Bitcoin: Trump will in den Kryptohandel einsteigen
Frankfurt. Donald Trump will sein Geschäft mit Kryptowährungen offenbar ausbauen. Die Holding Trump Media and Technology Group (TMTG), an der der künftige US-Präsident zu 53 Prozent beteiligt ist, will nach Informationen der „Financial Times“ die Aktien der Kryptobörse Bakkt komplett übernehmen.
Die Aktie der Holding TMTG, die auch Trumps soziales Netzwerk Truth Social managt, reagierte mit einem Kursanstieg um knapp 17 Prozent auf die Nachricht. Das Papier von Bakkt legte sogar gut 160 Prozent zu.
Die Börse will Anlegern einen besonders leichten Zugang zur Kryptowelt bieten. Sie liegt nach Daten von LSEG Market Monitor allerdings noch tief in den roten Zahlen. Nach Bekanntwerden der Gespräche mit TMTG war Bakkt gut 150 Millionen Dollar wert.
Trump-Hype um Kryptowährungen
Seit dem US-Wahlkampf werden Trumps Aktivitäten im Zusammenhang mit Bitcoin am Markt sehr genau beobachtet. Die positive Einstellung des designierten US-Präsidenten zum Bitcoin und die vage Aussicht auf eine Art staatlicher Reserve in Kryptowährungen hatten dem Kurs der ältesten und wichtigsten Kryptowährung zuletzt Auftrieb gegeben und den Gesamtwert der Währung auf über 1,8 Billionen Dollar gesteigert.
Der Kurs des Bitcoins lag am Dienstagnachmittag bei 91.650 Dollar und damit etwas unter dem kürzlichen Rekordwert von mehr als 93.000 Dollar.
Für Anleger stellt sich jetzt die Frage, wann der Trump-Hype für die Kryptowährung enden könnte. Die Researchfirma Bravos suchte eine Antwort darauf, als die Währung innerhalb von zwölf Tagen um 35 Prozent zugelegt hatte.
„Bitcoin war bisher der am besten laufende Vermögenswert seit der Wahl von Trump“, schrieb Bravos auf X (Twitter). Als „hauptsächlichen Treiber“ für diese Entwicklung sieht Bravos die bereits erwähnte Aussicht auf eine „institutionelle Rolle“ für den Bitcoin, also auf eine Form der Nutzung seitens des Staats.
Außerdem dürften Trumps positive Einstellung und mögliche regulatorischen Erleichterungen die Akzeptanz institutioneller Investoren noch beschleunigen, heißt es. Bravos hält den Bitcoin für ein „gutes Instrument zur Diversifikation“ für Anleger, die ansonsten vor allem auf den breiten Aktienindex S&P 500 setzen.
Bitcoin oft von ähnlichen Stimmungen wie Aktien getrieben
Dabei räumen die Experten ein, dass sich der Bitcoin meist in dieselbe Richtung bewegt wie der Aktienmarkt. Aber die Übereinstimmung sei etwas geringer als in „vielen anderen globalen Märkten“, heißt es vage.
Tatsächlich hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass der Bitcoin von ähnlichen Stimmungen wie Aktien getrieben wird: Steigt die Risikofreude, legt er zu, sinkt sie, verliert er.
Insofern ist die elektronische Währung nicht mit anderen Optionen zur Diversifizierung wie etwa Staatsanleihen zu vergleichen, die sich in vielen Marktphasen gegenläufig zu Aktien bewegen und oft von sinkender Risikofreude profitieren.
Bravos spricht auch einige kritische Punkte an. So heißt es, der Bitcoin sei vor dem jüngsten Anstieg hinter der Entwicklung der Aktien zurückgeblieben. Die zuletzt gesehene Entwicklung sei daher vielleicht nur der Anschluss an den allgemeinen Markttrend gewesen.
Außerdem heißt es, der „Ausbruch“ des Kurses nach oben – wie Charttechniker sagen – sei zwar ein positives Signal. Auf der anderen Seite sei in der jetzt erreichten Region um die 90.000 Dollar ein starker Widerstand zu erwarten, wie sich aus einer Verlängerung des Trends früherer Rekordpreise ergebe. Daher sei mit Gewinnmitnahmen zu rechnen. Eine weiterhin ungebremste Trump-Rally ist deshalb nicht unbedingt zu erwarten.