanziert. Das könnte aber im kommenden Jahr wieder der Fall sein.
Aareal-Chef Christian Ricken sagte, das Institut habe in einem anspruchsvollen Umfeld ein sehr gutes Ergebnis erzielt. „Unsere hohe Ertragskraft wollen wir auch nutzen, um in eine noch effizientere und zukunftsorientiertere Aufstellung zu investieren.“ Dazu will die Bank in eine bessere und effizientere IT investieren.
Die dadurch erzielte höhere Effizienz soll zum Abbau einer höheren zweistelligen Zahl der rund 1000 Vollzeitstellen des Instituts führen. Die Bank will dafür im vierten Quartal Rückstellungen im mittleren zweistelligen Millionenbereich bilden, um mittelfristig die Sach- und Personalkosten um einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag zu senken.